Oculus Go im Test: Startschuss zum erschwinglichen VR-Einstieg

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Zurückgelehnt durch Zeit und Raum: Die Oculus Go beamt den User geradewegs in faszinierende virtuelle Welten
Zurückgelehnt durch Zeit und Raum: Die Oculus Go beamt den User geradewegs in faszinierende virtuelle Welten(© 2018 CURVED)

Mit der Oculus Go legt Facebooks Tochterunternehmen eine günstige Stand-alone-Lösung zum Einstieg in faszinierende VR-Welten vor. Goldener Mittelweg oder fauler Kompromiss? Wir haben das Gerät getestet.

VR-Fans hatten bis vor kurzem nur zwei Optionen: Entweder die kostspieligen Headsets, die mit einem leistungsstarken Computer verdrahtet werden müssen, oder die günstigen VR-Brillen, die nur mit ausgewählten Smartphones funktionieren. Mit der Oculus Go ist nun ein erschwingliches Stand-alone-Gerät auf dem Markt.

Der erste Eindruck: Das rund 470 Gramm schwere, gepolsterte und mit Stoff bezogene Headset sitzt angenehm und lässt sich mit drei verstellbaren Stoffriemen justieren. Lediglich um die Nase herum fällt etwas Licht ein, was im laufenden Betrieb allerdings kaum auffällt. Für den Stereo-Sound sitzen an den seitlichen Bügeln zwei Lautsprecher. Klangwunder darf man hier zwar nicht erwarten, im Testbetrieb erwies sich der Sound aber als völlig ausreichend. Wer mag, kann auch eigene Kopfhörer anschließen.

WQHD, aber ein leichter Fliegengittereffekt

Die speziell entwickelten Linsen ermöglichen ein komfortables Sichtfeld von 100 Grad – das reicht für einen realistischen Rundumblick. Das 5,5 Zoll Display liefert mit einer Auflösung  von 2560x1440 Pixel ansehnliche Bilder, etwas Flimmern und ein leichter Fliegengittereffekt lassen sich allerdings nicht wegdiskutieren. Bei der Speicherkapazität hat man die Wahl zwischen einer Version mit 32 Gigabyte (GB) für rund 220 Euro und einer Variante mit 64 GB für etwa 270 Euro, Speichererweiterungen sind nicht möglich. Der Akku hat bei Spielen Power für 1,5 bis 2 Stunden, schaut man lediglich Videos, hält er 2 bis 2,5 Stunden.

Mit umgeschnalltem Gerät sieht man sich nahtlos im 3D-Raum um, während man mit dem Controller steuert. Er liegt gut in der Hand, mit Daumen und Zeigefinger navigiert man bequem und fließend durch Menüs, ebenso wie durch die 3D-Welten. Die Position im Raum wird allerdings nicht getrackt – man kann also getrost auf seinem Stuhl sitzenbleiben, für das 360-Grad-Erlebnis am besten auf einem Drehstuhl. Auch die virtuelle Tastatur lässt sich mit dem Controller präzise bedienen.

Musikvideos, 360-Grad-Clips und VR-Games

Die Brille funktioniert ohne weitere Kabel und Hilfsmittel, lediglich für die erste Einrichtung braucht man die Oculus-App auf dem Smartphone. Hier benötigt man mindestens Android 6.0 oder iOS 10.

Und wie sieht das Angebot aus? Der Oculus-Store hat einiges in Petto: Animierte 360-Grad-Filme und -Szenerien, von der Achterbahnfahrt bis zur Unterwasserwelt, Musikvideos aus der Rundumperspektive sowie VR-Spiele und Social Apps. Bei den kurzen kostenlosen Clips mit einer Laufzeit von bis zu sechs Minuten  handelt es sich meist um Angebote renommierter Player der TV- und Entertainment-Branche wie Discovery, BBC oder Disney.

Zum Einstieg empfiehlt sich zunächst ein Trip durch die kostenlosen Dienste. Daneben gibt es auch kostenpflichtige Angebote, leider allerdings ohne Vorschau-Möglichkeiten. Zumindest im Gratis-Bereich wirken einige Clips wie Demos, die vor allem auf den schnellen Effekt setzen. Und auch beiden Games sucht die ganz großen Blockbuster noch vergeblich. Dafür ist immerhin Netflix dabei und zeigt sein Programm auf einem virtuellen Riesenscreen.

Fazit

Alles in Allem steht die Oculus Go für einen unkomplizierten (relativ) kostengünstigen und Einstieg in die VR-Welt, der mit Sicherheit den einen oder anderen Wow-Effekt beschert. Als solides Gadget mit leichten Schwächen in der Darstellung ist sie in erster Linie ein Versprechen in die Zukunft: Mit noch mehr und noch wertigeren Inhalten macht der VR-Trip in Zukunft bestimmt noch mehr Spaß!

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