OnePlus 6T im Test: Fingerabdrucksensor im Display und bessere Nachtfotos

Kleinere Notch, ein Fingerabdrucksensor im Display und ein neuer Nachtmodus für die Kamera sind die auffälligsten Neuerungen des OnePlus 6T. Wir haben sie und den Rest des Smartphones ausprobiert. Der Test.

Eigentlich sollte die T-Variante von OnePlus-Smartphones nur ein Ausnahme sein, aber da sie jetzt im dritten Jahr in Folge erscheint, dürfen wir langsam von einem regelmäßigen Herbst-Update ausgehen. Auch in diesem Jahr ändert sich nur wenig gegenüber dem im Mai vorgestellten OnePlus 6. Die Neuerungen sind interessant, können aber nicht alle auf ganzer Linie überzeugen.

Kamera: Neuer Nachtmodus

Die Kamera des OnePlus 6T ist die gleiche wie im OnePlus 6: Eine Dualkamera mit einer Auflösung von 16 und 20 Megapixeln mit Zoom und Bokeh-Effekt. Die große Veränderung ist die Kamera-App, in der sich nun ein neuer Nachtmodus befindet, bei dem man das Smartphone ein, zwei Sekunden ruhig halten muss. Und dieser sorgt wirklich dafür, dass das OnePlus 6T nicht nur am Tage Fotos mit vielen Details und natürlichen sowie gleichzeitig kräftigen Farben aufnimmt. Wenn es dunkel ist, sehen die Aufnahmen des 6T deutlich besser als die vom OnePlus 6 aus und bewegen sich in einer Liga mit dem Pixel 3, iPhone Xs und dem Huawei Mate 20 Pro und P20 Pro. Das gilt nicht nur für den Nachtmodus, sondern teilweise bereits im Automatik-Modus, bei dem die Aufnahme deutlich schneller erfolgt.

Wer sich erst vor kurzem ein OnePlus 6 gekauft hat, muss sich aber nicht ärgern. OnePlus hat angekündigt, den Nachtmodus per Software-Update auch noch auf das OnePlus 6 zu bringen.

Die Frontkamera bleibt unverändert bei einer Auflösung von 16 Megapixeln. Profitiert aber ebenfalls von der neuen Kamera-App. Bei Dunkelheit sind die Selfies etwas heller und weniger weichgezeichnet. Es bleibt aber dabei, dass sie auf dem Smartphone-Display gut aussehen, aber nicht für eine größere Ansicht geeignet sind. Wenn es hell ist, bieten die Selfies dagegen viele Details, sind aber trotz HDR-Modus nicht ganz so farbkräftig wie die Hauptkamera, bieten aber ebenfalls einen Porträt-Modus mit extra unscharfem Hintergrund.

Display: Kleine Notch und Fingerabdrucksensor

Das OnePlus 6T wird einige Millimeter größer als das OnePlus 6. So misst sein Display jetzt 6,41 Zoll – statt 6,28 Zoll beim Vorgänger. Zwar nur ein kleiner Unterschied, aber mir kommt das "kleine" OnePlus 6 handlicher vor. Ansonsten gibt es an dem AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln in Sachen Farbwiedergabe, Helligkeit und Detailgenauigkeit nichts auszusetzen.

Positiv fällt auf, dass die Notch kleiner geworden ist. Die Aussparung am oberen Rand beherbergt nur noch die Frontkamera. Der Lautsprecher für den Ohrhörer ist nur noch ein schmaler Schlitz zwischen Display und Rahmen. Trotzdem bleibt die Notch eine Notch und ich bin froh, sie weiterhin ausblenden zu können. Damit das Display vollends zur Geltung kommt, kann man die Tasten auf dem Touchscreen zugunsten einer Gestensteuerung abschalten, an die man sich sehr schnell gewöhnt und die Tasten nicht vermisst.

Die Kamera in der Notch nimmt nicht nur Selfies auf, sondern entsperrt das OnePlus 6T auch über die Gesichtserkennung. Sie heißt Face Unlock und funktioniert sehr schnell und zuverlässig – zumindest solange es nicht sehr dunkel ist. Dann, aber auch wenn man nicht der Sicherheit der Gesichtserkennung vertraut, kann man eine weitere Neuheit des 6T verwenden. Im, beziehungsweise unterhalb des Displays, befindet sich ein Fingerabdrucksensor. Der ist allerdings nicht so schnell wie die herkömmlichen Sensoren und stellt auch deutlich höhere Anforderungen an eine genaue Platzierung des Fingers. Dies führte bei mir dazu, dass ich häufig alle zur Verfügung stehenden Versuche ausgeschöpft habe und einen Code zum Entsperren eingeben musste. Die neue Technologie funktioniert, ist aber noch nicht ganz ausgereift.

