Nvidia Tegra Note 7 im Test: Lieber spät als nie

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Nvidia Tegra Note 7
Nvidia Tegra Note 7(© 2014 CURVED)

Der Grafikkarten-Hersteller tummelt sich schon seit geraumer Zeit in zahlreichen Mobile Devices herum. Das Google Nexus 7 der ersten Generation und auch das HTC One X+ wurden etwa von Nvidias Tegra 3 Chip befeuert. Nun hat mit dem Tegra Note 7 ein Tablet vorgelegt, das demonstrieren soll, was der eigene Chip kann. Aber reicht das, um die Konkurrenz zu ärgern? Wir haben das Evga Tegra Note 7 getestet. 

Nvidia ist in Dauergast bei Smartphone- und Tablet-Nutzern: Die bekanntesten Geräte,  die mit Nvidias Tegra 4-Chips arbeiten, sind das Asus Transformer Pad TF701T und das Xiaomi Mi3. Um die eigene Tegra 4-Plattform zu pushen, wurde schon das Android Gaming Handheld Shield aus dem Boden gestampft. Da dieser aber ein sehr spezielles Endgrät ist, gibt es nun auch ein Tablet auf Basis des Tegra 4-Chipsatz. Das Tegra Note 7 wird von zwei Grafikkarten-Partner von Nvidia, Evga und Gigabyte, in Deutschland vertrieben.

Das Note 7 ist als kleines, kompaktes 7-Zoll-Tablet positioniert, das als Bonus auch über einen Stylus für Notizen und Zeichenaufgaben verfügt, und auch als Gamecontroller genutzt werden kann. Natürlich will Nvidia mit dem Note 7 die Gamer ansprechen, schließlich Nvidia lebt von seinem großartigen Ruf in der Gamer-Szene .

Enstprechend und so ist es auch kein Wunder, dass das Tegra Note 7 von zwei Grafikkarten Hersteller verkauft wird, namentlich Evga und Gigabyte . Beide Produkte sind sich absolut identisch und unterscheiden sich nur durch das Logo auf der Rückseite, Verpackung und auch dem Lieferumfang.

Design und Haptik

Das Tegra Note 7 wirkt wie ein HTC One auf Steroid, denn wie beim HTC Smartphone hat sich Nvidia beim Note 7 dafür entschieden, die Lautsprecher nach vorne auszurichten. Dass diese Ausrichtung sinnvoll ist, hat HTC mit seinem One M7 und M8 bewiesen. Das Sound-Erlebnis ist bei dieser Ausrichtung natürlich intensiver und besser als bei anderen Tablets, deren Lautsprecher auf der Rückseite des Tablets angebracht sind.

Die Rückseite ist eine Mischung aus unterschiedlichen Strukturen und Materialen. Matter Kunststoff ist mit einem schmalen Klavierlackband verbaut, während mittig eine Nexus 7 ähnliche perforierte Softtouch-Oberfläche geboten wird. Das Ganze sieht sehr stylisch aus, aber leider ist die Verarbeitung des Tegra Note 7 nicht die beste. Es knarzt und quietscht leise, wenn man das Tegra Note 7 am Rand anpackt oder etwas fester auf das Display drückt. Hier muss wohl Nvidia und seine Partner noch an der Verarbeitungsqualität arbeiten.

Display: klares und knackiges Bild

Anders als das auch von uns getestete Medion LIFETAB S7852 geizt Nvidia bei seinem 7 Zoll-Tablet nicht beim Display. Das hier verbaute eine Display löst immerhin mit 1.280 x 800 Pixel auf. Das ist zwar weniger scharf als bei einem Google Nexus 7 2013 oder gar einem iPad mini Retina, dafür verursacht die Auflösung des Tegra Note 7 – anders als das Lifetab – keine Kopfschmerzen.

Leistung: ein Entertainter zum Mitnehmen

Das Tegra Note 7 kommt mit der Power von einem 4-Plus-1-Kern-Prozessor und einer Grafikeinheit, die unglaubliche 72 Kerne hat. Interessant: Beim Vierkern-Prozessor wurde ein zusätzlicher Kern implantiert; dieser zusätzliche, stromsparende Kern bedient wenig rechenintensive Aufgaben wie das Lesen von E-Books, Mailschreiben oder das Lesen einer Webpage.

Wird eine rechenintensive App wie ein Spiel oder eine Videoaufzeichnung mit der Kamera gestartet, schalten sich die vier Hauptkerne des Prozessors ein und übernehmen die Arbeit mit voller Leistung. Man kann sich das ganze Prinzip ähnlich der Zylinderabschaltung beim Auto vorstellen. Fährt man gleichmässig mit 50 km/h, dann braucht man nicht alle Zylinder für den Vortrieb – das spart Benzin. Erst wenn man wieder aufs Gaspedal tritt, um zu beschleunigen, werden alle Zylinder aktiv, verbrennen dann aber auch mehr Sprit.

