Riva Turbo X im Test: Man muss ihn hören, um ihn zu lieben

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Der Riva Turbo X
Der Riva Turbo X(© 2016 CURVED)

Bluetooth-Lautsprecher gibt es en masse. Der Riva Turbo X sieht sehr schlicht aus, doch seine Extras machen ihn spannend - gerade auch für Gamer, Filmfans und Vinyl-Liebhaber.

Auf den ersten Blick fällt der Turbo X von Riva eigentlich nicht besonders auf: Das schlichte, schwarze Brikett mit einem nicht mal sichtbarem, weil feinem Gitter rundherum ist in Sachen Design kein Hingucker. Zudem bin kein großer Fan von glänzendem Kunststoff. In dieser Preisklasse gibt es optisch wunderschöne Alternativen, wie etwa den Libratone Zipp. Aber wie der Hersteller selbst hat auch der Turbo einige Überraschungen unter der Haube. Hinter Riva steht mit Rikki Farr ein ehemaliger Konzertveranstalter und Audioexperte, der schon mit Legenden wie Pink Floyd, Jimi Hendrix, David Bowie und Miles Davis zusammengearbeitet hat. In Südkalifornien arbeitet Farr mit seinen Ingenieuren an dem Ziel, Musik so klingen zu lassen, wie sie gemacht wurde. „Wenn ich einen Song von Billy Cobham höre und noch nicht mal das Splash-Becken hören kann, dann ärgert mich das,“ sagte Farr in einem YouTube-interview. Bei seiner Zusammenarbeit mit den Ingenieuren kam bei seiner Firma Rivaaudio zum Beispiel die patentierte, Trillium-Audio-Technologie heraus.

Klang mit zuschaltbarem Turbo

Nach dem Einschalten macht der Turbo X schon mehr her. Die Berührungsempfindlichen Tasten leuchten blau. Per englischer Sprachausgabe sagt er an, ob er bereit zum Verbinden oder schon mit einem Gerät gepaart ist - jedoch ohne den Gerätenamen zu nennen. Beim Abspielen von Musik kommt der erste Aha-Effekt: Der Turbo X klingt deutlich größer als er ist und dabei sehr detailreich. Firmengründer Farr hat recht: Riva lässt feine Details, wie ein Tamburin zum Schlagzeug bei Motown-Aufnahmen, so klingen, dass man sie hören kann. Instrumente sind schön differenziert. Und das in jeder Lautstärke. Wenn die nicht reicht, kann ich den durch ein „T“ gekennzeichneten Turbo-Modus einschalten. Der Lautsprecher lässt kurz den Motor aufheulen - ein Gag - und hat plötzlich deutlich mehr Power. Das verkürzt die Akkulaufzeit, bringt aber genug Druck - laut Hersteller auf 100 dB - für die größere Grillparty. Eine Basskomprimierung schützt bei hohen Pegeln vor Verzerrungen, erhält dabei aber die Mitten und Höhen.

Des Plattenspielers bester Freund

Eine wirklich neue und spannende Idee ist der Phono-Modus. Schallplatten haben ja ein erstaunliches Comeback bei den Musikliebhabern hingelegt. Der Turbo X bringt den Phono-Modus und ein Cinch-Anschlusskabel für den Plattenspieler mit. Drückt man die Plus- und Minus-Taste gleichzeitig, wird er aktiviert. Plattenspieler haben bekanntlich ein schwaches Ausgabesignal. Der Phono-Modus hebt es um neun Dezibel an und gleicht so das schwächere Signal aus. Die automatische Lautstärkeregelung wird hier ausgeschaltet, womit das Signal unkomprimiert am Verstärker anliegt. Ich habe es ausprobiert und kann sagen: Platten klingen am Riva Turbo X sehr natürlich.

Die Soundbar fürs Smartphone und Tablet

Aber nicht nur im Audiobereich kann der Turbo X überzeugen: Beim Filmeschauen und Videospielen sorgt er für eine starke Soundkulisse. Der zuschaltbare Trillum-Surround-Sound lässt zum Beispiel "Star Wars" auf dem iPad oder Notebook so räumlich wie noch nie  klingen. Die Trillium-Technologie gibt einen Mix aus dem Stereosignal über drei Verstärkerkanäle und sieben Schallwandler wieder. Der Prozessor sorgt dabei für ein breites Klangfeld und verteilt die Signale an die drei aktiven Lautsprecher links, rechts und in der Mitte. Das klingt bei Musik und Filmen sehr viel größer, als der Lautsprecher eigentlich ist. Die satten Bässe dazu sorgen für Kinofeeling. Der gleiche Effekt stellt sich bei Gaming-Apps ein. Der Turbo X als Soundbar zeigt erstmal, was guter Sound bei Videos und Games am Mobilgerät ausmachen kann. Mit den 26 Stunden Laufzeit bringt er genug Akku für lange Sessions mit - und kann, falls Smartphone oder Tablet schlappmachen, sie als mobiler Akku über den USB-Port aufladen. Über die Riva Ground Control App können alle Funktionen, wie Trillium und Turbo, ferngesteuert werden - und auch die Sprachausgabe beim Pairing in Audiosignale umgeschaltet werden.

Fazit: Man muss ihn hören, um ihn zu lieben

Für den Einsatz am Pool bringt der Turbo X eine an der Unterseite versteckte Gummileiste mit, die ihn in ein Spritzwasser geschütztes Gerät verwandelt. Beim Einsatz zu Filmen und Games macht sich auch das zurückhaltende Design positiv bemerkbar. Schwarz fällt er im dunklen Raum kaum auf, nur die beleuchteten Tasten erleichtern die Bedienung.  Als Freisprecher fürs Smartphone macht er übrigens auch eine gute Figur, da das Mikrofon Hall- und Störgeräusche unterdrücken kann.

Mein Fazit: Man muss ihn hören, um ihn zu lieben. Es ist nicht nur die satte Lautstärke, die er hervorzaubern kann, sondern vor allem der räumliche Trillium Surround-Sound, der vor allem Videos und Games in eine neue Dimension holt - wie auch die sehr gute Idee, einen Modus für Vinylfans mitzuliefern. Auch in Sachen Ausstattung ist der Turbo X vorbildlich: Tasche und Kabel für alle Einsatzmöglichkeiten sind dabei, was auch den etwas hohen Preis (299 Euro) entschuldigt.


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