Avengers Hero Inventor Kit im Test: Mit Superhelden programmieren

LittleBits Avengers Hero Inventor Kit: Erst zusammen bauen und programmieren, dann anziehen.
LittleBits Avengers Hero Inventor Kit: Erst zusammen bauen und programmieren, dann anziehen.(© 2018 CURVED)

LittleBits will Kinder zum Programmieren animieren. Beim Avengers Hero Inventor Kit stehen Iron Man & Co. Pate damit der Nachwuchs nicht nur Elektrobauteile zusammen setzt, sondern auch erste Erfahrungen im Coden macht. Wie das bei der Zielgruppe ankommt, haben wir im Test ausprobiert.

Das Konzept von LittleBits sieht vor, dass Kinder elektronische Bauteile simpel mit Magneten verbinden können und so lernen, wie verschiedene Sensoren, Schalter, ein Bluetooth-Empfänger oder Ausgabegeräte wie ein Display oder Lautsprecher miteinander agieren. Beim Avengers Hero Inventor Kit kommen die Bits genannten Bauteile in eine Halterung, die man am Arm tragen kann und selbst programmieren kann. Vorwissen ist nicht nötig, um sich ein wenig wie Tony Stark zu fühlen, wenn er an seinen Iron-Man-Anzügen bastelt.

Superhelden, Elektrobauteile und Code

Die Bauanleitungen für die Bits stehen in einer eigenen Apps zur Verfügung. Es geht mit einfacher Konstruktionen los, die mit der Zeit immer komplexer werden. Zuerst gilt es eine "Erfindung" zu bauen. Anschließend folgen ein oder zwei Anwendungsbeispiele. Bei diesen bemerkt man sofort, was sich durch einzelne Bauteile verändert, bzw. was eine Konstruktion beispielsweise durch einen Bewegungssensor oder ein Bluetooth-Modul plötzlich mehr kann.

Die Erfindungen sind dabei in verschiedene Themengebiete wie Licht, Geschwindigkeit oder Sound aufgeteilt für die jeweils andere Superhelden Pate stehen. So trifft man neben Iron Man z.B. auch auf Hulk, Black Widow oder Black Panther und Shuri.

Um selber Programme für die Erfindungen "schreiben" zu können, muss man einige von ihnen bereits zusammen gebaut und erfolgreich genutzt haben. Erst wenn man den Aufbau und die Funktionen der einzelnen Bits verstanden hat, soll man Code für sie zusammenstellen. Ein Programmiersprache muss man für das Avengers Hero Inventor Kit nicht lernen. Stattdessen setzt man verschiedene Bausteine per Drag&Drop zusammen. Zur Auswahl stehen Eingabe- und Ausgabe-Aktionen, Schleifen, Logiken, Zeitangaben und passende Aktionen für die Signalausgabe auf dem LED-Matrix-Display.

Ohne Folgen durchgespielt

Das LittleBits Avengers Hero Inventor Kit richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Ich habe es mit zwei neun und zwölf Jahre alten Kindern ausprobiert, deren Interesse durch die Superhelden-Anleihen geweckt waren. Der Aufbau der App und ihre Erklärungen sorgte dafür, dass sie alles verstanden haben und selber machen konnten. Ich musste ihnen nicht helfen. Die verschiedenen Erfindungen waren fix zusammengesetzt und wurden unterschiedlich lange ausprobiert.

Das Zusammenstellen eigener Codes, erklärte ihnen auch die App und wurde ausgiebig ausprobiert. Als allerdings alle Aufgaben der App erledigt waren, ließ die Motivation deutlich nach. Es war wie ein Spiel durchgespielt zu haben. Sie werden sicherlich ein wenig mehr Verständnis für den Aufbau von Technik und den Grundprinzipien von Programmierung haben. Die Langzeitmotivierung reichte aber nicht dazu aus, dass sie sich im Anschluss direkt angefangen hätten Python zu lernen.

Fazit

Das Avengers Hero Inventor Kit von LittleBits ist ein spannender Ansatz Kinder für das Programmieren zu begeistern und ihnen die Funktionsweise von Technik näher zu bringen. Das funktioniert kurzfristig auch gut und die Kinder sind aufmerksam bei der Sache. Trotz aller Wissensvermittlung lässt die Motivation stark nach, sobald die App keine Aufgaben mehr bereit hält. Einer späteren Begeisterung für Technik, Code und Programmierung schließt steht das Avengers Hero Inventor Kit aber nicht entgegen. Die unverbindliche Preisempfehlung ist mit 169,99 Euro für ein Spielzeug allerdings recht hoch.

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