Nvidia will mit dem 4-Plus-1 Prozessorkern nach dem gleichen Prinzip Strom sparen. Man benötigt beim täglichen Umgang mit seinem Tablet nicht immer die volle Rechenleistung, da man also Teile der CPU abschalten kann, um so die Laufzeit einer Akkuladung zu verlängern. Sind alle Kerne aktiv, ist die Power des Note 7 von Nvidia mehr als ausreichend, um die neusten Spiele ruckelfrei zu genießen. Auch Videos spielt das Tegra Note 7 bis zu Full HD problemlos und ohne zu stottern ab. Für längeren Spass unterwegs hat Nvidia zum Glück daran gedacht, einen microSD-Karten-Slot miteinzubauen, so dass man den internen Speicher von 16 GB um weitere 32 GB erweitern kann.

Kamera: innen Pfui, außen ok

Das Tegra Note 7 zwei Kameras daher: Die Hauptkamera auf der Rückseite des Tablets schiesst Bilder mit bis zu 5 Megapixeln und zeichnet Videos in Full HD auf. Nvidia hat eine eigene Kamera-Software dafür entwickelt, um die Leistung des  Tegra-Chip besser nutzen zu können. Die Always-On-HDR-Funktion ist ein nettes Gimmick, aber soll anscheinend auch über die Schwächen der Kamera in schwacher Lichtumgebung hinwegtäuschen.

Schön ist sicher, dass der Anwender dank der Power des Chips und der Always-On-HDR-Funktion eine High Dynamic Range im Livebild sieht und somit eine Art „What you see is what you get“ erhält. Diese Funktion ist sogar bei der Videoaufzeichnung nutzbar. Im Großen und Ganzen ist die Kamera nutzbar und hatte nette Spielereien in der Software, aber es ist kein Wunderwerk.

Stifteingabe: nützlicher Stylus

Auch wenn Steve Jobs mal gesagt hat, dass ein Stylus auf einem Touch-Device nichts zu suchen hat, so gibt es in einigen Anwendungen doch ein Nutzen für den Stift. Wenn man einmal schnell Notizen in einen Artikel machen, einen Screenshot oder Ähnliches einfügen möchte, dann ist der Stylus tatsächlich hilfreich. Auch beim Zeichnen gibt es einfach kein Instrument, das besser für die Aufgabe geeignet wäre als ein Stylus bei einem Touch-Device, was auch Samsung schon früh erkannt und mit der Galaxy Note Serie erfolgreich etabliert hat.

Nvidia folgt nun Samsung und stattet das eigene Tegra Note 7 auch mit einem Stylus aus. Anders als bei Samsung-Tablets wird der Eingabe-Druck bzw. die  Auflagefläche des Stylus erkannt ist und eine zu dicke Eingabe dadurch entsprechend angepasst. Bei passiven Stiften wird zwar die Eingabe erkannt, aber nicht die Auflage des Stiftes oder der Druck. Nvidias DirectStylus Technologie gibt einem fast schon das Gefühl, ein wesentlich teureren Digitalisierungs-Brett wie von Wacom vor sich zu haben.

Dauerläufer: dank einiger Einstellungsmöglichkeiten

Der Akku im Tegra Note 7 ist mit einer Kapazität 4.100 mAh gut gewählt. Mit diesem Akku schafft das Note 7 locker 1,5 bis 2 Tage ohne einen Besuch an einer Steckdose. Um noch etwas mehr Laufzeit herauszupressen, kann man in den Einstellungen noch ein paar Stromsparmaßnahmen aktivieren. So lässt sich das Display und auch die Gesamtleistung des Tabletts herunterfahren, um noch ein Quentchen mehr Laufzeit zu erkaufen. Diese Option kann sicherlich hilfreich sein, wenn man länger unterwegs ist, ohne die Möglichkeit das Note 7 von Nvidia aufzuladen.

Fazit: erstklassig in der Technik, zweitklassig in der Verarbeitung

Technisch gesehen ist das Nvidia Tegra Note auf Augenhöhe mit dem Google Nexus 7 2013, mit dem Vorteil, dass es über einen druckempfindlichen Stylus und Stereolautsprecher verfügt, die auf den Nutzer des Tablets ausgerichtet sind. Leider ist die Verarbeitungsqualität aber nur zweitklassig. Das Tegra Note 7 knarzt und quietscht an gewissen Stellen.

Das verwendete Material besteht zum Großenteils aus Plastik; Fingerabdrücke hinterlassen überall ihre Spuren. Als Wiedergutmachung hat Nvidia und seine Partner Evga und Gigabyte den Kaufpreis für ein Tegra Note 7 auf knapp unterhalb von 200 Euro angesetzt. Bei solch einem Preisniveau kann man die schlechtere Verarbeitung und die billige Haptik verschmerzen.


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