Nokia Sleep im Test: Schläfchen zählen

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Nokia Sleep trackt Schlafphasen, Puls und sogar Schnarchen.
Nokia Sleep trackt Schlafphasen, Puls und sogar Schnarchen.(© 2018 CURVED)

Jeder Activity Tracker zeichnet inzwischen die verschiedenen Schlafphasen einer Nacht auf, sei es über Bewegungssensoren oder die Herzfrequenzmessung am Handgelenk. Wozu braucht es da noch spezielle Schlaf-Tracker wie Nokia Sleep? Zum Beispiel, um ein für alle mal zu belegen, dass der Partner eben doch schnarcht. Oder um das smarte Schlafzimmer zu steuern. Wir haben es getestet.

Nokia Sleep ist nicht größer als ein Handtuch und wird auf Brusthöhe quer unter die Matratze gelegt. Wie es der smarten Matte mit so viel Federkern beziehungsweise Schaumstoff dazwischen noch möglich sein soll, den Puls des Schlafenden zu überwachen? Das war auch mir ein Rätsel. Aber es funktioniert: Ein sehr empfindlicher Drucksensor erfasst drei Hauptsignale: Bewegung, Herzfrequenz und Atemfrequenz. Ich habe die Prinzessin auf der Erbse gespielt und mich auf der smarten Matte gebettet.

Der Test über mehrere Nächte zeigt: Tatsächlich ermittelt Nokia Sleep meinen Ruhepuls –den mein Fitnesstracker auch so bestätigen kann. Liegt die Schlafmatte, muss man sie nur noch mit der App "Nokia Health Mate" koppeln und mit dem WLAN verbinden. Hier blinkt, summt oder vibriert nichts und ich spüre die Matte unter der Matratze auch nicht. Einzig und allein das Kabel erinnert daran, dass da noch ein Gadget über meinen Schlaf wacht.

Wie man sich bettet, so liegt man: Was gibt es zu beachten?

Wer alleine im Doppelbett liegt, sollte Nokia Sleep mittig platzieren. Ich dachte, ich bleibe nachts auf meiner Seite, aber das Gadget belehrt mich eines Besseren. Übrigens kann es sich auch immer nur auf eine Schlafmütze konzentrieren: Zwei Tracker benötigen allerdings zwei Steckdosen, denn die Matte muss nachts an das Stromnetz angeschlossen sein. Nokia weist darauf hin, dass Sleep nur bis zu einer Matratzenstärke von 10 bis 40 cm getestet wurde und mit Wasser- oder Luftbetten nicht kompatibel ist.

Wie war die Nacht? Nokia Sleep bringt Licht ins Dunkel

Dank der WLAN-Verbindung synchronisiert sich Nokia Sleep einige Minuten nach dem Aufstehen automatisch mit der App: Hier sehe ich eine Grafik meiner Schlafzyklen von leichtem Schlaf über Tiefschlaf, REM-Schlaf, Wachphasen bis hin zu der Zeit, die ich zum Einschlafen und Aufstehen benötigte, und wann ich geschnarcht habe. Mit einem übersichtlichen Ampelsystem bewertet Nokia meine Schlafqualität – und bestätigt, was ich bereits ahnte: Ich schlafe mit nur sechs Stunden zu wenig, weil ich meistens zu spät ins Bett gehe. Da fallen mir auch sofort die Augen zu und ich schlafe mal mehr und mal weniger tief durch. Schnarchen ist zum Glück kein Thema für mich, das weiß ich nun. Falls doch, tröstet die App: "Keine Sorge, Schnarchen ist ab einem gewissen Alter normal." Dazu gibt Nokia mit dem Programm "Smarter schlafen" Tipps für eine bessere Schlafhygiene, also wie man eine geeignete Umgebung schafft und seine Gewohnheiten optimiert. Auch die Herzfrequenz hat das Schlaf-Gadget auf dem Schirm und warnt auch, wenn diese zu hoch ist. Einzig und allein wenn es ums Aufstehen geht, scheint Nokia Sleep zu pennen: Ich stehe alles andere als nach 0 Minuten sofort auf! Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nochmal rüber auf die andere Bettseite gerollt...

Fazit: Nokia Sleep ist genauer als ein Activity Tracker

Unterm Strich ist Nokia Sleep ein praktisches, unauffälliges Gadget für alle, die sich durch eine bessere Schlafqualität gesund und fit halten wollen – und vielleicht nachts keine Armbänder tragen mögen. Gegenüber einem Activity Tracker bringt die smarte Schlafmatte auch einige Vorteile: Sie sammelt nicht nur Schlafdaten, sondern wertet diese aus und gibt Tipps, wie man besser schläft. Diese werden immer konkreter, je länger man Nokia Sleep nutzt. Außerdem trackt das Tool Schnarchen sowie die Herzfrequenz, was vor allem für ältere Nutzer sehr hilfreich sein kann.
Darüber hinaus fungiert die smarte Matte als Schalter für Thermostate und Glühbirnen, wenn man sein Schlafzimmer smart gestalten möchte und es zum Beispiel beim Aufwachen gern automatisch warm und hell hat oder den Wetterbericht hören möchte. Die IFTTT-Steuerung habe ich allerdings noch nicht getestet. Hinlegen und Aufstehen können hier als Auslöser für bestimme Szenarien in der Smart Home Umgebung eingerichtet werden. Dafür können Nutzer zahlreiche Mini-Apps durchsuchen, die bereits von anderen IFTTT-Usern erstellt wurden, oder ihre eigene Anwendung kreieren. Nokia Sleep funktioniert auf Smartphones ab iOS 10 und Android 5 und kostet rund 100 Euro.

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