Okami HD für PS4 im Test: Der Wolf im 4K-Pelz

Erstmals erstrahlt Okami nun in knackscharfen 4K.
Erstmals erstrahlt Okami nun in knackscharfen 4K.(© 2017 Capcom)

Ursprünglich erschien "Okami" im Jahr 2006 für die Playstation 2, für die PS3 kam später eine Version in 1080p. Und nun feiert der verkannte Geniestreich sein Debut auf der Playstation 4, dem PC der Xbox One – natürlich im zeitgemäßen 4K-Gewand. Wir haben den Test für euch der PS4-Version.

Es gibt wohl kaum ein Spiel mit einer Durchschnittsbewertung von 90%, das weniger Beachtung fand, als "Okami". Sogar ins Guinessbuch der Rekorde hat es "Okami" mit einer zweifelhaften "Höchstleitung" geschafft: Denn trotz vieler Auszeichnungen als "Spiel des Jahres" blieb "Okami" weit hinter den zu erwartenden Verkaufserfolgen zurück – und zwar so weit wie noch kein ausgezeichnetes Spiel vorher. Auf der Suche nach neuem Publikum gewährt Hersteller Capcom dem Cel-Shading-Abenteuer – und euch – eine neue Chance auf Playstation 4 und Xbox One.

Ein japanisches Märchenbuch

Die Geschichte und Handlung von "Okami" entstammt einer Verflechtung vieler Sagen Erzählungen aus der japanischen Mythologie. Ihr übernehmt die Rolle der Shinto-Sonnengöttin "Amaterasu", die als vielseitige Wölfin wieder für ein blühendes Land sorgen muss. Denn eine seit Jahrhunderten schlafende Dunkelheit ist erwacht und überzieht Japan mit Schrecken – das ruft einen Schutzgeist auf den Plan, der Amaterasu darum bittet, den Kampf gegen die Dämonen der Finsternis aufzunehmen. Zusammen mit dem Sidekick Issun, einem kleinen frechen Geist, macht sich die Wölfin daran, Nippon wieder zu seiner ursprünglichen Schönheit zu verhelfen.

Gewinnt ihr die Liebe der Tiere, winken wertvolle Erfahrungspunkte.(© 2017 Capcom)

Dabei ist das Spielgeschehen viel bunter und hübscher, als es die düstere Vorgeschichte vermuten lässt. "Okami" trieft geradezu vor japanischer Tradition und den damit verbundenen Märchen und Geschichten. Zusammengewoben mit dem Gameplay eines klassischen Action-Abenteuers und der wunderschön anzusehenden Optik im Stile japanischen Tusche-Zeichnungen wird das Spiel zu einem mehr als ansehnlichen und äußerst zeitlosen Web-Teppich.

Der optische Charme, der von "Okami" ausgeht, ist wirklich einzigartig.(© 2017 Capcom)

Trotz seiner traditionellen Wurzeln im erzählerischen Bereich des Spiels, geben sich die euch begleitenden Spielmechaniken alles andere als veraltet. Ein Feature, das das Spiel absolut einzigartig macht ist der Einsatz eures göttlichen Pinsels. Mit seiner Hilfe kann Amaterasu nicht nur die Zeit anhalten, sondern die eingefrorenen Szenarien als Grundlage für viele weitere Aktionen mit mit Malwerkzeug nutzen. Per Ministick schwingt ihr den Pinsel um die Gegebenheiten in der Umwelt zu verändern, Gegenstände herbeizuzaubern oder Gegner zu bekämpfen. Die Spielumgebung im Look einer altertümlichen japanischen Tuschezeichnung ist also alles andere als Makulatur und wie es sich für eine Gottheit gehört, fügt Amaterasu diesem Bild Dinge hinzu und entfernt andere. Die zauberhafte Ästethik und das Gameplay werden in "Okami" so auf ganz wundersame Weise zusammengebracht wie man es nur von sehr wenigen Spielen kennt.

