Professional Care 7000: Bluetooth für weiße Zähne

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Oral-B SmartSeries Pro 7000
Oral-B SmartSeries Pro 7000(© 2014 CURVED)

Was ist denn da bei CURVED los — die testen jetzt elektrische Zahnbürsten? Ja, aber nur solche, die mit einer coolen Bluetooth-App fürs Smartphone kommen: Wir haben uns zwei Wochen lang mit Brauns Oral-B Professional Care 7000-Zahnbürste mit SmartGuide-Technologie das Gebiss gereinigt und ausprobiert, ob eine synchronisierte Zahnputz-App Sinn und Spaß macht.

Zähneputzen ist wichtig, keine Frage. Aber mal ehrlich, wer von Euch putzt sich wie vom Zahnarzt empfohlen zweimal täglich die vollen drei Minuten die kostbaren Beißerchen? Und trifft dabei immer exakt die richtigen Bereiche? Um aber genau das nachzuhalten, gibt es seit geraumer Zeit elektrische Zahnbürsten mit Timern und Anzeige der zu putzenden Quadranten.

Oral B geht mit der Professional Care SmartGuide-Serie nun noch einen Schritt weiter und verbindet die Zahnbürste per App mit dem Smartphone. Kollege Gerd hatte sich dieses Konzept vor einigen Wochen bereits auf der IFA-Preview angeschaut, ich wollte nun unbedingt einen Schritt weiter gehen und habe die Professionale Care samt App intensiv getestet.

Mit einer App macht Zähneputzen viel mehr Spaß!

Gleich vorweg: Günstig ist der Putz-Spaß nicht: Das uns zur Verfügung gestellte Modell mit Ladestation, SmartGuide-Display und schickem Reiseetui kostet weit über 200 Euro UVP. Tatsächlich erhält man diese und weitere mit der kostenlosen Oral B-App kompatible Zahnbürsten zum Beispiel bei Amazon aber teilweise deutlich günstiger, etwa im Bereich um die 100 bis 150 Euro.

Und was gibt's im Gegenzug? Gehen wir an dieser Stelle nicht weiter auf die Standard-Features und die Funktionsweise einer elektrischen Zahnbürste ein, sondern auf die für uns interessante Besonderheit: die Fähigkeit, sich per Bluetooth mit dem Smartphone zu verbinden. Und das geht sogar recht einfach — App installieren, Bluetooth aktivieren und dann die Bürste per Knopfdruck bei laufender Anwendung verbinden; Pairing-Codes oder das Zulassen des Gerätes sind nicht nötig.

Die Oral-B-App: Bestens informiert beim Zähneputzen

In der App begrüßt Euch ein netter Startbildschirm mit motivierenden Worten; überhaupt geht es ganz viel um Motivation: Beim Putzen, dass über einen Timer gesteuert und mit Nachrichten-, Bild- , Zahnpflege- oder Termin-Einblendungen versüßt werden darf, gibt es immer wieder flotte Sprüche, die Euch darüber informieren, dass Ihr die Hälfte geschafft habt und wie super Ihr das macht. Handfester sind da schon die in der 3D-Darstellung blau aufleuchtenden Gebissbereiche, die es jeweils zu reinigen gilt.

So hangelt Ihr Euch dann von Backenzähnen zu Schneidezähnen und vom Oberkiefer zum Unterkiefer — die zwei oder drei Minuten Putztzeit vergehen wie im Flug. Außerdem könnt Ihr oder Euer Zahnarzt noch einstellen, ob Ihr nach dem Putzvorgang ein paar Extra-Sekunden auf die Reinigung besonders prekärer Gebisszonen oder der Zunge aufwendet und Euch eventuell noch der Tiefenreinigung mit Zahnseide und Mundspülung widmen wollt. Auf alles werdet Ihr von der App dann hingewiesen und alles wird für die spätere Betrachtung in der Statistik-Ansicht dokumentiert; übrigens auch von der Zahnbürste selbst —  denn nutzt Ihr die App mal nicht und setzt stattdessen vielleicht nur auf das mitgelieferte LCD-Display, synchronisiert die Bürste die erfassten Daten bei der nächsten Verbindung automatisch mit dem Smartphone.

Oral-B SmartSeries Pro 7000

Im Einstellungsmenü der App lassen sich überdies Erinnerungen ans tägliche Putzen an das Wechseln des Bürstenkopfes alle drei Monate definieren, es darf geregelt werden, welche Inhalte Euch beim Putzen angezeigt werden und ob die Zahnbürste beim Putzen den Quadrantenwechsel zusätzlich noch mit Leuchten und Vibrieren markieren soll. Und was bringt das alles?

