Nokia 7.1 im Test: Android-One-Smartphone für Video-Fans

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Rückseite aus Glas, großes Display, vorn eine Notch, dazu pures Android - das ist das Nokia 7.1
Rückseite aus Glas, großes Display, vorn eine Notch, dazu pures Android - das ist das Nokia 7.1(© 2018 CURVED)

Rückseite aus Glas, großes Display, vorn eine Notch, dazu pures Android. Kurz: Das Nokia 7.1 ist ein Smartphone wie viele andere, die im Jahr 2018 vorgestellt wurden. Aber kann es etwas besser als andere? Unser Test.

Es gab Zeiten, da waren Smartphones mit den angesagten Designtrends ausschließlich in der Oberklasse zu finden. Mittlerweile haben aber viele Geräte der Mittelklasse aufgeholt und punkten ebenso mit nahezu randlosem Display oder der vom iPhone bekannten Notch - jenem Kniff, den Bildschirm bis zum Rand aufzuziehen und nur eine Aussparung für die Frontkamera, Gesichtserkennung etc. freizuhalten. Auch HMD Global, der Hersteller der Nokia-Smartphones, bringt mit dem Nokia 7.1 ein Gerät mit Notch nach Deutschland.

Mit welchen Features punktet das Nokia 7.1?

Das Smartphone soll sich besonders durch die "PureDisplay"-Technologie hervortun. Ganz randlos ist das Smartphone allerdings nicht. Am unteren Ende gibt es einen dicken schwarzen Balken, auf dem der Nokia-Schriftzug untergebracht ist, der aber ansonsten die Optik nur ein wenig stört.

Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Rückseite ist, wie bei vielen anderen Geräten, mit Glas überzogen und sorgt dafür, dass sich das Smartphone wie ein Premium-Gerät anfühlt. An der Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden. Auch das Design geht in Ordnung. Durch den mittlerweile von anderen Geräten des Herstellers bekannten Rahmen um die Dualkamera hat das Smartphone einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Fingerabdruckscanner sitzt bündig darunter und ist mit dem Zeigefinger gut zu erreichen.

Abseits der sehr guten Verarbeitung wird aber sehr schnell klar, warum das Nokia 7.1 kein Herausforderer der Spitzenklasse wird: Zum einen ist das Gerät nicht wasserdicht, zum anderen könnt ihr es trotz der gläsernen Rückseite nicht kabellos aufladen. Außerdem dient die Aussparung lediglich als Herberge für die Frontkamera und Co  - eine Gesichtserkennung bietet das Nokia-Gerät aber nicht.

Wie steht es um die Leistung?

Die 5,84-Zoll-Bildschirmgröße ist etwa so groß wie beim iPhone XS. Mit einem Seitenverhältnis von 19:9 ist das Smartphone gleichzeitig schmal genug, um es mit einer Hand zu halten und zu bedienen. Der Bildschirm macht insgesamt einen guten Eindruck. Das 5,84 Zoll große LC-Display löst mit 2280 x 1080 Pixeln auf. Manche Konkurrenten bieten hier mehr, aber auch beim Nokia 7.1 reicht es für ein farbenfrohes, scharfes Bild - helles Sonnenlicht macht dem Bildschirm allerdings etwas zu schaffen, aber das trifft auch bei vielen teureren Geräten zu.

Außerdem unterstützt das Nokia 7.1 HDR 10. Schaut ihr euch also unterwegs einen entsprechenden Film an, beispielsweise über Netflix oder YouTube, könnt ihr euch auf Bilder mit einem besonders hohen Farbumfang und starken Kontrasten freuen. Außerdem konvertiert der Bildschirm automatisch Inhalte aus der Standard-Darstellung nach HDR - mit beeindruckenden Ergebnissen: Das Bild sieht definitiv besser aus. Für Video-Fans ist das Nokia 7.1 eine echte Empfehlung, erst recht wenn Ihr auf der Suche nach einem günstigen Smartphone seid. Denn HDR fand man lange nur bei Flaggschiff-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S9.

Ansonsten sticht das Nokia 7.1 leistungstechnisch nicht allzu sehr heraus. Im Inneren taktet mit dem Qualcomm Snapdragon 636 ein Prozessor, der nicht zur Leistungsspitze gehört. Dazu verbaut der Hersteller drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Kombination reicht für die meisten alltäglichen Aufgaben, also das Verschicken von Nachrichten per WhatsApp und das Surfen im Internet. Beim Spielen von grafisch aufwendigen Games in 3D kommt aber an seine  Grenzen.

Was kann die Kamera?

Neben dem brillantem HDR-Display punktet das Nokia 7.1 auch in Sachen Kamera. Die Dualkamera setzt sich aus einem 12- und einer 5-Megapixel-Sensor zusammen und bietet die üblichen Tricks. Heißt: Ihr könnt mit dem Smartphone Porträt-Aufnahmen machen, bei denen der Hintergrund unscharf und das Objekt oder die Person im Vordergrund scharf hervorgehoben wird. Diesen Tiefenschärfe-Effekt könnt ihr auch nachträglich noch anpassen. Das hat in unserem Test sauber funktioniert. Insgesamt werden Farben und Kontraste sehr gut wiedergegeben.

Außerdem könnt ihr in Verbindung mit der 8-Megapixel-Frontkamera sogenannte Bothies, also zeitgleiche Bilder von beiden Kameras, aufnehmen und auf Wunsch als Video auch live streamen. Obwohl das Nokia 7.1 keine Gesichtserkennung zum Entsperren bietet, gibt es eine künstliche Intelligenz, die dafür sogt, dass euer Gesicht besser erkannt wird. So könnt ihr Selfies mit passgenauen animierten Filtern und Masken aufpeppen. Ich habe mir mit der App eine Panda-Maske aufgesetzt - wer auf diese Art von Spielereien steht, ist hier sicherlich gut bedient. Viele Motive stehen allerdings nicht zur Auswahl. Wieder mit an Bord ist der Profimodus in der Kamera-App, mit dem ihr auf Wunsch viele Parameter, etwa die Belichtungsdauer oder den Weißabgleich selbst einstellt.

Das Nokia 7.1 ist mit 32 GB Speicher ausgestattet. Braucht ihr mehr Platz, könnt ihr per microSD-Karte bis zu 400 GB nachrüsten. Dann nehmt ihr euch allerdings die Möglichkeit, das Smartphone mit zwei SIM-Karten gleichzeitig zu nutzen. Der Akku bietet eine Kapazität von 3060 mAh. Dank einer Schnellladefunktion ist er innerhalb von 30 Minuten von 0 auf 50 Prozent aufgeladen und bringt das Smartphone bei typischer Nutzung gut über den Tag.

Das Nokia 7.1 startet mit Android 8.1 Oreo, aber HMD Global verspricht ein Update auf Android 9.0 Pie bis Ende November.  Als Android-One-Modell sind dem 7.1 noch das Update auf Android Q sowie drei Jahre lang Sicherheitsupdates garantiert.

Fazit: Mittelklasse-Phone für Video-Fans

Das Nokia 7.1 ist ein solides, aber eher unspektakuläres Android-Telefon. Glasrückseite, Notch und Android One mit den garantierten Updates gibt es schließlich auch anderswo. Zum Beispiel beim sehr ähnlich aussehenden Motorola One, das es bereits ab 299 Euro gibt. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Nokia 7.1 liegt bei 339 Euro. Allerdings liefert seine Kamera äußerst ansprechende Ergebnisse, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Und der HDR-Modus zaubert auch bei gewöhnlichen Youtube-Videos brillante Farben auf das Display.

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