Razer Phone im Test: das Gamer-Smartphone im ersten Hands-on

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Groß, kantig und geeignet für Spielefans: das Razer Phone
Groß, kantig und geeignet für Spielefans: das Razer Phone(© 2017 CURVED)

Gamern ist der Name Razer seit Jahren ein Begriff und steht für hochklassige Hardware mit viel Performance. Nun wollen die Kalifornier Samsung und Apple im Smartphone-Segment Konkurrenz machen. Wir konnten das Razer Phone bereits vorab ausprobieren.

Wer CURVED aufmerksam liest, den wird das Design an ein anderes Smartphone erinnern. Optisch orientiert sich das Razer Phone am Robin von Nextbit. Kein Wunder. Denn Razer hatte den Smartphone-Hersteller im Januar dieses Jahres übernommen. Allerdings hat man einige Mankos des Robin ausgebessert und zum Beispiel die Lautstärketasten stabiler und griffiger gemacht.

Das Design: groß und gewöhnungsbedürftig

Das Gehäuse ist immer noch eckig und hebt sich damit stark von anderen aktuellen Smartphones ab. Besonders gefallen hat mir die Beschichtung der Aluminium-Rückseite, die sich sehr angenehm anfühlt und die man so auch von den Razer-Laptops kennt. Das typische Schlangenlogo ist in Silber eingraviert.

Razer packt die Powertaste, in der der Fingerabdrucksensor integriert ist, sowie die Knöpfe für die Lautstärkeregelung nicht wie andere Hersteller in das obere Drittel, sondern zentriert in die Mitte. So drückt ihr sie nicht aus Versehen, wenn Ihr das Smartphone waagerecht haltet. Deshalb hat man sich auch dafür entschieden, die Lautsprecher vorne unter und über dem Display zu belassen. Denn so verdeckt man nicht mit den Händen die Treiber, wenn man das Smartphone querhält. Kurzum: Das Razer Phone sieht ganz schön anders aus als die Konkurrenz.

Mit Gehäusemaßen von 158,5mm x 77,7mm x 8mm ist das Smartphone recht groß. Damit ist es nahezu gleichauf mit dem iPhone 8 Plus, wiegt allerdings mit 197 Gramm immerhin fünf Gramm weniger als das Apple-Gerät.

Die Hardware: ein Gamer-Smartphone durch und durch

Für die Größe ist beim Razer Phone vor allem der 5,7 Zoll große Bildschirm verantwortlich. Das Display löst mit 2560 x 1440 Pixeln auf. Durch die daraus resultierenden 515 ppi sieht das Bild gestochen scharf aus. Es ist blickwinkelstabil und zeigt intensives Schwarz und kontrastreiche Farben. Das Besondere: Es taktet mit bis zu 120 Hz. Wie auf dem PC (Gsync, Freesync) oder beim Apple iPad Pro 10,5 (Promotion) passt sich die Wiederholrate dynamisch an den Bildschirminhalt an, um den Akku zu schonen. Razer nennt das bei seinem Smartphone "Ultramotion", das vor allem beim Spielen ein flüssigeres Bild ermöglichen soll. Vor Kratzern geschützt wird das Display durch Gorilla Glass 3.

Das Herzstück des Razer Phones bildet der Qualcomm-Chipsatz Snapdragon 835. Hier arbeiten acht Prozessorkerne bei einer Taktrate von 2,4 GHz neben der Adreno 540 Grafikeinheit. An Arbeitsspeicher stehen Euch acht Gigabyte zur Verfügung. Razer sagt, dass am Razer Phone dieselben Thermaldesigner gearbeitet haben wie beim dünnen Gaminglaptop Razer Blade. Dadurch soll sich die Wärme wie beim großen Vorbild auch im Smartphone über das gesamte Gerät verteilen. Der Vorteil: So muss der Prozessor unter Volllast erst später und auch weniger drosseln als andere Smartphones mit dem gleichen Chipsatz. Somit sollt Ihr theoretisch länger mehr Leistung zur Verfügung stehen haben.

