Smarte Steckdosen: Smart Home für den kleinen Geldbeutel?

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Mit smarten Steckdosen können Lampen und Co. komfortabel per App bedient werden.
Mit smarten Steckdosen können Lampen und Co. komfortabel per App bedient werden.(© 2019 Stefanie Aumiller)

Smart Home Systeme versprechen Komfort, verleihen den eigenen vier Wänden einen futuristischen Touch – und sind teilweise richtig teuer. Smarte Steckdosen (Smart Plugs) stellen eine günstige Alternative dar und können auf mehreren Gebieten angewendet werden. Wir erklären, auf welchen.

  • Smarte Steckdosen über Router oder Sprachassistenten steuern
  • Funkreichweite zwischen 10 und 20 Metern, theoretisch bis 100 Meter
  • Günstige Alternative zu teuren Smart Home Systemen

Ob Router, Lampen oder Küchengeräte: Smarte Steckdosen (auch Smart Plugs genannt) vernetzen elektrische Gegenstände mit der Stromzufuhr – und das auf Wunsch. So lassen sie sich einfach per App oder Sprachbefehl in den Stand-by-Modus schalten. Dabei funken sie meist direkt per WLAN, können aber auch über einen Umweg per ZigBee oder DECT aussenden. Der Vorteil: Doch was können smarte Steckdosen überhaupt – und wie unterscheiden sie sich? Klar ist: Im Smart Home Bereich sind sie noch eine recht günstige Alternative zu teuren Smart Home Systemen, wobei die Preise von 9 Euro bis 70 Euro rangieren können.

ZigBee: Effizient und effektiv

Smarte Steckdosen mit der ZigBee-Technologie sind im Vergleich zu WLAN energieeffizienter und leichter einzusetzen, da sie im Hinblick auf einen minimalen Energieverbrauch konzipiert wurden. Außerdem verbinden sie sich nicht mit dem WLAN, sondern sind in Smart Home Systemen integriert. Das heißt, dass ZigBee-Geräte drahtlos untereinander kommunizieren.

Wie bei WLAN und Bluetooth beträgt die Funkreichweite je nach Sendeleistung und baulicher Umgebung zwischen 10 und 20 Meter – unter Idealbedingungen sind theoretisch bis zu 100 Meter möglich. Die Steuerung läuft über eine Funkzentrale (Bridge, Gateway) als Smart Home Zentrale. Dabei wird das Gateway an eine Steckdose angeschlossen und per (W)LAN mit dem Router verbunden. Über eine App kann dann das Gerät gesteuert werden.

Beliebte smarte Steckdosen (Smart Plugs) mit ZigBee-Technologie sind: Osram Smart, Lupussec Funksteckdose, IKEA Tradfri Steckdose und Smabit Smart Plug.

DECT: Standard bei Schnurlostelefonen

Besitzer eines Fritzbox Routers können sich über eine exotische Alternative zu ZigBee und WLAN-Steckdosen freuen. Denn die DECT-Technologie nutzen viele Hersteller wie AVM und Gigaset nicht nur für das Telefonieren mit Schnurlostelefonen, sondern auch für Smart Home Geräte.

So kann die Fritzbox als Smart Home Zentrale genutzt werden, indem sie smarte Geräte ansteuert. Dabei kommunizieren die aktuellen Modelle per Funkstandard "DECT ULE" mit den smarten Geräten. Mit der smarten Steckdose "Fritz Dect 200" und der App "MyFritz!" können angeschlossene Geräte über den Router gesteuert werden. Außerdem misst Fritz Dect 200 deren Stromverbrauch.

WLAN Steckdosen: Smarter Klassiker

So gut wie jedes Gerät verfügt mittlerweile über eine WLAN-Verbindung. Daher sind WLAN Steckdosen wohl auch die beliebtesten Adapter im Smart Home Bereich. Sie verbinden sich leicht – ohne Zusatzgerät oder Kabelsalat – mit dem heimischen WLAN-Router. Unabhängig vom Modell hat jeder Anbieter eine eigene App, mit der sich die Stecker einfach per Smartphone ausschalten lassen.

Smart Home WLAN Steckdosen haben den Vorteil, dass sie keine Bridge oder Gateway brauchen, sondern gleich mit dem Router verbunden werden. Dafür bieten sie im Vergleich zu ZigBee-Steckdosen weniger Einstellungsmöglichkeiten.

Beliebte WLAN Steckdosen sind: Amazon Smart Plug, EDNET 843343 oder Luminea Steckdosen von Pearl.

Intelligente Steckdose mit Sprachbefehlen steuern

Ob über Amazon Echo, Spot, oder Google Home: Eine smarte Steckdose lässt sich im Handumdrehen auch mithilfe von Sprachbefehlen steuern. Um die Verbindung zwischen der intelligenten Steckdose und einem Assistenten herzustellen, sollte man bereits vor dem Kauf darauf achten, dass die smarte Zwischensteckdose mit dem jeweiligen System kompatibel ist.

Beispielsweise muss eine WLAN Steckdose erst einmal separat aktiviert werden, bevor man sie mit Alexa verbindet. Ist das passiert, kann man den Amazon Echo mit der smarten WLAN Steckdose verbinden. Danach können Lampen, Fernseher und andere elektrische Geräte mithilfe der Stimme gesteuert und Routinen festgelegt werden.

Fazit: Smarte Steckdosen – eine smarte Entscheidung?

Aber was ist nun die beste smarte Steckdose für das Home-System? Das hängt von mehreren Komponenten ab, wie vom Ziel oder dem Budget. Hat man die Möglichkeit, im Hausbau oder bei Sanierung bzw. Renovierung Kabel zu legen, so sollte man das in jedem Fall tun. Für Miet- und Eigentumswohnungen jedoch könnte man auf Zentralen setzen, welche mehrere intelligente Funksysteme vereinen.


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