Mobvoi TicPods Free: Eine farbenfrohe Alternative zu Apples AirPods?

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Mehr Farben und mehr Gesten als Apples AirPods
Mehr Farben und mehr Gesten als Apples AirPods(© 2018 CURVED)

Apples AirPods sind schwer angesagt. Kein Wunder also, dass in den Gadget-Shops reihenweise kabellose Bluetooth-Ohrhörer auftauchen, die Apples Design imitieren. Die smarten TicPods allerdings könnten eine echte Alternative darstellen. Wir haben sie getestet.

Es ist echt schon ärgerlich: Manche AirPod-Kopien sind allerbilligste Imitate, die nicht einmal den Spottpreis wert sind, der in schlechten Fake-Shops aufgerufen wird. Andere hingegen haben es verdient, fair getestet und beurteilt zu werden. So wie die TicPods des chinesischen Unternehmens Mobvoi.

Mehr Farben und Gesten als Apple

Klar, die TicPods ähneln Apples touchgesteuerten kabellosen Ohrhörern – soll heißen sie sehen aus wie leicht mutierte AirPods. Aber die knubbeligen Stöpsel am Stiel können sogar ein paar Tricks mehr als die AirPods: Während Apples Ohrhörer nur die Doppeltipp-Geste beherrschen, kann man Mobvois Ohrhörer mit drei Gesten steuern. Und der Doppelstöpsel ist mit Noise Cancelling fürs Telefonieren ausgestattet, so dass Umgebungsgeräusche ausgeblendet werden.

Die TicPods sitzen angenehm, halten auch in meinen erwiesenermaßen großen Lauschern ohne Probleme. Das mag auch an der ausgefeilten Passform der Gummiaufsätze liegen, die etwas länger sind als beispielsweise die aus dem Hause Apple. Auch beim Laufen halten sie gut im Ohr. Und dass man dabei etwas ins Schwitzen kommt, macht den TicPods nichts aus, denn sie sind nach IPX5 staub- und wasserdicht. Auch ein Regenschauer sollte ihnen da nichts anhaben. Zusätzlich spendiert Mobvoi zwei weitere, etwas kleinere Silikonaufsätze – die meisten Bluetooth-Ohrhörer haben allerdings drei Größen im Set.

Knubbel am Stiel: Im länglichen Stab an der Seite sitzen die Sensoren für die Gestensteuerung.(© 2018 CURVED)

Wie lange hält der Akku?

TicPods und Case kommen in drei Farben: Weiß, Marine und einem kräftigen Rot-Orangeton namens Lava, der Farbe unseres Testmodells. Das Gehäuse und die TicPods sind aus glattem, mattem Kunststoff, der nicht ganz so wertig aussieht, wie die glänzenden AirPods. Und auch der Deckel des Case' macht einen etwas klapprigen Eindruck.

Das Case ist etwas größer als bei den Airpods und bietet nicht nur ausreichend Platz für die beiden Ohrhörer, sondern auch genug Saft, um sie vier mal aufzuladen, so dass sie mit einzelnen Sessions von gut vier Stunden  bis zu 18 Stunden ohne Steckdose durchhalten. Das Aufladen klappt zügig dank Schnellladefunktion: Mit 15 Minuten Ladezeit schraubt man die Laufzeit auf rund 80 Minuten, sagt der Hersteller.

Präzise Auskunft über den Akkustand sind wie bei vielen anderen Geräten schwierig zu ermitteln. Am Case sind zwei LEDs angebracht, die grün leuchten, um anzuzeigen, dass noch genügend Ladekapazität übrig ist. Bei weniger als 10 Prozent Akku in den Pods, glimmt ein rotes Lämpchen am unteren Ende der Ohrstöpsel. Allen Farbcodes zum Trotz: Schwer zu sagen, ob die TicPods nun die 90-minütige Radtour durchhalten werden oder nicht. Auch die Mobvoi-App auf dem Smartphone gibt da keinen Aufschluss.

Aufbewahrung und Ladeschale in einem: Das Case zeigt mit roten und grünen LEDs den Ladezustand an.(© 2018 CURVED)

Musikplayer und Telefon per Gesten steuern

Die TicPods reagieren auf Tippen und Streichen, der zugehörige Sensor sitzt im Stiel der beiden Ohrhörer. Um die Lautstärke zu regeln, wischt man den Finger auf dem TicPod auf oder ab. Scrollt man durch seine Playlist, springt man per Doppeltipp einen Track seiner weiter, langes Drücken am linken Pod pausiert die Musik oder setzt die Wiedergabe fort. Der rechte TicPod ruft mit der gleichen Geste den Sprachassistenten des Smartphones auf, also Siri, den Google Assistant oder oder Alexa, je nachdem, was auf dem gekoppelten Telefon eingerichtet ist.