Der 64 Gigabyte große interne Speicher kann per microSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Der Akku hat eine Kapazität von 4000 mAh. Durch Quick Charge 4.0+ wird das Smartphone per USB-C-Anschluss schnell aufgeladen. Der für die Schnellladetechnik notwendige 24-Watt-Adapter und ein doppelseitiges USB-Typ-C-Kabel liegen bei. Als Betriebssystem kommt Android Nougat 7.1.1 zum Einsatz.

Die Lautsprecher sorgen für besonderen Sound

Die Dualkamera verzichtet auf den Bokeh-Effekt. Stattdessen bekommt Ihr eine Weitwinkellinse dazu. Diese hat eine Blende von f/1.75, während die Telelinse bei einer Blende von f/2.6 aufnimmt. Beide lösen mit 12 Megapixeln auf. Die Frontkamera fotografiert Selfies mit acht Megapixeln bei einer Blende von f/2.0. Beim Hands-on konnte ich schon ein paar nette Schnappschüsse mit den Kameras machen. Der Übergang von Weitwinkel- zu Telelinse ist nahezu fließend. Die Hands-on-Geräte sind aber noch Vorserienmodelle und daher nicht final. Wie gut sich die Kameras schlagen, lest Ihr dann bald an dieser Stelle im ausführlichen Testbericht mit dem fertigen Smartphone.

Razer sieht sein Smartphone nicht nur in den Händen von Gamern. Auch alle, die gern Filme unterwegs gucken, sollen durch den großen Bildschirm mit hoher Auflösung profitieren. Der Sound ist aber auch wichtig. Beim Razer Phone ist Dolby Atmos integriert. Bisher empfand ich solche Konzepte in Kleingeräten immer etwas lachhaft, doch beim Hands-on habe ich den 360-Grad-Sound tatsächlich wahrgenommen. Klar, es sind und bleiben Handylautsprecher, doch im Vergleich zu Smartphones ohne Stereo-Speaker und Dolby Atmos ist Razer hier sehr gut aufgestellt. Razer legt seinem Smartphone auch einen Kopfhöreradapter bei (USB Typ-C auf 3,5mm-Klinke).

Gamer wollen modifizieren

Was Razer verstanden hat, ist, dass Produkte von der Stange nicht unbedingt für jeden passen. Gamer kennen das: Man dreht sich die Einstellungen der Hardware so zurecht, dass sie für ihre Spiele oder Anwendungen am besten passen. Das ist auch auf dem Razer Phone möglich.

Zum einen könnt Ihr die Display-Auflösung global einstellen. Wenn Ihr also gerade nicht den super scharfen WQHD-Modus (2560 x 1440 Pixel) benötigt, reduziert Ihr die Auflösung auf Full-HD (1920 x 1080 Pixel) oder HD (1280 x 720) herunter und schont so den Akku.

Vorinstalliert ist der beliebte Nova Launcher in der Premium-Version. Auch der Google Assistant ist an Bord. Zum Launch soll noch die Game-Booster-App hinzukommen, die Euch spielspezifische Einstellungen ermöglicht. Damit Euer Smartphone tatsächlich zu einem "Gamer-Smartphone" wird, bietet Razer in einem Shop in Zusammenarbeit mit Spieleentwicklern spezielle Themes an. Diese bestehen u.a. aus Hintergrundbildern und speziellen Icon-Packs, damit Euer Smartphone zu Eurem aktuellen Lieblingsspiel passt. In Zukunft sollen außerdem alternative Android-Betriebssysteme (Custom ROMs) unterstützt werden.

Preis und Verfügbarkeit

Vorbestellungen sind ab sofort über Razerzone.com möglich. Der Verkauf startet am 17. November 2017. Das Razer Phone kostet 749,99 Euro.

Vorläufiges Fazit

Als leidenschaftliche Gamerin war ich sehr gespannt, was Razer wohl mit seinem ersten Smartphone auf die Beine stellen würde. Seit dem Hands-on bin ich tatsächlich beeindruckt. Razer vereint in dem Gerät spannende neue Konzepte. Vor allem, dass mir der Hersteller so viele Freiheiten bei der Gestaltung lässt, ist für mich ein großer Pluspunkt.

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