Meizu M2 Note im Test: Verdammt viel Smartphone für wenig Geld

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Meizu M2 Note: Mittelklasse-Smartphone zum Einsteiger-Preis
Meizu M2 Note: Mittelklasse-Smartphone zum Einsteiger-Preis(© 2015 CURVED)

5,5-Zoll-Display, Full-HD-Auflösung, Octacore-Prozessor, zwei SIM-Karten, Android 5.1. Das alles und noch viel mehr bekommt Ihr beim Meizu M2 Note für weniger als 200 Euro. Das klingt zu gut, um wahr zu sein, oder?

Verpackt ist das Meizu M2 Note in einem Unibody-Gehäuse aus Kunststoff, das in dem silbernen Farbton des Testgeräts wie Metall wirkt. Bei den weißen, blauen und pinken Modellen bleibt dieser Effekt natürlich aus. Mit den abgerundeten Kanten liegt das 149 Gramm schwere Smartphone angenehm in der Hand, für mich ungewohnt sind die Tasten auf der linken Seite des Gehäuses, die aber problemlos zu erreichen sind - unabhängig davon, in welcher Hand Ihr das M2 Note haltet.

Außen top und innen auch nicht schlecht

Das 5,5 Zoll große IGZO-Display des Meizu M2 Note verfügt über eine Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und überzeugt mich mit einem scharfen und knackigen Bild. Der Bildschirm überzeugt mich darüber hinaus mit einer hohen Detailgenauigkeit, großen Blickwinkeln, natürlich wirkenden Farben und lässt sich selbst bei Sonnenlicht noch ausreichend gut erkennen. Da bleiben als Kritikpunkt nur die typischen Spiegelungen, die alle Smartphone-Displays aufweisen, und die Spuren meiner Finger auf dem Bildschirm, die stärker als bei anderen Geräten auffallen und mich öfter als gewohnt zum Putztuch greifen lassen.

Der im M2 Note verbaute Achtkern-Prozessor MT6753 von Mediathek ist mit 1,3 Gigahertz getaktet und kann auf einen Mali T720-Grafikchip sowie zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen. Zusammen schaffen Sie im Antutu-Benchmark zwischen 31.000 und 32.000 Punkte und liegen damit auf dem Niveau von Qualcomms Mittelklasse-Prozessor Snapdragon 615, der zum Beispiel im HTC Desire 820 oder Phicomm Passion oder Xiaomi Mi4i steckt. Unabhängig von diesen Zahlenspielen läuft die Benutzeroberfläche flüssig. Die Ladezeiten - auch von größeren Apps - sind völlig alltagstauglich. Selbst grafisch anspruchsvollere Spiele, wie Asphalt 8, lassen sich auf dem Meizu problemlos zocken - allerdings nur in der zweitbesten Detailstufe.

Der Akku des M2 Note verfügt mit 3100 Milliamperestunden über eine größere Kapazität als die meisten Top-Smartphones und kommt zusammen mit der Mittelklasse-Hardware problemlos über den Tag. 36 Stunden habe ich in der Regel geschafft. Wer besonders sparsam mit der Energie umgeht, muss das Smartphone erst am Abend des zweiten Tages wieder aufladen. Aufgrund des Unibody-Gehäuses lässt sich der Akku nicht austauschen, aber den wahlweise 16 oder 32 Gigabyte großen internen Speicher könnt Ihr mit einer microSD-Karte erweitern. Reicht Euch der Speicherplatz aus, könnt Ihr stattdessen auch eine zweite Nano-SIM in den Kartenschacht des Smartphones einlegen.

Durchschnittskamera

Meizu baut in das M2 Note eine Kamera von Samsung ein, deren CMOS-Sensor Bilder mit 13 Megapixeln aufnimmt. Die Qualität der Aufnahmen bleibt aber deutlich hinter dem Galaxy S6 zurück. Bei Tageslicht liefert die Smartphone-Kamera dann Fotos mit einer guten aber nicht herausragenden Detailgenauigkeit. Die Farben wirken natürlich, auch mit starken Kontrasten kommt die Kamera gut zurecht. Bei schlechterer Beleuchtung machen sich schnell Artefakte und eine grobe Körnung bemerkbar. Insgesamt ist die Bildqualität in meinen Augen leicht überdurchschnittlich.

