Das Sony Xperia E5 im Test

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Das fünf Zoll große Display des Sony Xperia E5 löst nur in HD auf.
Das fünf Zoll große Display des Sony Xperia E5 löst nur in HD auf.(© 2016 CURVED)

Sony verbessert das Xperia E5 im Vergleich zum Vorgänger auf allen Ebenen. Ob es gegen die Konkurrenz auf dem Einsteiger-Markt reicht? Der Test.

Wie viel Smartphone bekomme ich für mein Geld? Je nach Preisklasse waren das beim OnePlus 3 (399 Euro) und dem Honor 5C (199 Euro) eine ganze Menge. Sony allerdings hatte mit seinen vergleichsweise teuren Geräten der X-Serie auch wegen des hohen Preises zuletzt immer das Nachsehen bei den Konkurrenten. Das gilt fürs Flaggschiff Xperia X Performance genauso wie für das für die untere Mittelklasse bestimmte Sony Xperia XA. Beim Sony Xperia E5 soll das Preis-Leistungsverhältnis bei einer UVP von 199 Euro nun wieder stimmen.

Frisch aus der Box merkt man sofort, dass Sony im Vergleich zum 299 Euro teuren Xperia XA Abstriche beim Design gemacht hat: adé, Kamerabutton. Wir kannten uns kaum. Was bleibt, ist ein "graphit-schwarzes" Telefon aus Kunststoff ohne nennenswerte optische Highlights, das sich aber trotzdem gut verarbeitet anfühlt. Mit Mikro-USB-Anschluss, Kopfhörereingang, Bedienknöpfen und dem microSD-Einschub sind die wichtigsten Elemente an Bord, einen Dual-SIM-Schacht gibt es nicht. Die Optik darf man gern minimalistisch nennen. Wenn jemand den Begriff mit "langweilig" übersetzt, ist das auch in Ordnung.

Mittlerer Mittelklasse Chip

Das Display ist wie bei sämtlichen Smartphones der X-Seire fünf Zoll groß und löst mit 1280 x 720 Pixeln auf. Das klingt erstmal nach wenig. Im Vergleich zum Vorgänger Xperia E4 (960 x 540) ist das aber eine deutliche Steigerung. Die Pixeldichte verdeutlicht das noch einmal: Das E5 schafft 294 Pixel pro Zoll, das E4 nur 220. Trotzdem ist das LC-Display im Xperia E5 natürlich nicht das beste auf dem Markt. Beim genauen Hinsehen sind einzelne Pixel deutlich zu erkennen. Für diese Preisklasse ist der Bildschirm aber durchaus angemessen.

Leistungstechnisch reißt das E5 erwartungsgemäß keine Bäume aus. Drin stecken ein Mediatek MTK6735 mit vier Kernen und 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher. Beim Prozessor handelt es sich um einen Chip, den der Hersteller selbst als Plattform für den Super-Mittelklasse-Markt, also den Durchschnitt vom Durchschnitt bezeichnet. Bei der Leistung in einzelnen Anwendungen muss sich das Xperia nicht verstecken. Es dauert zwar zwei, drei Sekunden, bis das Gerät den Tipp auf eine App in eine Aktion umsetzt. Dann läuft die jeweilige Anwendung aber ohne Probleme, egal ob es sich dabei um Facebook, Twitter oder ein Spiel handelt. Grafisch aufwendige Spiele bilden eine kleine Ausnahme. Das E5 stellt sie in vollen Details dar. Die Betriebstemperatur steigt dann nach kurzer Zeit von 26 auf 41 Grad Celsius. Außerdem kann es vorkommen, dass die Spiele einfrieren. Für Gaming-Enthusiasten taugt das Gerät also nicht.

Kamera mit Schwächen

Dafür vielleicht für Fotografen? Auf der Xperia-Webseite bewirbt Sony die 13-Megapixel-Kamera als "Kompaktkamera in Perfektion" mit der "atemberaubende Fotos" drin sein sollen. Die Ergebnisse sind durchwachsen: Weil die Knipse oft sehr lange braucht, um richtig zu fokussieren, gelang der erste Schnappschuss in der Regel nicht. Farben sehen, zumindest im automatischen Modus, ziemlich blass aus. Wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, führt das oft zu Bildrauschen und detailarmen Fotos. Ambitionierte Fotografen können im manuellen Modus noch ein paar Feinheiten einstellen, werden aber im Großen und Ganzen nicht glücklich mit der Kamera. Letztendlich dauert es einfach zu lange, bis ein gutes Foto im Kasten ist. Unmöglich ist es allerdings nicht.

Für Selfies verbaut Sony eine Fünf-Megapixel-Frontkamera. Die hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Ein gutes Selbstporträt gelang (unabhängig von der Redakteursvisage) erst nach mehreren Anläufen. Was der Nutzer im Voraus wissen muss: Sony stellt die Kameras ab Werk eine Nummer tiefer ein. Sprich: Hinten knipst Ihr mit neun, vorne nur mit drei Megapixeln. Wahrscheinlich wollen die Japaner so verhindern, dass der Speicher zu schnell voll ist. Das Xperia E5 kommt mit 16 Gigabyte – und massig Bloatware. Effektiv sind vom Speicher nur 5,9 Gigabyte übrig. Immerhin könnt Ihr per microSD-Karte aber bis zu 200 Gigabyte nachrüsten.

Beim Betriebssystem setzt Sony aufs noch aktuelle Android 6.0.1 Marshmallow. Ob das Xperia E5 auch das Update auf Android 7.0 Nougat bekommt, bleibt aber erstmal offen. Zwar bietet Sony die Software bereits als Preview fürs Xperia Z3 an, der Vorgänger E4 hat im letzten Jahr das Update auf Marshmallow aber nicht bekommen.

Fazit: Smartphone für Einsteiger

Das Sony Xperia E5 eignet sich für Nutzer, die Ihr Smartphone hauptsächlich für Social Networks, zum Surfen oder Zocken von Gelegenheitsspielen benutzen. Sony-untypisch ist die Kamera kein Kaufargument. Wollt Ihr mit Eurem Smartphone noch etwas mehr machen, solltet Ihr zum Honor 5C. Das kostet ebenfalls 199 Euro, kommt aber im Alu-Gehäuse, bietet ein Full-HD-Display, einen schnelleren Chip und mehr Arbeitsspeicher. Da kann das Xperia nicht mithalten.

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