Ricoh Theta V im Test: das Hands-on der 360-Grad-Kamera [mit Video]

Auf der IFA 2017 hat Ricoh die Theta V vorgestellt. Die 360-Grad-Kamera nimmt Bilder mit 14 Megapixeln und Videos in 4K auf. Wir konnten sie vor Ort ausprobieren.

360-Grad-Videos sind eines der großen Verkaufsargumente für Smartphone-VR-Brillen wie der Gear VR von Samsung und Daydream View von Google. Aber irgendwo müssen ja auch die Inhalte ja herkommen. Kameras, die in alle Richtungen aufnehmen, sind kaum vertreten. Die Ausnahme bilden Samsung mit der Gear 360 – und Ricoh. Das japanische Unternehmen ist schon seit ein paar Jahren mit seinen Theta-Geräten am Markt. Der neueste Sproß heißt Ricoh Theta V und erfährt logische Neuerungen.

In dieser Kamera steckt viel Smartphone

Zum einen hat man laut Hersteller an der Bildqualität gearbeitet. Besonders bei der Farbdarstellung und bei Aufnahmen unter nicht optimalen Bedingungen soll die Theta V punkten. Ob das stimmt, lässt sich nach dem Besuch am Messestand allerdings nicht sagen. Zum anderen muss auch eine 360-Grad-Kamera 2017 natürlich 4K können. Die Theta V gibt sich da keine Blöße und nimmt Rundum-Videos mit 3840 x 1920 Bildpunkten auf.

Für die perfekte Umsetzung der Videos soll ein Snapdragon-Prozessor aus der 600er-Reihe von Qualcomm sorgen. Dazu läuft auf der Kamera ein Android-Betriebssystem. Da fehlt eigentlich nur noch das Display und fertig wäre das Kamera-Phone. All diese Technik sieht man der Theta V aber gar nicht. Auch die Bedienung ist simpler, als es sich nach der Beschreibung der Hardware anhört.

Einfache Handhabung

An der Seite findet man drei Knöpfe: Einer schaltet die Kamera ein, einer das WLAN, über das Ihr Fotos und Videos ans Smartphone übertragt, und über den letzten wechselt Ihr vom Foto- in den Video-Modus. Auf der Vorderseite gibt es noch einen Auslöseknopf und LEDs, die anzeigen, welchen Modus Ihr benutzt und ob das WLAN eingeschaltet ist. Kurz: Wenn Ihr knipsen wollt, dann müsst Ihr einfach nur abdrücken. Einfacher geht es nicht.

Einmal auf den großen Knopf der Ricoh Theta V drücken, schon startet die Aufnahme.(© 2017 CURVED)

Wer mag, koppelt die Kamera per Bluetooth mit dem Smartphone und nimmt seine Geo-Daten gleich mit auf. Auch für guten Ton ist gesorgt: In der Theta V stecken vier Mikrofone, die den Sound rundum aufzeichnen. Für anspruchsvolle Filmer, denen das noch nicht genug ist, gibt es optional ein 3D-Mikrofon zu kaufen. Für 269 Euro ist das aber kein Schnäppchen mehr.

Nun bleibt noch die Frage: Was fotografiert man eigentlich mit der Theta V, wenn man sich die Kamera zugelegt hat? Ein Beispiel lieferte Ricoh mit: Die Kamera hat nämlich von Google die beiden neuen Labels "StreetView Workflow ready" und "StreetView Mobile ready" verpasst bekommen. Heißt: Mit Ihr könnt Ihr kompatibles Material für Google StreetView erstellen und über das Smartphone hochladen.

Für die Zukunft gab es in der Präsentation aber auch noch andere nette Beispiele zur Benutzung. Möglich wäre, dass Nutzer die Kamera im Stadion benutzen und so Freunde ohne Eintrittskarte, die im Besitz einer VR-Brille sind, daran teilhaben lassen. Problem: Die Theta V kann aktuell nur über einen PC livestreamen. Ob sich daran in naher Zukunft etwas ändert, ist zumindest fraglich. Was dagegen schon jetzt funktioniert, ist das Streaming von Inhalten von der Kamera an den Fernseher. Dazu braucht Ihr nur einen Fire TV Stick von Amazon. Die Kamera selbst wird dann zum Controller für die Navigation in den 360-Grad-Inhalten. Coole Idee!

Vorläufiges Fazit: Cool, aber nicht billig

Die Ricoh Theta V überzeugt durch ein tolles Design und nette Zusatzfunktionen. Neben Ihr wirkt die Gear 360 von Samsung wie ein kleines Gimmick. Es gibt aber auch Nachteile: Gegen Spritzwasser geschützt oder gar wasserdicht ist die Kamera nicht. Dafür braucht es erst ein Case, für das Ricoh 199 Euro aufruft. Zusammen mit der 449 Euro teuren Kamera kommt dann ganz schön was zusammen. Ob die Ricoh Theta V diesen Preis wert ist, finden wir dann im Test heraus.


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