Mir, als jemandem, der offensichtlich Spaß an Technik und seinem Smartphone hat, jede Menge: Tatsächlich putze ich mir mit der Oral B Professional Care und der App seither konsequenter und vor allem ausdauernder die Zähne (ich will eben immer die volle Fünf-Sterne-Wertung  für zwei Minuten Putzzeit und mehr erreichen!), freue mich wirklich über möglichst lückenlose Statistiken und folge sogar den Anweisungen, bestimmte Gefahrenbereiche nachträglich noch mal ein paar Sekunden zu bearbeiten und auch die Zahnseide nicht wieder zu vergessen.

Jetzt aber mal medizinisch betrachtet: Macht das Putzen mit App Sinn?

Technisch funktioniert alles also so wie es soll und ich kann offensichtlich nicht verhehlen, dass ich beim Putzen mit der Professional Care 7000 mehr Spaß beim und Leidenschaft für das Zähneputzen entwickelt habe, als in meinen vergangenen 36 Lebensjahren. Wie sieht es aber aus zahnmedizinischer Sicht aus? Ist das Ganze eine bloße Spielerei mit maximal psychologischem Positiv-Effekt für Geeks oder würden auch — wie die Werbung immer so schön sagt — Zahnmediziner die SmartGuide-Technik empfehlen?

Dank Timer und Erinnerungen nie mehr Zähneputzen vergessen oder zu kurz putzen

Um das herauszufinden, habe ich Zahnbürste und App der Potsdamer Dentalhygienikerin Jessica Staebe vorgeführt. Sie beschäftigt sich hauptberuflich damit, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen und ist Expertin für Prophylaxe und damit verbunden die richtige Zahnpflege. Zunächst stand natürlich die Frage im Raum, ob elektrische Zahnbürsten gegenüber Handzahnbürsten überhaupt besser sind.

"Wer sich bisher manuell die Zähne putzt, muss nicht zwingend auf eine elektrische Zahnbürste umsteigen, aber effektiver sind letztere aufgrund ihrer oszillierenden Bürstenköpfe durchaus — noch empfehlenswerter sind übrigens Zahnbürsten mit Schalltechnologie. Nur von solchen für 20 Euro oder 30 Euro sollte man lieber die Finger lassen, die bringen kaum Vorteile gegenüber dem altbewährten Putzen von Hand."

Nun kommt die Oral B SmartSeries mit einer Bluetooth-App, die mich als unbedarften Nutzer durch den Putzvorgang geleitet und dem behandelnden Arzt gar die Vorgabe bestimmter Putz-Schwerpunkte erlaubt — ist das sinnvoll oder nur ein unterhaltsames Gimmick? Dazu Frau Staebe: "Sie haben ja selber bereits an sich festgestellt, dass das Ganze psychologisch gut funktioniert. Wenn die App also techaffine Nutzer wie Sie dazu bringt, sich mit Spaß und vor allem ausreichend lange — 2 Minuten, besser noch 3 sind tatsächlich zwingend nötig — die Zähne zu putzen, dann hat die Bürste schon sehr viel Gutes erreicht."

Per App lassen sich spezielle Bereiche des Gebiss für ein intensiveres Putzen markieren

"Aber auch die 3D-Ansicht im Timer und vor allem die individuell zu setzenden Schwerpunkte beim Putzen sind sehr sinnvoll. Ich kann ja bei der täglichen Prophylaxe nicht neben meinen Patienten stehen und sie anleiten — hier übernimmt die App also eine wichtige Aufgabe, die wir Zahnmediziner schlicht nicht erfüllen können: Sie ermahnt den Nutzer bei jedem Putzvorgang ausreichend lange zu putzen, zeigt ihm die richtigen und wichtigen Bereiche und erinnert ihn an zusätzliche Aufgaben wie die Zungenreinigung und die Nutzung von Zahnseide", erklärt die Dentalhygienikerin mir.

"Alles in allem ist diese Zahnbürste somit zwar ein zunächst vielleicht etwas exotisches anmutendes Produkt für Smartphone- und Gadget-Freunde, aber für diese Zielgruppe tut sie im Ergebnis viel Gutes. Also ich würde sie durchaus auch nutzen ..."

Fazit: Die Zahnbürste für Geeks und alle, die Ihr Smartphone ohnehin immer ins Bad mitnehmen

Motiviationshilfe: Die Putzstatistiken der vergangenen Tage

Endlich gibt es einen triftigen Grund, auch beim Zähneputzen auf das Smartphone zu starren: Mit der Oral-B Professional Care und der Oral-B-App putzen sich fortan Gadget- und Smartphone-Fans standesgemäß die Zähne. Und sowohl aus eigener Erfahrung als auch aufgrund der Bestätigung von professioneller Seite darf ich festhalten: So macht Zähneputzen nicht nur Spaß, sondern hat auch einen positiven zahngesundheitlichen Nutzen. Wir sagen's ja immer: Mobile Technologie und Gadgets machen die Welt einfach besser und gesünder ...


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