Schwiegermutters Liebling: 5 Tablets für unter 150 Euro

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Fünf Tablets für unter 150 Euro - da ist nicht nur für die Schwiegermutter etwas dabei.
Fünf Tablets für unter 150 Euro - da ist nicht nur für die Schwiegermutter etwas dabei.(© 2014 CURVED)

Weihnachten naht, und die liebe Schwiegermutter wünscht sich ein Tablet. Den Wunsch wollen wir Ihr erfüllen, aber zu teuer darf das Geschenk nicht werden. Natürlich muss die Beschenkte alleine mit dem Gerät zurecht kommen, sonst ist sie nicht nur schlecht gelaunt, sondern steht auch noch ständig mit Fragen auf der Matte.

Zur Wahl für die Schwiegermutter standen fünf verschiedene Tablets: Das Fire HD 7 von Amazon, das Medion LifeTab S7851, das Galaxy Tab 3 7.0 von Samsung, das Tolino Tab 7 und das Trekstor SurfTab xiron 7.0 3G. Sie kosten im Handel zwischen 99 und 149 Euro und sind bis auf eine Ausnahme 7 Zoll groß - sollten die Mutter der Angetrauten in ihren vier Wänden also ausreichend online bringen.

Sie wird mit dem Tablet vor allem auf dem Sofa sitzen und im Internet surfen, E-Mails lesen und sich Fotos oder Videos der Verwandtschaft anschauen. Dass sie mit dem Tablet Spiele zockt oder selber Fotos aufnimmt, kann ich mir nicht vorstellen. Zum Skypen mit den Enkeln ist eine gut Selfie-Kamera hilfreich.

Die Wahl fiel am Ende auf das Tolino Tab 7, das mit einem Preis von 99 Euro sogar das günstige Tablet in der Auswahl war. Den Ausschlag gab aber weniger der Preis, sondern vor allem die Hardware, gefolgt von Verarbeitung und Software sowie zuletzt dem guten Preis-Leistung-Verhältnis. Ein Tablet, das sich nicht nur als Geschenk für Schwiegermütter eignet, sondern immer eine gute Wahl ist, wenn ein günstiges Geräte gebraucht wird.

Nur ein Display mit hoher Auflösung

Das Tolino Tab erfreut die Schwiegermutter mit einem 7 Zoll großen Display, das mit 1440 x 900 Pixeln über die höchste Auflösung der Kandidaten verfügt. Details sind gut zu erkennen, farblich ist die Welt in Ordnung und die Blickwinkel fallen groß aus - nur die Spiegelungen könnten stören, wenn sie den Kronleuchter in der guten Stube einschaltet.

Beim Fire HD 7 reicht es immerhin noch für 1280 x 800 Pixel, doch bei den anderen Tablets wirken die Bildschirme mit 1024 x 600 Pixeln, beziehungsweise 1024 x 768 Pixeln beim 7,85 Zoll großen LifeTab S7851, deutlich unschärfer - und das, obwohl mit zunehmenden Alter die Augen bekanntlich schlechter werden. Ein Reinigungstuch muss aber mit in das Geschenk. Fingerabdrücke bleiben auf dem Touchscreen schnell und in großer Zahl haften.

Das Gehäuse des Tolino Tab 7 besteht aus Kunststoff und ist ordentlich verarbeitet. Im ersten Moment wirkt das Tablet etwas klobig, lässt sich aber trotzdem über längere Zeit gut nutzen. Die Rückseite ist perforiert, wodurch sie griffiger wird und die Gefahr kleiner wird, dass Schwiegermutter das Tolino Tab aus der Hand rutscht. Zum sicheren Halt trägt auch die Dicke von 9,9 Millimetern bei. Die Tasten an der Seite haben zwar deutliche Druckpunkte, könnten für meinen Geschmack aber noch knackiger sein und etwas mehr heraus stehen und somit leichter zu erreichen sein.

Die zwei Front-Lautsprecher sorgen für einen schönen Sound, der einem direkt entgegen kommt und keine Umwege zu Eurem Ohr nimmt. Ich frage mich immer wieder, warum Lautsprecher auf der Vorderseite noch nicht zum Standard geworden sind. Man belästigt die Umgebung weniger, hat in der Regel einen besseren Ton – und zwar nicht erst, wenn die Hörkraft nachlässt.

Für alltägliche Anwendungen reicht die Hardware

In Sachen Hardware ist das Tolino Tab 7 mit einem 1,6-Gigahertz-Prozessor mit vier Rechenkernen und einem ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher so gut wie das LifeTab von Medion und besser als die übrigen Kandidaten in der Auswahl bestückt. Die Leistung reicht aus, um Android und die meisten Apps flüssig flüssig laufen zu lassen.

Sogar Spiele könnte die Schwiegermutter zocken. Allerdings mit kleinen Einschränkungen: Titel mit aufwendiger Grafik wie Asphalt 8 laufen zwar, selbst bei mittlerer Grafikqualität aber nicht zu 100 Prozent flüssig. Zudem ist bei den Ladezeiten bei größeren Anwendungen etwas Geduld gefragt. Da Ihr aber der direkte Vergleich zum iPad mini 3 oder Galaxy Tab S 8.4 fehlt, wird sie das im Alltag nicht stören.