Die 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite liefert von Haus aus eine schlechtere Bildqualität, die sich durch weniger Details und mehr Unschärfe bemerkbar macht. Zusätzlich bearbeitet sie Selfies automatisch. Nicht so schön.

Android ohne Google - oder doch lieber mit?

Das M2 Note bietet sich für alle an, die Android ohne die Google-Dienste nutzen wollen. Denn das vorinstallierte Flyme OS 4.5 von Meizu kommt komplett ohne Google-Apps aus. Allerdings müsst Ihr dann auch ein wenig mehr Zeit in die Einrichtung investieren und unter Umständen auf die eine oder andere gewohnte App verzichten. Kenntnisse der chinesischen Sprache wären hilfreich, wobei ich nicht sagen kann, ob Mandarin oder Kantonesisch angebrachter wäre. Aber keine Angst, ihr müsst nicht auf den Play Store und die gewohnte Android-Welt verzichten. Im App Center von Flyme findet sich ein Google Installer, der den Play Store und die Google Einstellungen auf dem M2 Note installiert und so die Basis dafür legt, alle anderen Google-Dienste nachträglich hinzuzufügen und die vorinstallierten chinesischen Anwendungen deinstallieren zu können.

Vom zusätzlichen Zeitaufwand bei der Einrichtung einmal abgesehen, gefällt mir die Nutzeroberfläche von Flyme OS sehr gut. Beim Update auf Flyme 4.5.2 reichten die englischen Wortfetzen, damit ich verstehe, was die Benachrichtigung mir sagen will.

An zusätzlichen Funktionen gegenüber dem Stock-Android erwähnenswert finde ich die Möglichkeit, einzelne Apps mit einem PIN-Code oder Passwort vor unbefugten Zugriffen zu schützen, die verschiedenen Gesten zur Bedienung, die auch auf dem ausgeschalteten Display funktionieren, sowie die vorinstallierte Sicherheitsapp. Über die Qualität ihres Virenscanners kann ich keine Aussage treffen, freue mich aber, dass sie das Smartphone nach überflüssigen Dateien durchsucht und löscht sowie den Arbeitsspeicher bereinigt, mir große Dateien anzeigt, mich den Datenverkehr verwalten lässt und mir einen Überblick darüber gibt, welche App welche Berechtigung hat und diese auch einzeln anpassen kann.

Ungewohnt ist für mich als Android-Nutzer der Home-Button. Wie beim iPhone ist er die einzige Taste zur Bedienung. Nicht einmal auf dem Display erscheinen eine Zurück- oder Multitasking-Taste. Stattdessen tippt Ihr den Home-Button an, um einen Schritt zurück zu gehen oder drückt ihn, um den Startbildschirm aufzurufen. Haltet Ihr die Taste zwei Sekunden lang gedrückt, öffnet sich eine Sprachsteuerung, die allerdings noch kein Deutsch versteht. Eine Multitaskting-Übersicht gibt es unter Flyme nicht - mir persönlich fehlt sie aber nicht.

Mittelklasse-Smartphone zum Einsteiger-Preis

Was einige Nutzer abschrecken dürfte, ist der Mehraufwand, um die vorinstallierten Apps zu deinstallieren und es für sich einwandfrei nutzbar zu machen. Dafür muss man eindeutig mehr Zeit investieren als bei für den deutschen Markt vorgesehenen Android-Geräten ohne "China-Branding".

Dem Aufwand steht das sehr gute Preis-Leistung-Verhältnis entgegen. Verschiedene Shops bieten das Meizu M2 Note für rund 190 Euro in Deutschland an. Der Online-Shop Gearbest, der uns das Testgerät zur Verfügung gestellt hat, verlangt für die getestete Version mit 16 Gigabyte Speicherplatz 160 Dollar - umgerechnet sind das rund 145 Euro - ohne zusätzliche Versandkosten für den Versand aus Hongkong.


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