Allerdings vermisse ich die Möglichkeit, per Geste zurückzuspringen oder auch über eine App Gesten mit weiteren Funktionen zu belegen. Vielleicht wird hier mit zukünftigen Updates nachgebessert. Aktuell bleibt nur die Möglichkeit, den Sprachassistenten zu bitten, einen Track zu wiederholen.

Auch bei leisen Tönen ist bei den TicPods Free kein Rauschen zu hören.(© 2018 CURVED)

Und noch etwas: Wie bei vielen kabellose Ohrhörern kann man auch bei den TicPods einen der Stöpsel wie ein Bluetooth-Headset verwenden. Allerdings muss man den richtigen erwischen: Steckt nämlich der rechte TicPod im geschlossenem Ladegerät, schaltet sich auch der linke aus.

Die Gesten funktionieren auch beim Telefonieren. Man kann ein Gespräch mit einem Doppeltipp annehmen und beenden, durch Wischen die Lautstärke einstellen und ein Gespräch ablehnen, indem man den TicPod zwei Sekunden lang gedrückt hält. Alle Gesten funktionierten zuverlässig und sind leicht nachzuvollziehen.

Angenehme Passform: In der Spitze etwas länglicher als Apples Airpods sitzen die TicPods gut im Ohr.(© 2018 CURVED)

Klarer Sound für unterwegs

Beim Einsetzen ins Ohr senden die Pods zunächst ein Tonsignal, um zu verstehen zu geben, dass sie bereit und über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden sind. Man startet die Wiedergabe entweder manuell oder die TicPods setzen die vorige Wiedergabe fort, sobald beide Hörer im Ohr sind. Zum Beenden geht man analog vor: Entweder man hält die Wiedergabe auf dem Smartphone an oder pult den rechten Stöpsel aus dem Gehörgang. Entfernt man nur die linke Seite, dudelt’s auf der rechten munter weiter.

Egal ob lautes hektisches Großstadttreiben, Bürolärm, Familientrubel oder Herbstwind auf der Biketour, die Lautstärke der TicPods war für mich meist ausreichend, je nach Bedarf habe ich den Sound mit einer separaten App angepasst: Mehr Bass beim Workout, weniger Höhen am Schreibtisch. Besonders erfreulich: Auch bei geringer Lautstärke ist kein störendes Rauschen zu hören. Beworben werden die TicPods mit der Fähigkeit zum Noise Canceling, die Funktion ist allerdings nur beim Telefonieren aktiv, nicht beim Hören von Musik. Mein Gesprächspartner am Telefon konnte mich jedenfalls stets gut verstehen. Wie bei vielen anderen Geräten und selbst bei Smartphones stellt lediglich Wind für die Akustik ein Problem dar.

Insgesamt ist der Sound völlig okay, kein Scheppern in den Höhen, Bässe sind klar erkennbar und ein Rauschen ist nicht zu hören. Für Audiophile fehlen hier sicherlich einige Zentimeter, aber die greifen wahrscheinlich sowieso zu einem Over-Ear-Kopfhörer.

Fazit: Solider Klang zum fairen Preis

Wenig überraschend: Die TicPods bieten natürlich ein nicht ganz so ein nahtloses Erlebnis wie Apples AirPods im Zusammenspiel mit dem iPhone. Dafür haben sie ein paar mehr Gesten für die Steuerung ohne Smartphone am Start und der Klang ist äußerst annehmbar. Und die TicPods liegen mit einem Verkaufspreis von 129 Euro rund 40 Euro unter Apples AirPods. Die Anzeige für den Akkulevel ist – wie bei vielen anderen Ohrhörern allerdings auch – etwas dürftig und für mich wäre ein integrierter Equalizer ein echter Gewinn, ebenso wie die Möglichkeit, fehlende Funktionen über die Mobvoi-App nachträglich zu ergänzen. Insgesamt schnürt der chinesische Hersteller hier aber ein attraktives Preis-Leistungs-Paket.

Die TicPods sind in den Farben Weiß, Marine und Lava zum Preis von 129,99 Euro erhältlich

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