Pressy im Test: Ein Kickstarter-Knopf, sie zu knechten

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Pressy:  Der "allmächtige Knopf" funktioniert bisher nur mit Android-Geräten.
Pressy: Der "allmächtige Knopf" funktioniert bisher nur mit Android-Geräten.(© 2014 CURVED)

Statt im März kam Pressy erst im August bei mir an - aber fünf Monate Verzögerung bei einem Kickstarter-Projekt kann man noch verzeihen. Der selbsternannte "allmächtige Knopf" will die Bedienung eines Smartphones erleichtern und lässt Euch bestimmen, welche Aktion die verschiedenen Klick-Codes auslösen.

Pressy ist ein kleiner Stecker, der in den Audio-Anschluss eines Smartphones kommt und an dessen Ende sich ein kleiner Knopf befindet. In der Pressy-App legt Ihr fest, welche Aktion das Handy ausführt, wenn Ihr ein, zwei oder drei Mal auf den Pressy drückt. Durch die Möglichkeit, den Knopf kurz oder lange zu drücken, stehen 17 verschiedene Klick-Codes zur Konfiguration bereit.

In der Pressy-App legt Ihr die Aktionen fest, die die Klick-Codes auslösen. Ihr könnt so zum Beispiel schnell jemanden anrufen, eine vorgefertigte SMS verschicken, eine Foto-, Audio- oder Videoaufnahme starten, die LED-Leuchte als Taschenlampe einschalten, eine App starten und bei einigen verbundenen Anwendungen wie WhatsApp, Google Maps oder Waze sogar sehr spezifische Aktionen durchführen: Etwa euch nach Hause navigieren lassen. Darüber hinaus könnt Ihr die Medienwiedergabe auf dem Smartphone steuern und Grundeinstellungen wie Bluetooth, WLAN, den Klingelton oder die Vibrationen ein- und ausschalten. Bevor Ihr auswählt, welcher Klick-Code die jeweilige Aktion startet, könnt Ihr noch mit einem Haken festlegen, dass der Code auch bei ausgeschalteten Display funktioniert - oder eben nicht. So lässt sich die eine oder andere Aktion unauffällig durchführen. Das Display bleibt aus, nur noch das Klicken auf dem Pressy und das Vibrieren des Smartphones verraten, dass Ihr heimlich ein Foto oder Video aufnehmt.

Ein neuer Knopf am Smartphone

Der Pressy verschwindet nicht komplett in der Audio-Buchse, sondern steht etwas hervor – bei meinem Nexus 4 sogar deutlich. Er ist allerdings so abgerundet, dass es in den ersten zwei Wochen noch keine Situation gab, in der er mich gestört hat oder irgendetwas an ihm hängen blieb. Allerdings ist der Knopf je nach Position der Audio-Buchse unterschiedlich gut zu erreichen. Beim Nexus 4 befindet er sich an der Oberseite und ist auch noch zu erreichen, wenn ich das Smartphone in einer Hand halte. Ganz optimal ist die Position aber nicht, der Einschaltknopf an der Seite ist deutlich bequemer zu bedienen. Steckt Pressy in Eurem Smartphone, könnt Ihr nicht zeitgleich einen Kopfhörer anschließen. Aber dafür gibt es ja Bluetooth-Modelle ohne den ganzen Kabelsalat. Alternativ könnt Ihr den "allmächtigen Knopf" nach Bedarf herausnehmen und wieder einsetzen. Die App erkennt ihn jedoch nicht ganz automatisch, sondern fragt nach, ob Ihr einen Pressy oder einen Kopfhörer eingesteckt habt.

Einige Aktionen führt Pressy mit einer deutlichen Verzögerung aus. Bis zur Aufnahme eines Fotos müsst Ihr zum Beispiel etwa vier Sekunden warten - und kennt dann noch nicht einmal den genauen Bildausschnitt und erhaltet oft schlecht belichtete Aufnahmen. Bei anderen Funktionen, wie dem Einschalten der LED-Leuchte, ist die Wartezeit dagegen nicht spürbar. Selbst mit drei Pressy-Klicks müsst Ihr zum Einschalten der Taschenlampe weniger Klicken, denn im Idealfall sieht es so aus: Display aktivieren, Sperre aufheben, App starten und anschalten. Das ist nicht nur ein Klick mehr, sondern dauert auch deutlich länger als drei Klicks auf dem Pressy. Die Pressy-App ist bisher nur für Android erhältlich, und das wird nach Angaben des Herstellers auf absehbare Zeit auch so bleiben. Versionen für iOS oder Windows Phone sind momentan nicht geplant. Die Entwickler versprechen momentan, dass der Pressy mit allen Smartphones und Tablets von Samsung, allen Nexus-Geräten (Ausnahme: Das Nexus 7 von 2012), dem LG G2, dem OnePlus One, dem Motorola Moto X und mehreren HTC One-Modellen funktioniert.

Coole Idee gut umgesetzt, aber noch nicht perfekt

Die Idee hinter Pressy ist super, und der kleine Knopf ist sehr gut umgesetzt. Er stört am Smartphone nicht und beschleunigt die Bedienung, wenn Ihr Euch die verschiedenen Codes merken könnt. Allerdings ist er in der Audio-Buchse nicht bei jedem Smartphone oder Tablet bequem zu erreichen, so dass es perfekt wäre, wenn die Smartphone-Hersteller die Drück-Codes mit der Ein-Aus-Taste verbinden würden, denn die ist meistens deutlich bequemer zu erreichen. Nachdem das Pressy-Team im Oktober 2013 fast 700.000 Dollar auf Kickstarter gesammelt hat, könnt Ihr den allmächtigen Knopf inzwischen regulär auf der Homepage des Herstellers bestellen. Er kostet dort 27 Dollar, zuzüglich fünf Dollar Versandkosten. Insgesamt ergibt sich so ein Preis von umgerechnet rund 24 Euro. Ihr könnt zwischen Schwarz, Rot, Blau oder Weiß wählen und erhaltet einen kleinen Schlüsselanhänger, in dem Ihr Pressy außerhalb des Smartphones aufbewahren könnt.


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