Nokia 6 im Test: der Android-Traum im Hands-on [mit Video]

Wow, HMD Global. Wir durften das Nokia 6 nur wenige Minuten ausprobieren, aber es hat uns gleich umgehauen. Warum? Das klärt das Hands-on.

In China hat HMD Global, die Firma, die nun Nokia-Smartphones baut, (wahrscheinlich) schon Rekorde gebrochen. Wie Juho Sarvarkis, Chief Product Officer bei HMD Global, auf der Keynote im Vorfeld des Mobile World Congress 2017 mitteilte, waren die verfügbaren Kontingente des Nokia 6, dem ersten neuen Smartphone unter neuem Dach, in Fernost nach 23 Sekunden ausverkauft. Außerdem gäbe es, so Sarvarkis, über eine Million Vorbestellungen für das Gerät. Berechtigte Vorschusslorbeeren oder zu viel des Guten? Im Anschluss an die Keynote konnten wir uns ein Bild davon machen. Denn das Nokia 6 kommt auch nach Europa.

Tolles Gehäuse, Mittelklasse-Ausstattung

Am umkämpften Stand war es zunächst gar nicht so einfach, an ein Gerät zu kommen. Als es dann doch klappte, folgte erst Unglauben, dann Verzückung. Dieses Gerät soll nur 229 Euro kosten? Zur Erklärung: Das Nokia 6 liegt sehr angenehm in der Hand, es ist leicht und richtig, richtig gut verarbeitet. Dazu kommt ein Design-Kniff: HMD Global lässt die Antennen-Streifen fast verschwinden. Wie beim iPhone 7 verbannen die Designer die Streifen auch beim Nokia 6 auf die Oberseite. Die Folge: ein sauberer Look. Das Motto: Jeder solle stolz auf sein Android-Smartphone sein.

Die restliche Verarbeitung ist nicht spektakulär, dafür aber grundsolide. Die Tasten an der Seite bieten einen guten Druckpunkt, unterscheiden sich aber nicht durch Riffelungen oder ähnliches voneinander. Dem Preis geschuldet ist wohl der micro-USB-Anschluss, der statt des neueren Typ-C zum Einsatz kommt. Man kann sich daran stören, muss es aber nicht. Ein bisschen bei Lenovo bedient hat man sich bei der Gestaltung der Kamera. Das sieht schon etwas nach Moto-Smartphone aus. Vorn erinnern die Sensor-Tasten an das OnePlus 3.

Immer aktuelles und sicheres Android

Das 5,5 Zoll große LC-Display löst mit Full-HD auf, das in dieser Preisklasse absolut okay ist, und macht darüber hinaus am Messestand einen guten Eindruck. Auch bei Chipsatz, Arbeitsspeicher und Co. ist das Nokia 6 in der Mittelklasse angesiedelt. Das ist bei dem Preis zu erwarten. Am Messestand sorgen der Snapdragon 430 und drei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher aber für fixe Menü-Wechsel. Wie sich die Kombi in Benchmarks schlägt, kann aber erst ein Test zeigen. Für Fotos, Daten und Apps stehen Euch 32 Gigabyte erweiterbarer Speicher zur Verfügung. Die Kamera auf der Rückseite löst mit zwölf, die Frontkamera mit acht Megapixeln auf. Wie sich die Optiken schlagen, ließ sich aufgrund des dunklen Vorführraumes nicht einschätzen.

Richtig gut gefällt mir auch die Software. Ganz einfach, weil es sich hier um Stock-Android handelt. Keine eigene Oberfläche, kein Schnickschnack, einfach pures Android. Dazu auch noch in der allerneusten Version 7.1.1. Und das Versprechen von HMD Global: "Pure, secure and up to date." Heißt: Betriebssystem-Updates werden schnell geliefert, außerdem gibt es die monatlichen Sicherheitspatches pünktlich. Vielleicht geht da ja auch etwas mit den Google-Previews von neuen Versionen? Man arbeite auf jeden Fall sehr eng zusammen, hieß es am Messestand. Wir sind gespannt.

Vorläufiges Fazit: ein richtig gutes Android-Smartphone

Die spinnen, die Finnen! Und zwar im positiven Sinne. Aktuelles Android, sogar Stock-Android, regelmäßige Software-Updates und Sicherheits-Patches, das alles verpackt in einem Gehäuse, das einen super Eindruck hinterlässt. Für 229 Euro gibt es, auch bei der Ausstattung, nichts zu meckern. HMD Global hat gemeinsam mit Kooperationspartner Foxconn auf den ersten Blick ein tolles Gerät hingelegt. Wir freuen uns auf den Test.


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