Samsung Galaxy S4 im Test: Klassenbester mit Schwächen

Peinlich !29
GalaxyS4_2014
GalaxyS4_2014(© 2014 CURVED)

Samsung hat in seinem Vorzeigemodell Galaxy S4 nicht nur hochwertige Technik verbaut, sondern dem Smartphone auch eigene, mal mehr, mal weniger hilfreiche Apps verpasst, die Anwendungen von der Konkurrenz überflüssig machen sollen.

Das Samsung Galaxy S4 liegt angenehm in der Hand. Allerdings sorgen die glatte Rückseite und die abgerundeten Kanten dafür, dass die Finger leicht abrutschen und man das Gefühl hat, das Smartphone nicht sicher im Griff zu haben und es zur Sicherheit lieber mit zwei Händen bedient.

Samsung will mit vielen Hilfsmitteln die Bedienung erleichtern

Zur Erleichterung der Bedienung erkennt das S4 mit seinen Sensoren sowohl Handbewegungen über seinem Bildschirm und auf seinem Bildschirm sowie des gesamten Smartphones. Ist zum Beispiel Air Browse aktiviert, genügt es, eine Hand in der Luft nach links oder rechts zu bewegen, um das nächste Bild in der Galerie anzuzeigen, auf dem Sperrbildschirm den laufenden Musiktitel zu ändern oder im Browser das Fenster zu wechseln.

Haltet Ihr zwei Finger auf das Display und kippt das S4 nach vorne oder hinten, zoomt Ihr in der Galerie in Bilder herein oder heraus. Mit einem Finger auf dem Touchscreen bewegt Ihr das Smartphone durch die vergrößerte Ansicht des Fotos.

Liegt das Galaxy S4 auf einer geraden Fläche, reicht es dank Quick Check aus, kurz eine Hand über den Sensor auf der Frontseite zu halten, um auf dem Display die Zahl der verpassten Anrufe und SMS sowie den Akku-Ladezustand erscheinen zu lassen. Dies funktioniert aber nur, solange das Smartphone nicht zu schräg liegt. Durch diese Abhängigkeit von der Position verhindert Samsung, dass das Display in der Tasche ständig aufleuchtet und unnötig Strom verbraucht.

Hervorragendes Display, aber ein Stück zu groß

Samsung stattet das Galaxy S4 mit einem fünf Zoll großen Full-HD-Super-AMOLED-Display aus. Mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln liefert es ein hervorragendes Bild und lässt sich auch im Freien bei Sonnenlicht gut erkennen.

Samsung stattet das Galaxy S4 mit einem fünf Zoll großen Full-HD-Super-AMOLED-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln aus.

Der Bildschirm misst in der Diagonalen 12,7 cm und lässt sich fast komplett mit einer Hand bedienen. Allerdings nur fast: Die obere äußere Ecke bleibt für den Daumen unerreichbar. Leider sitzen an diesen Stellen bei vielen Apps Schaltflächen, die Ihr beim S4 nur mit Hilfe einer zweiter Hand oder durch unbequeme Verrenkungen einer Hand erreicht.

Im Winter sehr praktisch ist die Möglichkeit, die Touchscreen-Empfindlichkeit auf "sehr hoch "einzustellen. So ließ sich das S4 auch mit herkömmlichen Handschuhen ohne Silberfäden oder andere leitfähige Materialen einwandfrei bedienen.

Samsung macht sich seine Welt

Für das Galaxy S4 bietet Samsung inzwischen Android 4.3 Jelly Bean zur Installation an. Das Betriebssystem überzieht der Hersteller mit seiner Touchwiz-Oberfläche und lädt zahlreiche hauseigene Anwendungen auf das Smartphone. Diese machen zahlreiche Standard-Anwendungen von Google aber auch Apps von anderen Entwicklern überflüssig. Ihr musst sie jedoch nicht nutzen, der Play Store bietet weiterhin Zugriff auf mehrere Hunderttausend Apps, daran ändert auch der ebenfalls installiertem, deutlich kleinere Samsung App Store nichts.