Der Fingerabdrucksensor im Display hat übrigens ein Opfer gefordert. Für den 3,5-mm-Kopfhöreranschluss war kein Platz mehr im OnePlus 6T. Passend zu dem neuen Smartphone sind aber die günstigen In-Ear-Kopfhörer OnePlus Bullets in einer USB-C-Version und kosten genauso viel, wie die Klinken-Variante.

Größerer Akku, Top-Hardware und aktuelle Software

Der Akku des OnePlus 6T hat mit 3700 mAh im Vergleich zum Vorgänger eine größere Kapazität. Die 400 mAh sorgen zwar nicht dafür, dass man das Smartphone bei typischer Nutzung zwei Tage lang benutzen kann, aber einen kompletten Tag hat man schon, bevor man wieder eine Steckdose suchen muss. Über den USB-C-Anschluss steht natürlich eine Schnellladefunktion zur Verfügung.

Mit dem Snapdragon 845 setzt OnePlus auch im 6T auf den aktuell leistungsfähigsten Chipsatz von Qualcomm. Je nach Modellvariante stehen sechs oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Aber bereits die kleine Version bietet genug Leistung für grafisch aufwändige Spiele und andere anspruchsvolle Apps. Das die Nutzeroberfläche flüssig läuft und herkömmliche Apps zügig starten, ist da quasi eine Selbstverständlichkeit. Einzig bei der Nachbearbeitung der Fotos im Nachtmodus benötigt die Hardware einen Moment und man bekommt eine Ahnung, wofür zukünftige Chipsatz-Generationen noch sinnvoll sein können.

Beim internen Speicher des OnePlus 6T könnt ihr zwischen 128 und 256 Gigabyte wählen. Die kleiner Variante sollte für die meisten Menschen ausreichend sein. Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr nicht dazu gehört, müsst ihr zur größeren Version greifen. Der Speicher lässt sich nicht mit einer microSD-Karte erweitern. Es lassen sich aber zwei SIM-Karten in das Smartphone einlegen.

Als Betriebssystem kommt OxygenOS auf dem OnePlus 6T zum Einsatz. Dabei handelt es sich in der aktuellsten Fassung um Android 9 Pie mit einigen Anpassungen. OnePlus ergänzt die Software von Google zum Beispiel um seine eigene Gestensteuerung, einen Spielmodus der zum Beispiel Benachrichtigungen beim Zocken blockiert und die Hardware optimieren soll oder einen App Locker, der Anwendungen verschlüsselt und so extra vor fremden Zugriffen schützt.

Fazit: Kleine Verbesserungen

Wie gewohnt ist das OnePlus 6T ein hervorragendes Smartphone geworden, das in die Spitzengruppe gehört und sich mit seinem vergleichsweise niedrigen Preis von der Konkurrenz abhebt. Die kleinere Notch sieht besser aus, bleibt aber eine Notch. Der Nachtmodus liefert bei Dunkelheit viel bessere Fotos, kommt aber auch noch auf das OnePlus 6 – das erfahrungsgemäß aber zügig aus dem Handel verschwindet. Hardware und Software sind zeitgemäß und leistungsfähig. Das Display ist schön anzusehen, könnte aber die Grenze zu "zu groß" erreicht haben. Der größere Akku sorgt für eine längere Laufzeit und der Fingerabdrucksensor im Display funktioniert, aber eigentlich will man lieber auf die zweite Generation warten, die hoffentlich schneller und zuverlässiger wird.

Das OnePlus 6T ist ab dem 6. November ab 549 Euro in Deutschland erhältlich und damit genauso teuer wie der Startpreis vom OnePlus 6. Für 128 und 8 Gigabyte werden 579 Euro fällig und die teuerste Variante mit 256 und 8 Gigabyte kostet 629 Euro. Farblich habt ihr die Wahl zwischen glänzendem Mirror Black und mattem Midnight Black – aber jedoch nicht bei jeder Speichervariante.

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