Shure SRH1540 im Test: Dieser Allround-Kopfhörer hat seinen Preis

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Der Shure SRH1540.
Der Shure SRH1540.(© 2017 CURVED)

Egal ob Ihr Profimusiker oder Audio-Enthusiasten seid: Die Over-Ear-Kopfhörer SRH1540 von Shure sollen sich für alle Anwendungsbereiche eignen. Dazu zählt das Entspannen auf der Couch bei Sound-Liebhabern genau so sowie der Einsatz als Arbeitsgerät für Profis im Tonstudio. Wir haben sie getestet.

Der Kopfhörer kommen in einem stabilen, schwarzen Case mit einem Ersatzkabel und einem Klinkenadapter (3,5mm auf 6,35mm). Es macht einen robusten Eindruck, ist allerdings aber auch recht groß. Doch wer seine Over-Ears damit transportiert, kann sicherlich lange von ihnen profitieren.

Design und Tragekomfort endlich vereint

Wer schon öfter mit Over-Ear-Kopfhörern gearbeitet oder durch die Gegend gelaufen ist, kennt das: Entweder sehen sie cool aus, drücken aber nach kurzer Zeit extrem. Oder sie sind recht weich, sehen aber billig aus und die Ohrpolster lösen sich recht schnell auf. Shure hat mit dem Alcantara-Material (Mikrofaservlies) für die Polster einen optimalen Mittelweg gefunden. Das netzartige Mesh-Design passt zum Körper aus Aluminium und Karbon, der sehr gut verarbeitet wurde. Durch das Material sind die Over-Ears angenehm leicht (ca. 290 Gramm). Das Design ist Geschmackssache, aber die glatten Außenseiten der Ohrmuscheln sind recht anfällig für Fingerabdrücke, was recht schnell unschön aussieht.

Auch nach mehreren Stunden sitzen die SRH1540 bequem und angenehm auf den Ohren. Im Vergleich zu meinen von AKG, die schon nach einer halben Stunde stark drücken, ein deutlicher Gewinn an Tragekomfort. Auch versteht es der Kopfhörer entstehende Wärme gut abzuleiten, sodass meine Ohren nicht unter den großen Polstern überhitzen. Aber jeder Kopf und jedes Ohr ist anders – wie sich der Kopfhörer für Euch anfühlt, müsst Ihr ausprobieren.

Der Klang

Die Ohrmuscheln sind geschlossen. Heißt: sie schirmen die Außengeräusche sehr stark ab. Gut gefallen hat mir der breite Raumeindruck. Klassische Konzerte lassen sich so im vollen Umfang genießen. Filmmusik wie zum Beispiel "Angels and Demons" von Hans Zimmer kommt wegen dem präsenten Bass sehr gut zur Geltung. Der Chor in "160 BPM" legt sich dabei fast spielerisch über die Tiefen. Die Vocals beim Titelsong zu "Gladiator" sind sehr klar und heben sich gut vom restlichen Orchester ab ohne sich zu entfernen. Bei der "Star Wars"-Fanfare von John Williams fehlen mir leider ein paar Höhen. Die Streicher werden zu Beginn von den Bläsern fast verschluckt.

Am Klang sehr auffällig ist Genre übergreifend der Bass, der sich gerne in den Vordergrund rückt. In der Pop-Rock-Richtung sorgt das für mehr Wärme und unterstützt meist die Gesangslinien. Bei Titeln mit Double-Bass-Drums bekommt der SRH1540 Probleme, der Sound wird leicht verschwommen. Bei elektronischen Titeln habe ich im Test unter anderem auf meine Sammlung von Amon Tobin und Juno Reactor zurückgeriffen. Auch hier sind die Höhen eher sanft angelegt. Der Bass ist stets präsenter als alles andere.

Da diese Over-Ear-Kopfhörer auch für das professionelle Arbeiten im Tonstudio gemacht wurden, haben wir das Modell einem befreundeten Tontechniker in die Hand gedrückt. Sein Urteil: Der Tragekomfort ist auch bei langen Arbeitssessions super. Doch gibt es bei 120Hz einen kräftigen Bassboost. Generell sei der Bass zu vordergründig und die Höhen zu sanft. Für kritisches Hören würde er die Shure SRH1540 nicht verwenden.

Fazit: Für mehr Bums

Wer keine linearen Kopfhörer sucht, sondern eher auf einen vollen, fetten Klang steht, sollte die Shure SRH1540 auf jeden Fall ausprobieren. Für mich überzeugen sie vor allem durch ihren sehr bequemen Tragekomfort und der dennoch guten Abschottung von außen. Persönlich kann ich dafür die vorhandene Basslast verschmerzen. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Shure SRH1540 liegt bei 550 Euro. Im Handel liegen sie derzeit knapp unter 500 Euro.


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