Kleine Auswahl der Samsung Apps:
S Voice - Sprachsteuerung, für häufig wiederholte Vorgänge.
S Health - Fitness-Tracker, der problemlos mit ähnlichen Apps mithält.
S Travel - Reiseempfehlungen von Tripadvisor, im Widget angezeigt, mit Verlinkung zu der Webseite.
S Translator - Übersetzer, der auch gesprochene Worte versteht aber nur vom Deutschen ins Englische übersetzt. Weitere Sprachen stehen nur über den Umweg Englisch zur Verfügung.
S Memo - Notizblock für Texte und Zeichnungen.
S Planner - Kalender, automatisch mit dem angemeldeten Google-Konto synchronisiert.
Chat On - eigenständiges Chat-Tool, ohne Verbindung zu anderen Diensten.
Samsung Hub - Online-Shop für Musik, Videos, Bücher, Spiele und Bildung.
Knox - Zweiter, verschlüsselter Container als sichere Umgebung, zum Beispiel für Arbeitsdaten oder Apps, die die Kinder nicht benutzen dürfen.

Mit S Beam will Samsung den drahtlosen Datenaustausch über NFC und WLAN erleichtern - zumindest zwischen Samsung-Modellen. Screen Mirroring gibt den Bildschirm des Smartphones für andere Geräte frei - nur leider waren diese im Test nicht aufzufinden, obwohl sich genug Samsung-Devices und weitere Technik in der Nähe befanden.

Bei mir als Brillenträger versagte die Augenerkennung des Galaxy S4. Mit Smart Stay soll sie eigentlich dafür sorgen, dass der Bildschirm nur so lange eingeschaltet bleibt, wie ich ihn anschaue und dank Smart Scroll sollte das Smartphone anhand meiner Kopfbewegungen auf Webseiten oder in E-Mails nach oben oder unten scrollen.

Schwer an die Leistungsgrenze zu bekommen

Mit seinem Quadcore-Prozessor von Snapdragon, der mit 1,9 Gigahertz getaktet ist, dem Adreno-320-Grafikchip und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher gehört das Galaxy S4 nicht nur auf dem Papier zu den rechenstärksten Smartphones. Bei der Nutzung macht sich dies durch extrem kurze Ladezeiten sowie flüssig laufenden rechenintensiven Anwendungen bemerkbar. Ich habe keine App gefunden, die das S4 an seine Leistungsgrenze gebracht hat.

Vom 16 GB großen internen Speicher stehen Euch, nachdem Samsung seine Nutzeroberfläche und Apps auf dem S4 installiert hat, noch knapp 9 GB zur Verfügung. Zusätzlich könnt Ihr die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte um bis zu 64 GB erhöhen. Der auswechselbare Lithium-Ionen-Akku - zum Einlegen der Micro-Sim-Karte müsst Ihr ihn herausnehmen - verfügt über eine Kapazität von 2.600 Milliamperestunden. Bei einer durchschnittlichen Nutzung reichte eine Ladung problemlos für einen Tag aus. Powernutzer, die ihr Smartphone ständig in den Händen halten oder länger mit ihm spielen, müssen unter Umständen aber auch schon früher an die Steckdose.

Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite lässt kaum Wünsche offen, fehlt nur der optische Zoom.

Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Galaxy S4 bewegt sich in Sachen Bildqualität schon fast auf einer Ebene mit günstigen Kompaktkameras. Es fehlt eigentlich nur der optische Zoom zum vollständigen Fotografenglück. Genug Apps zum Bearbeiten der Aufnahmen und zum Teilen im Internet stehen ja zur Verfügung. Die Frontkamera nimmt Bilder mit zwei Megapixeln Auflösung auf. Diese verwendet das Smartphone für Videochats oder baut sie als kleine Einblendung auf Wunsch in die Fotos der Hauptkamera ein.

Schnittstellen, die das Herz begehrt

Bei den Schnittstellen lässt Samsung beim Galaxy S4 eigentlich keine Wünsche offen. Der Micro-USB-Anschluss hat sich bei Smartphones als Verbindung zum Aufladen der Batterie und zum Übertragen von Daten bewährt. Die 3,5mm-Buchse für Kopfhörer darf natürlich auch nicht fehlen.

Drahtlos überträgt und empfängt das S4 Daten per Bluetooth und gelangt per WLAN, UMTS und LTE ins Internet. Per NFC nimmt es Kontakt zu anderen Geräten auf und dank GPS weiß es immer, wo es sich gerade befindet.

Fazit

Das Galaxy S4 von Samsung gehört definitiv zu den besten derzeit erhältlichen Smartphones. Ob es ganz oben auf der List steht, hängt weniger von den Details der Ausstattung ab, als vielmehr von euren persönlichen Vorlieben in Bezug auf die Nutzeroberfläche, vorinstallierte Apps und den Formfaktor des Gehäuses - wobei sich alle drei Faktoren nachträglich den eigenen Wünschen anpassen lassen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das Galaxy S4 liegt bei 639 Euro, online verkaufen Händler das Smartphone derzeit bereits für 399 Euro.


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