Sony Xperia XA im Test: der Mittelklasse-Einsteiger

Nachdem es als Herausforderer der Spitzenklasse nicht gereicht hat, versucht Sony mit dem Xperia XA in der Mittelklasse zu überzeugen. Ob das klappt, zeigt der Test.

Es sind die X-Games und alle Hersteller machen mit: Bei Lenovo heißt die Moto-X-Serie jetzt Moto Z, aber eigentlich auch nicht. Das chinesische Start-up OnePlus will vom "X" nichts wer wissen und kündigt an, keinen Nachfolger vom OnePlus X zu bauen und LG nimmt sich die "X-Men" als Vorbild für seine neue X-Serie. Ob Sony dafür den Anstoß gegeben hat? Die Japaner haben auf dem Mobile World Congress 2016 verkündet, dass die Xperia-X-Smartphones die Serien C, M und Z ersetzen. Nach dem das vermeintliche Top-Smartphone Xperia X die Spitzenklasse nicht fordern konnte, versucht Sony mit dem 299 Euro teuren Xperia XA nun Mittelklasse-Käufer von sich zu überzeugen.

Gelingen soll das mit einem gut designtem Smartphone. Erhältlich ist das XA in Weiß, (Graphit-)Schwarz, Lime-Gold und Rosé-Gold. Die Farben helfen, darüberhinweg zu täuschen, dass es sich hier um Plastik handelt. Denn anders als bei dem mit 599 Euro fast doppelt so teurem Xperia X verzichtet Sony beim XA aufs Alu-Gehäuse. Trotzdem fühlt sich das Smartphone hochwertig und sehr gut verarbeitet an. Sony-typisch befinden sich alle Knöpfe auf der rechten Seite. Auch beim XA müsst Ihr nicht auf den Kamera-Button, wohl aber auf einen Fingerabdrucksensor verzichten. Außerdem ist das Gehäuse nicht wasserdicht. Das war sonst ein Markenzeichen der Sony-Smartphones.

Die Kamera kann was, das Display nicht

Verzichten müsst Ihr ein auf einen hochauflösenden Bildschirm. Zwar ist das Display nahezu randlos, und das sieht auch wirklich schick aus. Während die Konkurrenz in der Preisklasse um 300 Euro in der Regel Full-HD schafft, zeigt das fünf Zoll große IPS-LC-Display des XA aber nur 1280 x 720 Pixel. Ich bin zwar der Meinung, dass Full-HD auf Smartphones absolut ausreicht, weniger sollte es aber nicht sein. Zudem zeigt der Bildschirm die Farben ziemlich blass und im hellen Tageslicht etwas zu dunkel an. Mit den satten Farben eines AMOLED-Display kann das Xperia XA nicht mithalten.

Pluspunkte gibt es dafür, dass Sony es schafft, die 13-Megapixel-Kamera ohne überstehende Linse ins 7,9 Millimeter dünne Gehäuse zu integrieren. Das gelingt ja längst nicht mehr jedem Hersteller. Die Knipse gehört sowieso zu den Highlights des Smartphones. Zumindest bei Tageslicht macht sie sehenswerte, detailreiche Bilder. Verzichten müsst Ihr auf den prädiktiven Autofokus des Xperia X. Zwar kann die Kamera Objekte fokussieren und folgen, allerdings kommt sie mit der Verschlusszeit nicht hinterher. In der Folge verwackeln Bilder von Motiven in Bewegung im Modus “Überlegene Automatik” ziemlich oft.

Hobby-Fotografen, die der Automatik nicht vertrauen, können den manuellen Modus ausprobieren und ISO und andere Werte händisch anpassen. Außerdem könnt Ihr die Kamera auch auf dem Xperia XA über einen zusätzlichen App-Store mit vielen neuen Funktionen wie einen AR- oder Postkarten-Modus ausstatten. Weniger Einstellungen bietet der Video-Modus. Mit dem sind maximal Full-HD-Filme mit 30 Bildern pro Sekunde drin. Immerhin kann die Kamera so auf “Steady Shot” zurückgreifen. Die Software soll Wackler ausgleichen. Selfie-Fans freuen sich über die 8-Megapixel-Knipse an auf der Vorderseite. Die macht bei Tageslicht schöne Selbstportraits und besticht darüber hinaus mit einem Weitwinkelobjektiv.

Kein Akkuweltmeister

Die Technik im Inneren wird durch ein Wort bestimmt: Mittelklasse! Der "Helio P10"-Chip von Mediatek verfügt über acht Kerne, die jeweils mit bis zu zwei Gigahertz takten. Dazu gibt zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Für einen flüssigen Betrieb und die meisten Apps reicht das aus. In der Kamera-App kann es mal zu Rucklern kommen, wenn Ihr die Modi wechselt. Und hochklassige Spiele laufen zwar ruckelfrei, allerdings auf Kosten des Aussehens. Bei der Grafikreferenz "Asphalt 8: Airborne" sieht die Strecke, die vor Euch liegt, zum Beispiel immer verwaschen aus. Wer auf High-End-Gaming verzichten kann, wird mit dem XA aber gut zurechtkommen.

Das AnTuTu-Ergebnis des Sony Xperia XA ist solide, aber nicht überragend.(© 2016 CURVED)

Wer weniger spielt, hat auch länger was vom Gerät. Der Akku misst nämlich nur 2.300 mAh. Das reichte bei mir gerade so für einen ganzen Tag. Sony gibt die Akkulaufzeit dagegen mit "bis zu zwei Tagen" an. Das ist ein Wert, den das XA tatsächlich erreichen kann, wenn Ihr den gleichzeitig beworbenen STAMINA-Modus benutzt. Dieser deaktiviert Dinge wie Push-Nachrichten, GPS oder den Vibrationsalarm, schränkt Euch bei der Smartphone-Nutzung also immens ein.

Ebenfalls zu kurz kommt der Speicher. Auf dem Datenblatt stehen zwar 16 Gigabyte, effektiv sind davon aber nur noch 8,5 Gigabyte frei. Den Rest belegen vorinstallierte Apps wie "Sky Go" oder "Spotify" und das System. Per microSD-Karte könnt Ihr aber nach Angaben von Sony bis zu 200 Gigabyte nachrüsten. Beim System handelt es sich um Android 6.0 Marshmallow. Wie üblich unternimmt Sony wenige Änderungen. Da der Hersteller bereits Previews von Android N fürs Xperia Z3 zur Verfügung stellt, ist davon auszugehen, dass auch das XA davon profitiert und schnell ein Update auf die fertige Version erhält.

Fazit: für Design-Freunde und Einsteiger

Das Sony Xperia XA ist kein Gerät für Power-Nutzer, sondern eher für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer, die einen schick designten Begleiter für unterwegs brauchen. Mit einem Preis von 299 Euro (UVP) ist das Smartphone aber vergleichsweise teurer. Konkurrenten wie das Huawei P9 Lite oder das Moto G4 bieten entweder mehr Leistung oder sind deutlich günstiger – und verfügen darüber hinaus über ein Full-HD-Display.

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