LG Class im Test: Das hat Klasse!

LG traut sich was: Seinen Flaggschiffen verpasste der Konzern bisher Kunststoffgehäuse mit Metalloptik oder Leder-Rückseiten. Doch beim LG Class kommt endlich wieder ein Metallgehäuse zum Einsatz.

Trotz Metallgehäuse und 154 Gramm, die das LG Class auf die Waage bringt, fühlt es sich sehr leicht an. Mit seinen abgerundeten Ecken und Kanten schmiegt sich das Gehäuse aus Aluminium in die Hand und hat auch eine angenehme Größe. Ein schönes Detail sind die vier Torx-Schrauben auf der Ober- und Unterkante, die das Gerät vom gefühlten Einheitsbrei im Smartphone-Segment abheben.

Schöne Verpackung

Die Ausbuchtung auf der Rückseite ist nicht so dezent und klein wie beim iPhone 6s, stört mich aber sogar weniger. Da die Erhebung für die Kameralinse und die Tasten sich in der Mitte und nicht in der Ecke der Rückseite befindet, liegt das LG Class trotzdem stabil auf. Dass sich die Lautstärketasten und der Einschalter auf der Rückseite des Smartphones befinden, muss man mögen. Mein Fall ist es nicht. Man muss LG aber zugute halten, dass sich die Entwickler bei der Gestaltung der Tasten viel Mühe gegeben haben.

Bei der Ausstattung liegt das Class auf Augenhöhe mit Das fünf Zoll große Display ist farblich und zwar in Ordnung, hat aber nur eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Mit dem Snapdragon 410 befindet sich der schwächere von Qualcomms aktuellen Mittelklasse-Chipsätzen im LG Class. Ihm stehen 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Zusammen schaffen sie im Antutu-Benchmark rund 22.000 Punkte.

Außen Flaggschiff, innen Mittelklasse

Für Alltagsanwendungen reicht das aus, auch das eine oder andere kurze Spielchen ist drin. "Angry Birds 2" läuft auf dem Class ohne Probleme. Auch "Asphalt 8" kann man installieren, muss dann aber mit ein paar Rucklern im Spiel rechnen. Was mir positiv aufgefallen ist: Selbst wenn Ihr längere Zeit mit dem Gerät zockt, wird es nicht warm.

Vom 16 Gigabyte große internen Speicher stehen nach Abzug des Platzbedarfs für Android 5.1.1 knapp unter zehn Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung. Sollte das nicht ausreichen, könnt Ihr die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erhöhen. Das Betriebssystem erweitert LG um einige wenige Apps, wie einen durchaus nützlichen Dateimanager und das Notizprogramm Evernote.

Ordentliche Kamera

Der Akku vom LG Class weist zwar nur eine Kapazität von 2050 mAh auf, aber die verbaute Hardware ist nicht so energiehungrig wie bei den Topmodellen. Besonders bei Spielen erwies sich die Batterie im Test als relativ langatmig. Kurz gesagt: Einen Tag lang hält er locker durch.

Die Rückkamera nimmt Fotos mit 13 Megapixeln auf, die Selfies der Frontkamera haben eine Auflösung von acht Megapixeln. Bei Tageslicht sehen die Fotos ordentlich. Details sind gut zu erkennen, die Farben wirken lebendig. Sobald es etwas dunkler wird, gibt es aber ein starkes Rauschen auf den Bildern. Für Social Networks reicht die Knipse durchaus aus. An die Kamera das Top-Modells LG G4 reicht sie aber nicht heran.

Fazit: Bitte mehr davon!

Das LG Class eignet sich hervorragend für Smartphone-Einsteiger, die Wert auf ein hochwertig verarbeitetes Gerät legen. Mit einem Preis von 249 Euro (UVP) ist es auch nicht teurer als das fast identisch ausgestattete Motorola Moto G (2015), das aber durch das dicke Plastikgehäuse lange nicht so viel Klasse hat wie das nicht zufällig so benannte LG Class.


Weitere Artikel zum Thema
Pixel 2: Specs offen­bar gele­akt
Christoph Groth4
Naja !6Das Google Pixel 2 als inoffizielles Konzept
Wie es scheint, sind die Specs des Pixel 2 geleakt – sowohl der kleinen als auch der großen Ausführung.
iPhone 8: So würde es mit einge­schal­te­tem Display ausse­hen
Christoph Groth1
Peinlich !28Ein iPhone-8-Dummy wirkt mit etwas Bastelaufwand gleich viel anschaulicher
Wie würde das iPhone 8 mit eingeschaltetem Display aussehen? Ein Bastler hat einen Dummy genommen, um die Antwort in einem Video zu präsentieren.
Google will Gmail künf­tig nicht mehr für Werbung durch­leuch­ten
Christoph Groth
Gmail scannt Eure Mails bald nicht mehr für Werbezwecke
Google gibt bekannt, E-Mails künftig nicht mehr zu Werbezwecken zu scannen. Das Ende von zielgerichteter Werbung ist das aber nicht.