Medion Akoya P3401T im Test: 2-in-1-Gerät mit Schwächen

Das Medion Akoya P3401T kommt inklusive abnehmbarer Tastatur.
Das Medion Akoya P3401T kommt inklusive abnehmbarer Tastatur.(© 2017 CURVED)

Zur IFA 2016 hat Medion das neue 2-in-1-Gerät Akoya P3401T vorgestellt. Wurde es auf der Technikmesse noch mit "ab 600 Euro" angepriesen, ruft der Hersteller nun 800 Euro auf. Ob sich das Geld für das Surface-ähnliche "Detachable" lohnt, zeigt der Test.

Detachable? Tatsächlich wird das Tablet  mit einem Handgriff zum Laptop. Die Magnethalterung, die Tastatur und Bildschirm verbindet, hält beide Teile ansonsten stark zusammen. So könnt Ihr die Tastatur beim Transport problemlos als Schutz für den Bildschirm angesteckt lassen. Wie auch beim Surface Pro von Microsoft lässt sich auf der Aluminium-Rückseite ein Stand ausklappen, der über die gesamte Breite geht und das Tablet in mehreren Winkeln stabil abstützt. Wenn das Gerät denn auf einer ebenen Oberfläche steht – auf dem Schoß könnt Ihr es nur eingeschränkt nutzen.

Technische Ausstattung

Im Tablet arbeitet Intels M5-6Y54 Prozessor, der mit 1,1 GHz bis 2,7 GHz taktet. Dem zur Seite stehen acht Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 128 Gigabyte SSD. An der linken Seite des Tablets findet Ihr ein Einsteckfach für ein microSD-Karte, mit der Ihr den Speicher erweitern könnt. Ansonsten verfügt das Tablet über drei USB-Anschlüsse: einer bietet USB 2.0, einer 3.0, der dritte ist ein Typ-C-Anschluss mit USB 3.0. Dazu kommt noch eine kombinierte Kopfhörer-Mikrofon-Buchse. Als Betriebssystem war auf unserem Testgerät Windows 10 vorinstalliert. Für Videotelefonie stehen zwei Megapixel bei der Frontkamera (1280 x 720 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde) und fünf Megapixel bei der Rückkamera (1920 x 1080 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde) zur Verfügung.

Im Alltag hat das Gerät genug Power, um Programme flüssig laufen zu lassen. Gekühlt wird das Detachable passiv ohne Lüfter, was lautloses Arbeiten ermöglicht. Das hat im Test auch sehr gut funktioniert. Zu heiß wurde auch das Tablet nie. Je nach Helligkeitseinstellung erreichten wir eine Akkulaufzeit von fünf bis sieben Stunden beim Schreiben von Texten, Surfen im Netz und ein paar YouTube-Videos zwischendurch.

Mit 900 Gramm ist das Tablet mir persönlich zu schwer. Liegt man zum Beispiel abends im Bett und will noch etwas surfen, werden die Arme schnell müde. Deshalb habe ich das Detachable bisher hauptsächlich als Laptop am Schreibtisch verwendet.

Touchscreen mit Macken

Das große 12,5-Zoll-Full-HD-Display (1920 x 1080 Pixel) hat einen dicken, schwarzen Rand und spiegelt stark. Drinnen ist das kein Problem, doch im Zug am Fenster musste ich dann doch die Sonnenblende herunterziehen. Leider gab es im Test Probleme mit der Touchfunktion des Displays. Es interpretiert ständig Klicks, auch wenn ich scrolle. Das nervt. Und bei Multitouchgesten, zum Beispiel dem Wechseln der Spaces mit vier Fingern, ruckelt die Animation sehr stark. Kurzum: Der Bildschirm enttäuscht.

Tastatur und Tochpad

Zur IFA war ich begeistert von der Tastatur. Im Gegensatz zu den seltsamen Keyboards, die Microsoft für sein Surface Pro entwickelt hat, kann ich mit der Medion-Tastatur bei diesem Gerät sehr gut und lange tippen. Der Druckpunkt ist deutlich, das Obermaterial angenehm. Auch die rutschhemmende Handballenauflage hat mir beim Tippen gefallen. Im Dunkeln war Arbeiten mit der Tastatur nicht vernünftig möglich, da eine Hintergrundbeleuchtung fehlt.

Die Tastatur des Medion Akoya P3401T ist im Test positiv aufgefallen(© 2017 CURVED)

Das kleine Touchpad hat im Test erst für Freude, dann für Frust gesorgt. Die Mausbewegungen waren stets flüssig und unverzögert. Doch die Klicks haben ihre Schwächen. Der Linksklick blieb ab und zu physisch hängen, der Rechtsklick scheint etwas verzögert auszulösen.

Preis und Verfügbarkeit

Das Medion Akoya P3401T ist bereits für 800 Euro erhältlich. Die Tastatur ist hier im Gegensatz zum Surface Pro von Microsoft bereits inklusive.

Fazit: Konkurrenz zum Surface?

Wer gerne ein kombiniertes Gerät aus Tablet und Laptop haben möchte, sollte eigentlich beim Kauf des Medion Akoya P3401T gegenüber dem Surface Pro sparen. Das wäre optimal gewesen, würde das Medion-Gerät wie zur IFA angekündigt nur 600 Euro kosten würde. Doch da es jetzt für 800 Euro auf den Markt kam, ist es nur 100 Euro günstiger als das Einstiegsmodell der Surface-Reihe, welches eine höhere Display-Auflösung und den Surface-Stift bietet. Allerdings hat das Akoya P3401T mehr Arbeitsspeicher und den besseren Prozessor sowie eine Tastatur im Lieferumfang.

So ist es am Ende eine Frage des Budgets und des Geschmacks, ob man eher zum Surface Pro 4 oder zum Medion Akoya P3401T greifen möchte. Das Medion-Gerät gefiel mir beim Test vor allem wegen seiner Tastatur und der Verarbeitung. Es bietet für Bürotätigkeiten eine ordentliche Leistung, Spielen ist nicht wirklich möglich. Wem das reicht und wer unbedingt ein Detachable mit Windows 10 sucht, der sollte das Akoya P3401T zu seiner Vergleichsliste hinzufügen.


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