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher stehen meiner Schwiegermutter rund 11,5 Gigabyte für ihre Daten zu Verfügung. Das sollte ausreichen. Sie wird keine Unmengen und vor allem keine großen Spiele-Apps installieren und eher nur Fotos und keine Musik ansammeln.

Sollte die Verwandtschaft sie allerdings mit Familienvideos überhäufen, steht eine microSD-Karte als Geburtstagsgeschenk schon fest. Mit dieser kann sie den Speicher dann bequem um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Das könnte ginge vom Fire HD abgesehen auch bei den anderen Tablets und wäre vor allem beim Galaxy Tab 3 und dem Trekstor SurfTab notwendig, da sie nur acht und vier Gigabyte internen Speicher aufweisen.

Android mit kleinen Ergänzungen

Das Tolino Tab ist ein Gemeinschaftsprodukt der Deutschen Telekom zusammen mit großen deutschen Buchhändlern und kann durchaus als deutscher Gegenentwurf zu den Fire-Tablets von Amazon gesehen werden. Das wird auch bei der vorinstallierten Software deutlich. Dass mit Android 4.2.2 Jelly Bean nicht die neueste Version von Googles Betriebssystem installiert ist, wird ihr eher nicht auffallen und lässt sich auch aus familiärer Support-Sicht noch verschmerzen. Bei den zur Auswahl stehenden Geräten sehe es sowieso nur beim Medion LifeTab mit Android 4.4.2 KitKat besser aus.

Was ich nicht nur für Schwiegermutter, sondern auch persönlich angenehm finde, ist, dass beim Tolino die Standard-Oberfläche von Android fast unverändert zur Verfügung steht. Natürlich darf natürlich nicht die Tolino-App fehlen, die den Medienkonsum organisieren soll und über eine Anbindung zum E-Book-Shop des jeweiligen Buchhändlers sowie zum Musikangebot von 7digital verfügt. Die Anwendung bereitet E-Books, Musik und Videos übersichtlich auf und bietet Widgets an, die einen direkteren Zugriff auf die Medien vom Startbildschirm aus ermöglichen. Sechs E-Books und ein Musikalbum sind zur Demonstration vorinstalliert.

Eine schöne Idee ist es im Notification Drawer, der erscheint, wenn Ihr mit dem Finger vom oberen Rand nach unten wischt, Verknüpfungen zu verstecken, die Euch direktem Zugriff auf Chrome sowie die Tolino- und die E-Mail-App geben.

Kamera: Videochats statt Fotos

Eine Kamera halte ich persönlich bei einem Tablet für weniger wichtig als bei einem Smartphone. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass Schwiegermutter anfängt, mit dem Geschenk zu fotografieren. Und so passt es ganz gut, dass Hersteller Trekstor beim Tolino Tab 7 auf die Kamera auf der Rückseite verzichtet - die anderen Tablets bieten hier Auflösungen von zwei bis fünf Megapixeln und liegen in Sachen Bildqualität hinter den meisten aktuellen Mittelklasse-Smartphones zurück.

Wesentlich sinnvoller ist in meinen Augen bei Tablets die Kamera auf der Vorderseite - und zwar nicht für Selfies, sondern für Videochats. Und da steht beim Tolino Tab ein 2-Megapixel-Modell zur Verfügung, das für Fotos nicht geeignet ist, sich aber beim Skypen gut schlägt. Die gleiche Auflösung stünde nur beim LifeTab von Medion zur Auswahl. Bei den anderen Tablets müsste sich Schwiegermutter mit 1,2 oder sogar einer VGA-Auflösung von 0,3 Megapixel zufrieden geben - oder besser gesagt ich, wenn ich mit ihr spreche.

Solange sich Schwiegermutter nicht zu einem Tablet-Junkie, der rund um die Uhr online ist, entwickelt, sollte der Akku des Tolino Tab 7 ausreichen. Mit einer Kapazität von 3900 Milliamperestunden soll er nach Herstellerangaben eine Laufzeit von bis zu 12 Stunden erreichen.

Ins Internet gelangt die Beschenkte mit ihrem Tablet per WLAN und könnte es per Bluetooth auch mit anderen Geräten koppeln - Notiz für mich: Das sind potentielle Geschenke für die nächsten Anlässe. Da sie das Tolino Tab eher nur in den heimischen vier Wänden nutzen wird, wird das GPS-Modul des Tablets wahrscheinlich ungenutzt bleiben. Da ist es schon wahrscheinlicher, dass sie über den Micro-HDMI-Anschluss einen externen Bildschirm anschließt.

Das Tolino Tab 7 bekommt man bei den großen deutschen Online-Buchhändlern - außer bei Amazon. Da noch vor Weihnachten mit dem Tolino Tab 8 ein 199 Euro teurer, auf dem Papier ebenfalls gut klingender Nachfolger erscheinen soll, verkaufen sie das "alte" Tablet derzeit für 99 Euro statt 149 Euro - aber selbst die würde ich angesichts der Konkurrenz wahrscheinlich noch auf den Tisch legen. Vom ansonsten in Sachen Preis-Leistung-Verhältnis sehr attraktiven Nexus 7 sind nach der Vorstellung des Nexus 9 nur noch Restbestände erhältlich.


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