Oppo F1 Plus im Test: das 16-Megapixel-Selfie-Phone

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Oppo F1 Plus: ein Android-Smartphone mit Apple-Anleihen
Oppo F1 Plus: ein Android-Smartphone mit Apple-Anleihen(© 2016 CURVED)

Das Oppo F1 Plus ist das erste Smartphone, dessen Frontkamera über eine höhere Auflösung verfügt als die Kamera auf der Rückseite. Trotzdem haben wir mit dem elegantem Mittelklasse-Smartphone im Test nicht nur Selfies gemacht.

Bisher reichte es bei Selfie-Smartphones, wie dem HTC Desire Eye, dem Asus Zenfone Selfie oder dem Huawei ShotX, nur für eine gleiche Auflösung beider Kameras. Das Oppo F1 Plus ist das erste Gerät, bei dem der Hersteller auf der Vorderseite die - zumindest, wenn es nur um die Auflösung geht - bessere Kamera verbaut. Ob das wirklich so ist, könnt Ihr auf unseren Testfotos sehen und erfahrt auch alles andere Wichtige über das Smartphone mit Metall-Unibody-Gehäuse.

Inspirationsquelle Apple

Schon vielen Smartphones wurde nachgesagt, vom iPhone inspiriert zu sein. Das Oppo F1 Plus zählt zu denen, die das nur schwer abstreiten können. Ob das jetzt eine unerlaubte Kopie ist oder nicht, muss aber nicht Eure Sorge sein, denn Ihr könnt Euch über ein elegantes und gut verarbeitetes Unibody-Gehäuse aus Metall freuen - mit Antennenstreifen und hervorstehender Kamera auf der Rückseite. Allerdings muss Euch nicht nur das Design gefallen, sondern auch Gold oder Roségold. Denn nur in diesen zwei Farben ist das Smartphone erhältlich.

Mit seinem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display konkurriert es größentechnisch mit dem iPhone 6s Plus, setzt aber auf AMOLED-Technologie. Das führt zu einen hohen Detailgenauigkeit und knalligen Farben, bringt aber auch die typischen Einschränkungen bei den Blickwinkeln mit. Erkennen lässt sich der Bildschirminhalt zwar noch bis kurz vor 90 Grad, aber bereits bei einer Neigung von etwa 30 bis 40 Grad färbt sich der Bildschirm leicht Grün ein. Er bleibt erkenn- und nutzbar, aber fällt doch auf.

Bei der Hardware des F1 Plus vertraut Oppo auf den Mediatek MT6755, dessen acht Rechenkerne mit 1,95 Gigahertz getaktet sind. Dem auch als Helio P10 bekannten Chipsatz stehen der Grafikchip Mali-T860 und vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Zusammen lassen sie die Nutzeroberfläche flüssig laufen und Apps zügig starten. Bei Spielen mit aufwändiger Grafik gelangen sie allerdings an ihre Grenzen. Asphalt 8 zum Beispiel startete zwar automatisch bei höchster Grafikqualität, ließ sich aber erst bei mittlerer Grafikqualität gut und ruckelfrei spielen. In Zahlen ausgedrückt sind es etwas über 51.000 Punkte im Antutu-Benchmark und 857 sowie 3232 Punkte im Single- und Multi-Core-Test von Geekbench 3.

Mehr ist nicht immer besser

Lasst Euch nicht davon irritieren, dass die Selfies gespiegelt sind. Erst nachdem ich die Fotos gemacht habe, dachte ich daran, den entsprechenden Schalter im Kameramenü umzulegen. Die 16-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f2.0 liefert verglichen mit den typischen Frontkameras mit acht oder fünf Megapixeln wirklich gute Selfies, hat aber offensichtliche Probleme mit hellen Bereichen.

Die 13-Megapixel-Hautpkamera verfügt dagegen über eine f2.2-Blende und liefert bei Tageslicht gute bis sehr gute Fotos mit satten Farben und einer hohen Detailgenauigkeit. Für die Spitzengruppe der Smartphone-Kameras reicht es aber nicht ganz. Sobald das Licht abnimmt, sinkt auch die Qualität deutlich. Trotzdem bleiben die Bilder als Schnappschüsse noch vorzeigbar.

Vergleicht man die Aufnahmen der Front- und der Rückkamera, fällt auf, dass die Hauptkamera mit ihrer niedrigeren Auflösung nicht nur weniger Probleme mit hellem Sonnenlicht hat und so schönere Farben zeigt, sondern auch detailreichere Aufnahmen liefert. Für Selfies könnt Ihr trotzdem ruhig zur Frontkamera greifen. Alle anderen Fotos solltet ihr mit der normalen Kamera machen und Euch nicht von der höheren Auflösung dazu verleiten lassen, das Smartphone für akrobatische Aufnahmeversuche zu drehen.

Color OS: ein Android, das gerne iOS wäre

Aber nicht nur beim Gehäuse lässt sich Oppo von Apple inspirieren. Mit Color OS 3.0 setzt Oppo beim F1 Plus auf eine Android-Version, die keine Kopie von iOS ist, aber an vielen Stellen an das Betriebssystem von Apple erinnert. Das zeigt sich beim fehlenden App Drawer, reicht über die vier Apps am unteren Rand des Touchscreens und den Ordnern bis zur Multitasking-Übersicht sowie der Kamera-App und hört erst bei der Ausschalt-Geste auf. Es ist trotzdem schick und mal eine Abwechslung zu den sonstigen Android-Oberflächen. Verzichten muss man auf nichts. Schade ist nur, dass die installierte Version von Color OS noch auf Android 5.1 basiert.

Positiv hervorzuheben ist, dass Oppo nicht übermäßig viele Apps vorinstalliert. Trotzdem sind vom 64 Gigabyte großen internen Speicher schon rund 13 Gigabyte belegt. Für Eure Daten stehen aber immer noch rund 51 Gigabyte zur Verfügung. Das sollte in den meisten Fällen ausreichen - und zur Not könnt ihr statt der zweiten Nano-SIM auch eine microSD-Karte einlegen und den Speicher so erweitern. Der 2850-mAh-Akku hält – wie es üblich ist – problemlos einen Tag durch, muss für den zweiten aber in der Regel aufgeladen werden, wenn Ihr nicht extrem stromsparend mit dem Smartphone umgeht.

Fazit: nicht nur für Selfies zu gebrauchen

Das Oppo F1 Plus soll ab Ende Mai für 389 Euro bei Amazon erhältlich sein. Dafür bekommt Ihr ein gut verarbeitetes Smartphone mit schicken Design - wenn man auf die Anleihen aus Cupertino und Roségold oder Gold als Gehäusefarbe steht. Technisch ist das Display top, die Kameras sind gut und die Hardware gehört in die Mittelklasse, was für viele Anwendungen aber völlig ausreichend ist.


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