Motorola One im Test: Lenovos erstes Smartphone mit Android One

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Aktuelles Design, schlankes Android One, günstiger Preis - das Motorola One
Aktuelles Design, schlankes Android One, günstiger Preis - das Motorola One(© 2018 CURVED)

Motorola setzt bei seinen Smartphones schon länger auf Android mit nur wenigen Anpassungen. Mit dem Motorola One geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und verwendet erstmals das unveränderte Android One mit Update-Garantie. Ob’s zusammen mit Ausstattung und Preis eine runde Sache wird, haben wir getestet.

Der erste Eindruck: Das Motorola One liegt gut in der Hand und sieht besser aus, als der Preis von 299 Euro vermuten lässt. Das Design ist zeitgemäßes und orientiert sich am gängigen Look. Wie viele teurere Kollegen kommt es fast ohne Rahmen aus, das 5,9 Zoll große Display ist bis zum Rand aufgezogen. Daher wird die gängige Aussparung am oberen Ende, die Notch, nötig, um Kamera und Lautsprecher unterzubringen. Auch an den Seiten bleibt wenig Spiel, nur unten prangt ein schwarzer, mit dem Motorola-Logo verzierter Balken.

Vorne wie hinten ist das Gerät in stabilem Gorilla Glas eingefasst. Auch wenn es nicht unbedingt grazil daherkommt – 162 Gramm schwer und knapp 8 Millimeter dick – ist es gut proportioniert und sauber verarbeitet. Zudem ist es mit 72 Millimetern Breite schlanker als manches andere Smartphone von Motorola.

Das IPS-Display im Seitenverhältnis 19:9 löst lediglich mit 720 x 1520 Pixeln auf und bietet so nur HD+ statt Full-HD. In Anbetracht des Preises ist die Darstellung scharf genug, die Farben sind nicht übersättigt, Bilder und Texte gut erkennbar. Das Schwarz könnte etwas satter sein und bei Sonneneinstrahlung muß man schon etwas zirkeln, um den Bildschirm gut erkennen zu können. Aber bei welchem Smartphone dieser Preisklasse muss man das nicht.

Schaut man dem Motorola One unter die Haube, fällt der Blick auf die nicht gerade aktuelle Technik. Das Gerät wird von dem Snapdragon 625 angetrieben, einem Qualcomm-Chip, der mehr als zwei Jahre alt ist. Das muss im täglichen Gebrauch aber keine Probleme verursachen. Bei unseren Tests liefen die mitgelieferten Apps reibungslos und ohne Verzögerung. Darüber hinaus ist das Motorola One mit ausreichend Speicher versorgt: 64 Gigabyte interner Speicher und vier Gigabyte Arbeitsspeicher sind in dieser Preisklasse durchaus okay - und eine Speicherkarte mit bis zu 256 Gigabyte passt auch noch rein.

Mäßige Technik trifft passable Kamera

Der Akku ist mit 3.000 mAh gerade ausreichend dimensioniert, um das Motorola durch den Tag zu bekommen. Eine Schnellladefunktion sorgt dafür, dass die Batterie besonders fix wieder zu Kräften zu kommt: Das sogenannte Turbo-Power-Aufladen liefert in 20 Minuten sechs Stunden Akku-Power. Getankt wird der Strom über einen USB-C-Anschluss.

Auf der Rückseite ist das Motorola One mit einer Dual-Kamera ausgestattet. Der 13-Megapixel-Kamera steht eine zweiten Linse für die Tiefeninformationen zur Seite. Mit dem Ensemble soll das Smartphone die beliebten Bokeh- und Monochrom-Effekte umsetzen. Beim Bokeh-Effekt wird der Hintergrund unscharf dargestellt, so dass der Vordergrund besser zur Geltung kommt. Wer mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann hier über die Kamera-App den Fokus nachträglich justieren. Der Unschärfeeffekt funktioniert recht sauber, nur bei besonderen Herausforderungen, wie bei Objekten mit Verstrebungen oder Ausläufern, hat die Kamera Probleme. Der Bokeh-Effekt funktioniert übrigens sowohl mit der Rück- als auch mit der 8-Megapixel-Frontkamera. Schaltet man keine Effekte dazu, machte die Kamera in unserem Test erfreulich originalgetreue Aufnahmen, ohne überzeichnete Farben und Kontraste.

Zudem hat Lenovo der Kamera einige weitere Einstellungen spendiert, wie den Panoramamodus, den Modus "Bestes Bild", bei dem die Kamera mehrere Fotos aufnimmt und das Beste auswählt, die Funktion "Spotfarbe", die das Bild bis auf einen ausgewählten Bereich in Schwarzweiß darstellt oder die Cinemagraph-Funktion, mit der man einen ausgewählten Bereich des Bildes animiert darstellen kann. Abseits der Automatik gibt es auch einen manuellen Modus, um Brennweite, Weißabgleich, Verschlusszeit, ISO und Belichtung mit Schiebereglern zu verändern. Die Rückkamera kann auch Videos aufzeichnen, nicht nur mit den obligatorischen 60 Bildern pro Sekunde, sondern wahlweise auch noch in einem Zeitlupen oder Zeitraffermodus. Auch hier lässt sich beispielsweise der Zeitlupenabschnitt des Videos nach der Aufnahme verändern

Ab in die Zukunft - mit Android One

Kommen wir zu einem starken Argument für das Telefon: Das Motorola One wird mit Android One als Betriebssystem ausgeliefert, einer speicherfreundlichen, abgespeckten Android-Version, ursprünglich für Smartphones entwickelt, die in der technischen Ausstattung eher schwach auf der Brust sind. Da die Geräte nicht mit unnötiger Software aufgebläht werden, ist das Betriebssystem bestens auch für weniger leistungsfähige Geräte geeignet.

Das Motorola One wird mit Android 8.1 Oreo ausgeliefert und erhält garantiert das Update für Android Pie und Android Q. Motorola verspricht zudem monatliche Sicherheitsupdates bis zu drei Jahren. So kann man sicher sein, dass das Smartphone gegen alle Sicherheitslücken geschützt ist.

Wegen Android One sind auf dem Gerät fast nur Apps von Google - Chrome, Google Maps, Gmail - vorinstalliert. Motorola hat neben den Kamerafunktionen lediglich die App für die Moto-Gestensteuerung hinzugefügt: Nicht neu aber ein nützliches Gimmick: Die Schüttellgeste zum Starten der Taschenlampenfunktion und eine Drehgeste, um die Kamera zu aktivieren.

Fazit

Insgesamt bietet das Motorola One viele gängige Features zu einem vernünftigem Preis. Auch wenn andere Mittelklasse-Geräte etwas stärkere Technik mitbringen, so ist beim Motorola One doch alles bestens abgestimmt: Die Anwendungen laufen flüssig, was nicht zuletzt ein Erfolg von Android One ist. Vor allem die Garantie auf die nächsten beiden Android-Versionen und schnelle Updates machen das Gerät perspektivisch interessant. Auch die Kamera genügt den Ansprüchen im alltäglichen Gebrauch. Das Design orientiert sich weniger an anderen Motorola-Modellen, sondern wie viele andere am iPhone X vom Vorjahr. Wer ganz genau aufs Geld schaut, kann beispielsweise mit dem Honor 8X rund 50 Euro sparen, muss aber auf Anroid One verzichten.

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