Neato D4 im Test: So hilfreich ist ein Staubsaugerroboter

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Während der Neato D4 arbeitet, kann man die Füße hochlegen
Während der Neato D4 arbeitet, kann man die Füße hochlegen(© 2018 CURVED)

Was früher die Heinzelmännchen waren, sind heute Staubsaugerroboter wie der Neato D4. Während man abwesend ist, macht er die Wohnung sauber. Wie gut er das in der Praxis macht und wie man seine Wohnung für ihn hinterlassen muss, erfahrt ihr in unserem Test.

Die Idee ist verlockend: Egal, ob man gerade auf der Arbeit ist, einen Spaziergang macht oder einkaufen geht, den Hausputz erledigt der Neato D4. Zumindest teilweise, denn als Staubsauger kann sich der Roboter nur um den Boden kümmern. Das macht er grundsätzlich gut und zuverlässig, aber bei allem Fortschritt ist er noch nicht so flexibel wie ein Mensch mit Staubsauger in der Hand.

Unkomplizierte Einrichtung – Aufräumen nicht vergessen

Die erste, gar nicht so leichte, Aufgabe ist es, einen passenden Standort für den Neato D4 mit seinem Ladegerät zu finden. Idealerweise sollen nämlich rechts und links sowie nach vorne jeweils ein Meter freie Fläche sein, damit er sich gut bewegen kann. Ist ein geeigneter Platz gefunden, kann man den Staubsaugerroboter per Tastendruck am Gehäuse los schicken, aber eigentlich will man ja gar nicht zuhause sein, wenn er durch die Wohnung rollt. Hier kommt die Neato-App ins Spiel.

Die App von Neato steht für Android und iOS zur Verfügung und in unserem Test ließ sich der D4 problemlos verbinden und einrichten. Allerdings müsst ihr darauf achten, dass euer WLAN den 2,4-Ghz-Standard unterstützt und das auch eingeschaltet ist. Dass ist bei den meisten privaten Routern der Fall, aber zum Beispiel in der CURVED-Redaktion nicht. Das Firmennetzwerk funkt nur per 5 Ghz und so können wir hier nicht auf das digitale Heinzelmännchen hoffen. In der App kann man nicht nur jederzeit den Roboter saugen lassen – auch von unterwegs, da er sich ins heimische WLAN einklinkt und so von außen erreichbar ist – sondern auch Zeitpläne erstellen. Zudem kann man ihn gezielt einen bestimmten Bereich reinigen lassen oder Sperrzonen festlegen – etwa wenn man zu Weinachten den Tannenbaum aufstellt.

Bevor man den Neato D4 auf die Wohnung los lässt, muss man allerdings selber aktiv werden und aufräumen. So gilt es nicht nur, Hindernisse zu beseitigen, an denen der Roboter hängen bleiben könnte, sondern möglichst viel Fläche frei zu räumen. Denn nur die kann er saugen. Außerdem soll er ja keine Haargummis, Legosteine oder andere Kleinigkeiten verschwinden lassen.

Der erste Reinigungsdurchgang dauert etwas länger, da sich der Neato D4 vorsichtig durch die Zimmer tastet. Zuerst fährt er sie außen ab und saugt dann in geraden Bahnen den Innenraum – wenn da nicht gerade ein Tisch oder Stühle stehen. Dabei ist er sehr vorsichtig unterwegs. In der Regel halten ihn seine Sensoren auf Abstand und wenn er Mal irgendwo gegen fährt, dann ist die Berührung nicht stark.

Der Neato D4 ist nicht viel leiser als ein herkömmlicher Staubsauger, aber er soll ja auch durch die Wohnung fahren, wenn man nicht da ist. Andernfalls ist das Dauergeräusch sehr nervig, da er länger braucht als man selber mit einem Staubsauger. Im Test braucht er für – von ihm selbst gemessenen – 33 Quadratmeter zwischen 38 und 45 Minuten. Nach erfolgter Reinigung findet der Roboter eigenständig zu seiner Ladestation zurück. Nach 45 Minuten war sein Akku noch zu 41 Prozent voll.

Gesaugt wird nicht in jeder Ecke

Im Test fuhr der Neato D4 die freien Flächen in der Wohnung zuverlässig ab und nahm dabei viel Dreck auf – musste sich aber weder mit Katzen- noch mit Hundehaaren herumplagen. Es gab aber genug Flächen und Bereiche, die er nicht erreichte und die ich trotz des Roboters regelmäßig selber reinigen musste. Unter den Küchentisch kam er nicht, weil er nicht durch die Stuhlbeinen hindurch fahren konnte. Beim Schreibtisch stand er vor dem gleichen Problem und auch unter dem Telefontisch im Flur blieben die Staubflusen liegen. Beim Wippsessel im Wohnzimmer fuhr er sich auf dem breiten und flachen Fuß das einzige Mal im Test fest.

Türen kann der Staubsaugerroboter nicht bewegen. Das bedeutet, man muss sie offen stehen lassen, damit er in die Zimmer kommt. Der Bereich zwischen geöffneter Tür und Wand bleibt dann allerdings von wenigen Ausnahmen abgesehen unberührt. Dafür erreicht der Neato D4 auch die hinterste Ecke unter dem Bett, für die man sich sonst mit dem Staubsauger auf den Boden legen muss.

Fazit: Teure, oberflächliche Reinigung

Der Neato D4 kann hilfreich sein, nimmt euch aber nicht die gesamte Reinigung der Wohnung ab. Er lässt sich bequem über die App steuern und sorgt auf freien Flächen für Sauberkeit, lässt aber noch genug Ecken zurück, die man selber putzen muss. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 529 Euro ist mir der Neato D4 aber dann doch zu teuer. Um die gleiche Fläche fix abzusaugen brauche ich fünf Minuten.

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