Sennheiser Momentum Wireless im Kurztest: Kabel ab, Bass rein

Muss es immer ein Beats-Kopfhörer sein oder gibt es auch andere schicke und wohlklingende Kopfhörer? Aber klar doch! Sennheiser hat mit der Momentum-Serie gezeigt, dass aus dem lauschigen Wedemark bei Hannover hervorragende und wunderschöne Kopfhörer entspringen können. Mit dem neuen Sennheiser Momentum Wireless kommt jetzt auch endlich das Kabel ab. Wir haben den Kopfhörer der Traditionsmarke einer Klangprobe unterzogen.

Bei Kopfhörern oder besser noch in Sachen Klang im Allgemeinen, ist es schwierig ein Produkt zu entwerfen, das alle Geschmäcker trifft. Die einen mögen es Beats-mäßig mit mehr Bass, andere wiederum bevorzugen einen neutraleren und ausgewogeneren Klang. Für wieder andere ist die Akustik zweitrangig, Hauptsache die Kopfhörer sehen gut aus und zerstören nicht die Frisur. Es ist also immer eine Frage der persönlichen Präferenz. Apropos Geschmack: Kommen wir doch gleich zu Design und Haptik des Sennheiser Momentum Wireless Over-Ear.

Design und Haptik: edler Materialmix und zeitlose Eleganz

Wenn man schon satte 450 Euro für einen Kopfhörer auf den Tisch legt, dann möchte man auch bereits bei der ersten Berührung die Bestätigung erhalten, dass die Investition gerechtfertigt war. Sennheiser weiß das und verbaut wie beim klassischen und kabelgebundenen Momentum nur edelste Materialien. Der Bügel ist aus Edelstahl, der zum Teil mit Leder umspannt ist. Von der Optik her ist die Momentum-Serie sehr elegant, schlicht und edel gehalten. Das ist mal etwas anderes im Vergleich zu der wuchtigen Optik eines Beats Studio oder Beats Pro.

Aktive Geräuschunterdrückung für mehr Klangerlebnis

Technisch stopft Sennheiser in den Momentum Wireless alles hinein, was die Traditionsmarke aufzubieten hat. NFC für schnelles und leichtes Koppeln per Bluetooth 4.0, aktive Geräuschdämpfung sowie die Unterstützung des aptX-Codec für noch besseren Sound. Die ganze Technik hat sich gelohnt, denn das, was in meine Ohren dringt, ist hervorragend – bis plötzlich Musikstücke mit druckvolleren Bässen abgespielt werden. Hier hat es Sennheiser etwas mit den Bässen übertrieben, so dass ich manuell über die Equalizer-Einstellungen meines iPhone 6 Plus die tiefen Töne rausnehmen musste. Besonders bei höheren Lautstärken sind die Bässe omnipräsent. Schade, dass Sennheiser hier nicht mehr auf den neutraleren Sound des Ur-Momentum gesetzt hat.

Dafür funktioniert die aktive Geräuschunterdrückung, die im Sennheiser-Jargon NoiseGuard genannt wird, effektiv. Vor allem gleichmäßiges Brummen, wie man es in Flugzeugen oder Zügen gewohnt ist, filtert NoiseGuard gut heraus. Das Problem mit aktiver Geräuschunterdrückung ist aber, dass man sehr stark von seiner Umwelt abgeschottet wird. Als Fußgänger und Radfahrer solltet Ihr beim Tragen des Sennheiser Momentum Wireless deshalb umso mehr auf seine Umwelt achten. Schade ist, dass es keine Möglichkeit gibt, die aktive Geräuschunterdrückung zu deaktivieren.

Fazit:

Sennheiser bietet den kabellosen Momentums zu einem Preis von 450 Euro als Over-Ear- und für 350 Euro in einer On-Ear-Variante an. Das ist natürlich ein stolzer Preis, der aber wegen der verwendeten Materialien und der umfangreichen technischen Ausstattung durchaus gerechtfertigt ist. Mit dem integriertem 600-mAh-Akku ist es möglich, fast einen ganzen Tag mit dem Momentum Musik zu genießen – vorausgesetzt, das Smartphone hält solange durch. Geht dem Momentum Wireless mal der Saft aus, gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, den Kopfhörer klassisch per Kabel zu betreiben. Vom Klang her ist mir der Sennheiser Momentum Wireless etwas zu basslastig geworden. Für Liebhaber von HipHop, Rap und ähnlicher Musik ist das Mehr an Bass bestimmt gut, aber ich für meinen Teil werde dann wohl doch beim guten alten kabelgebundenen Momentum der ersten Generation bleiben.


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