Nokia 8 Sirocco im Test: Das edle Android-Smartphone

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Das Nokia 8 Sirocco
Das Nokia 8 Sirocco(© 2018 CURVED)

Mit den jüngsten Android-Modellen hat HMD Global die Smartphones mit dem Nokia-Schriftzug quasi neu erfunden. Beim aktuellen Nokia 8 Sirocco hat sich der Mobile-Vorreiter in Sachen Design und Funktionen einiges einfallen lassen, um aus der Reihe zu tanzen.

Wer bei Nokia immer noch den klassischen Handy-Knochen oder die Windows Phone-Episode im Kopf hat, wird beim neuesten Modell von HMD Global nicht schlecht Staunen. Seit rund einem Jahr setzt man auch bei Nokia auf Android. Und eines ist sicher: Mit dem Nokia 8 Sirocco legt das finnische Unternehmen auf jeden Fall ein besonderes Smartphone vor.

Edles Design, kompaktes Format

Es fängt schon beim auffälligen Format an: Während die meisten Hersteller ihre Geräte in die Länge ziehen, misst das Nokia 8 Sirocco an der langen Seite lediglich 140 Millimeter. Zum Vergleich: Apples iPhone 8 Plus kommt auf etwas über 158 Millimeter. Mit einer Breite von 73 Millimetern ist es dagegen nur geringfügig schmaler als Apples Gerät (78,1 Millimeter), das 5,5 Zoll Display kommt in einem Seitenverhältnis von 16:9.

Auch im Design hat man einiges anders gemacht, als die Hersteller gängiger Modelle: Schon der Zusatz "Sirocco" ist ein Verweis auf Nokias gleichnamiges Edel-Handy aus dem Jahr 2007, das mit einem 18 Karat vergoldeten Edelstahlgehäuse beeindrucken sollte. Im Jahr 2018 hält man es allerdings etwas dezenter, das Gerät wird von einem ebenso schlichten wie schicken Edelstahlrahmen eingefasst, während Vorder- und Rückseite aus robustem Gorilla Glass bestehen.

Ähnlich wie Samsungs Galaxy Edge wölbt sich das Deckglas an allen vier Seiten zum Rahmen hin, die Tasten sind in den schmalen Edelstahlrahmen eingelassen. Auf der Rückseite findet sich zudem ein Fingerabdrucksensor. Insgesamt liegt das Nokia 8 Sirocco angenehm in der Hand und lässt sich aufgrund seiner kompakten Maße beinahe noch einhändig bedienen.

Das Display überzeugt mit knackigen Farben, am gewölbten Rand nimmt die Brillanz allerdings ab. Besonders auffällig: Bei weißem Hintergrund zeigt sich in der Wölbung an beiden Seiten ein leichter Blaustich. Grundsätzlich aber kann das 5,5 Zoll-Display mit der gängigen Quad-High-Definition-Auflösung von 1440 x 2560 Pixel durchaus überzeugen.

Kamera Highlight: Zeiss-Objektive und Pro-Modus

Das zugrundeliegende Betriebssystem ist Android 8.1 Oreo. Nokia setzt beim Sirocco auf Android One, die Stock-Version der Firmware ohne zusätzliche Apps und andere Anpassungen. Ärgerliche Dopplungen von Apps mit gleicher Funktion, die sich meist auch nicht deinstallieren lassen, gibt es hier nicht - Bloatware adé! Neben der längeren Akkulaufdauer punktet Android One zudem mit dem Vorteil, dass Updates schon kurz nach Release ausgespielt werden.

Als Highlight für Foto-Fans sind im Nokia 8 Sirocco Objektive des Optik-Spezialisten Zeiss verbaut: Auf der Hinterseite sitzt eine Dual-Kamera mit 12 beziehungsweise 13 Megapixel, die einen zweifachen optischen Zoom ermöglicht, mit dem die Motive auch beim Vergrößern noch scharf abgelichtet werden. Auch der beliebte Bokeh-Effekt mit scharfem Vorder- und unscharfem Hintergrund lässt mit diesem Setup problemlos erzielen. Bei Tageslicht hat das Sirocco keine Probleme, bei wenig Licht zeigt sich allerdings etwas Bildrauschen.

Der Kamera-App hat Nokia passend zu den Spezial-Linsen neben den Standards (HDR, Panorama, Zeitlupe, Zeitraffer) auch einen Pro-Modus spendiert. Damit lassen sich manuell Einstellungen justieren, beispielsweise Weißabgleich, Fokus, ISO, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur. Besondere Spielerei: Im Bothie-Modus werden Front- und Hauptkamera gleichzeitig ausgelöst. Beide Bilder montiert die App wahlweise als Split-Screen oder als Bild im Bild. Doch damit nicht genug, auch Bothie-Videos sind möglich. In die Kategorie "nette Spielerei" fällt definitiv die Option für 360 Grad-Surround-Sound, der über die drei Mikrofone des Smartphones aufgenommen wird. Bei der Kamera an der Frontseite muss man wie bei den meisten Geräten einige Abstriche machen, für ordentliche Selfies bei angemessener Ausleuchtung reicht die Ausstattung allemal.

Etwas knauserig zeigt sich HMD Global allerdings in Sachen Prozessor – hier wurde lediglich das Modell des letzten Jahres verbaut, ein Snapdragon 835. Dafür gibt's aber großzügige 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und einen internen Speicher von 128 GB. Einen zweiten Steckplatz für eine zusätzliche SIM- oder eine microSD-Karte sucht man hingegen vergeblich und auch bei den Verbindungsmöglichkeiten gibt sich das Sirocco zugeknöpft: Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer gibt es nicht, dafür gehört ein Set anständige USB-C-Kopfhörer ebenso zum Lieferumfang wie eine transparente Schutzhülle und ein Schnellade-Netzteil. Zudem unterstützt das Phone den Ladestandard Qi, das passende Zubehör fürs kabellose Aufladen muss man sich allerdings selbst zulegen.

Mit Blick auf die Leistung des Phones ist die Kapazität des Akkus mit 3260 mAh auf jeden Fall angemessen. Das Teil ist fest verbaut und lässt sich somit nicht austauschen. Trotz des nicht mehr ganz aktuellen Prozessors läuft das Smartphone insgesamt sehr flüssig und schnell - nicht zuletzt dank der abgespeckten Firmware. Auch grafisch anspruchsvolle Games laufen ohne Ruckler. Der Antutu-Benchmarktest bestätigt diese Einschätzung: Mit einem Score von 208544 Punkten lässt das Gerät so einige Mitbewerber hinter sich.

Fazit

Das Nokia 8 Sirocco möchte gerne das etwas andere Smartphone sein - und das ist es auch. In Sachen Formfaktor und Design haben sich die finnischen Ingenieure einiges einfallen lassen, um sich schon auf den ersten Blick von der Masse abzuheben: Ein 5,5 Zoll Display im kompakten 16:9 Format und gewölbte Vorder- UND Rückseite sorgen für den ultimativen Wiedererkennungswert. Foto-Fans können sich über leistungsfähige Zeiss-Objektive und eine Kamera-App mit vielen Optionen und Spielereien freuen. Das Display brilliert mit satten Farben und trotz des angejährten Prozessors laufen Apps und auch grafisch anspruchsvolle Spiele laufen ohne Probleme.

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