SNES Classic Mini im Test: das Hands-on des Nintendo-Klassikers [mit Video]

Anfang der 1990er Jahre, als ich noch wesentlich kleiner war, war das Super Nintendo das Größte für mich. Heute bin ich etwas größer, dafür ist das Super Nintendo geschrumpft. 25 Jahre nach dem offiziellen Start in Deutschland veröffentlicht Nintendo das SNES Classic Mini. Auf der Gamescom in Köln konnten wir die Miniatur-Ausgabe der 16-Bit-Konsole ausprobieren.

Ja, Felix mag schon recht haben, wenn er sagt, dass das SNES Classic Mini die Aufregung nicht wert sei. Trotzdem hatte ich die Konsole am ersten Tag vorbestellt. Nach einer kurzen, aber intensiven Reise in meine Kindheit freue ich mich nun umso mehr darauf, dass ich meine Konsole reserviert habe. Auch, wenn der Hype vermutlich nicht lange anhalten dürfte.

Auf der Gamescom hat uns Nintendo die Mini-Zeitreisemaschine für Langzeitkinder Ü30 vorgestellt. Die Konsole selbst konnten wir zwar nicht in die Hand nehmen, dafür aber die Controller. Während die Konsole auf ein Minimum geschrumpft ist und locker auf eine Handfläche passt, hat sich am Controller nichts geändert. Nur die Rückseite hat Nintendo etwas aufgerauht, um für mehr Halt beim Spielen zu sorgen. Beim ersten in die Hand nehmen, konnte ich nicht glauben, wie unfassbar leicht der SNES-Controller im Vergleich zu modernen Eingabegeräten ausfällt. Man versicherte uns aber, dass das Gewicht dem des Originals entspreche. Wie trügerisch das Gedächtnis sein kann, ich hatte ihn viel schwerer in Erinnerung. Eine handelsübliche Tafel Schokolade dürfte mehr wiegen.

Endlich längere Kabel

Bei der Neuauflage des NES vom vergangenen Jahr hatten wir im Test noch die zu kurz geratenen Controllerkabel kritisiert. Hier hat Nintendo auf das Feedback gehört und die Kabel auf knapp zwei Meter verlängert. So muss ich die Mini-Konsole beim Spielen nicht mehr auf dem Schoss parken. Die SNES-Controller verfügen übrigens nicht über einen USB-Port, sondern über einen proprietären Anschluss von Nintendo, der auch schon bei der Wii verbaut wurde. Heißt, sollte Euch einer der zwei beiliegenden Controller mal kaputt gehen, könnt Ihr nicht ohne Weiteres zum Ersatz eines Drittherstellers greifen. Bislang plant Nintendo auch nicht, die Controller separat zu verkaufen. An der Stelle muss ich direkt etwas Kritik an der Neuauflage üben: Als Fan von "Secret of Mana" habe mich schon darüber gefreut, dass es das Spiel ins Lineup geschafft hat. Allerdings habe ich es seinerzeit zu dritt mit einem zusätzlichen Adapter gespielt. Den wird es für das SNES Classic Mini leider nicht geben.

Spielgefühl von damals

Wenn das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System (so der offizielle Name) am 29. September für knapp 100 Euro in den Handel kommt, habt Ihr ad hoc Zugriff auf 20 ausgewählte Klassiker der 16-Bit-Konsole. Keine Sorge, ich habe mich nicht verrechnet. Der 21. Titel, "Star Fox 2", muss zunächst freigespielt werden. Bei unserem kurzen Testspiel konnten wir uns einen ersten Eindruck von dem bereits Mitte der 90er Jahre fertig gestellten, aber nie veröffentlichten Spiel verschaffen. Optisch nahezu identisch zum Vorgänger hat das Entwicklerteam vor allem bei der Performance nachgebessert und die Framerate auf ein spielbares Niveau gehoben.

Am Controller-Design hat Nintendo nicht noch Mal Hand angelegt – zum Glück.(© 2017 CURVED)

Bei den übrigen 20 Spielen handelt es sich jeweils um die Originalfassungen von damals. Grafische Anpassungen oder ähnliches hat Nintendo für das SNES Classic Mini nicht vorgenommen, um das Spielgefühl von damals unverfälscht zu vermitteln. Und ja, das hat geklappt. Bei einer schnellen Runde in "Mario Kart" gegen meinen Kollegen waren wir sofort wieder die zwölfjährigen Jungs, die sich gegenseitig die Ballons vom Kart schießen wollen. Dass die Grafik seitdem immense Fortschritte gemacht hat, spielt in dem Moment keine Rolle. Nostalgie lebt von der Erinnerung.

Vorläufiges Fazit

Mit dem Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System bringt Nintendo das viel erwartete Super Nintendo in geschrumpften Umfang zurück in den Handel. Für knapp 100 Euro muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob sich die Investition lohnt. Letztlich holt man sich mit der Konsole in erster Linie ein Stück Kindheit zurück in die Gegenwart. Für mehr als kurze Ausflüge, wie das Durchblättern eines Foto-Albums, wird es aber zumindest bei mir nicht reichen. Dennoch begrüße ich die Entscheidung von Nintendo, die alten Konsolen-Klassiker wieder zu beleben. Und da das SNES Classic Mini bereits die zweite Neuauflage in der Reihe der "Nintendo Classic Mini" ist, wächst in mir die Hoffnung, dass 2018 auch das N64 als Mini zurück kommt.


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