Wie könnt ihr dem verliebten Brückenwächter wieder zu den hier notwendigen Feuerpfeilen verhelfen? Die Rätsel haben es stellenweise schon in sich.(© 2017 Capcom)

Ingesamt stehen euch im Spielverlauf 13 verschiedene Mal-Techniken zur Verfügung, die ihr nach und nach lernen müsst. Die neuen Pinsel-Fähigkeiten setzt ihr zur Fortbewegung, zum Lösen knackiger Rätsel und zum Kampf gegen die Unholde der Finsternis ein. Malt ihr zum Beispiel die Konturen einer Sonne in den nächtlichen Himmel, wird es urplötzlich Tag. Wiederholt ihr diesen Vorgang nochmals, findet ihr euch im fahlen Licht der Vollmonds wieder. Mit einer flinken Pinselbewegung sorgt ihr für einen Windstoß und die vielen Bäume in der Spielumgebung warten nur darauf mit solch einem zarten Hauch von euch bedacht zu werden.

Genau wie in einem Spiel der "Zelda"-Serie werden die neuen Moves für euren Pinsel oft in Verbindung mit dafür speziell gestalteten Rätseln präsentiert – und in den entsprechenden Dungeons ist das Fortkommen meist nur in Kombination mit dem neuen Muster gewährleistet. Letztlich fällt der dort hausende Endboss dann auch nur, wenn ihr eure neue Fähigkeit geschickt einsetzt. Denn auch in den Kämpfen sind die Techniken für den göttlichen Pinsel goldwert: Neben Schwertern, Energie-Peitschen und weiteren Waffen – die jeweils einen ganz eigenen Kampf- und Spielstil ermöglichen, zaubert ihr mit dem Pinsel hilfreiche Bomben herbei oder vollführt einen Kraft-Strich-Schlag aus, der nicht selten einen haarigen Kampf entscheiden kann.

Die zahllosen Auseinandersetzungen finden in kleinen begrenzten Arealen statt. Diese ermöglichen es euch dann auch, einen Kampf besonders schnell und mit möglichst wenig erlittenem Schaden hinter euch zu bringen – dann winken Belohnungen, die ihr später für den Erwerb höchst nützlicher Gegenstände einsetzen könnt. Nebenbei gilt es auch, die in der Spielwelt verstreuten Dojos zu besuchen. Nur dort ist es euch erlaubt neue Kampftechniken für Amaterasu zu erlernen – gegen klingende Münze, versteht sich.

Die Energie-Peitsche im Einsatz. Ein Zähler zeigt an, wie oft ihr hintereinander getroffen habt.(© 2017 Capcom)

Was den Inhalt und Umfang von "Okami" angeht, entspricht das Spiel exakt seiner ersten Inkarnation aus dem Jahr 2006. Diese optisch höchst ungewöhnliche aber sehr stimmige Pracht dann aber in einer nativen knallscharfen 4K-Auflösung zu genießen, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Es gibt wohl sehr wenige Spiele mit einem derart künstlerischen Ansatz, die sich – was die abgebildete Schönheit auf dem Bildschirm angeht – mit "Okami" messen können.

Letztlich ist aber auch "Okami" nicht ganz ohne einige nervige Elemente. Ein paar Bosskämpfe wiederholen sich, ohne damit einen bestimmten Sinn für das Spielgeschehen zu ergeben. Auch der dezent zähe und etwas zu behutsame Einstieg in Mechaniken und Story weicht erst später dem überraschenden und actiongeladenen Gameplay, das euch begleitet, bis nach ca. 60 Stunden die Credits über den Bildschirm flimmern.

Fazit: Zelda im Wolfspelz

Die Kohle reicht dieses Jahr nicht mehr für eine Nintendo Switch samt "Zelda"? Dann könnt ihr jetzt ganz beruhigt aufatmen. Denn für nur knapp 25 Euro bekommt ihr jetzt ein fast in jeder Hinsicht ebenbürtiges Spiel auf eurer Playstation 4, dem PC oder der Xbox One. Tut euch selbst einen Gefallen und schnappt euch "Okami", denn mit dem Release auf den aktuellen Plattformen zu diesem günstigen Preis, gibt es jetzt einfach keine Ausreden mehr, eines der wohl besten Spiele aller Zeiten nicht gespielt zu haben.

"Okami" ist ab dem 12. Dezember für die Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich und hat die Altersfreigabe "Ab 12 Jahren". Nachfolgend noch der aktuelle Launch-Trailer, der euch einen guten Eindruck vermittelt, was in der lebendiggewordenen Tusche-Zeichnung zu erwarten ist.


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