Sony Xperia XA1 im Test: die leistungsstarke Mittelklasse

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Sony Xperia XA1: Mittelklasse, die ihr Geld wert ist.
Sony Xperia XA1: Mittelklasse, die ihr Geld wert ist.(© 2017 CURVED)

Die Grenzen zwischen Einsteiger-, Mittelklasse und Premiumsegment sind fließend und werden von Herstellern gerne schmerzhaft weit gedehnt. Das Xperia XA1 von Sony zählt preislich zum Mittelfeld, hält aber auch technisch mit. In einigen Bereichen tastet es sich sogar fast in Premium-Gefilde vor.

Die 1 macht den Unterschied
Hardware von gestern, Leistung von heute
Kamera – läuft
Nützliche Automatismen
Fazit

Der Test der K-Reihe von LG Mitte März fiel ernüchternd aus: Nachdem ich die Modelle K8 und K10 auf ihre “Mittelklasse”-Aspekte abgeklopft hatte – und wenig Resonanz bekam –, hielt sich meine Erwartung an das Sony Xperia XA1 in Grenzen. Aber, Überraschung, das Mittelklasse-Smartphone von Sony kann tatsächlich was. Was genau, habe ich im Test zusammengefasst. Der Fairness halber sei erwähnt, dass das Xperia XA1 mit 279 Euro knapp 80 Euro mehr kostet als das K10 von LG – wie erwähnt, sind die Grenzen fließend.

Die 1 macht den Unterschied

Sony stellte das Xperia XA1 2017 auf dem MWC in Barcelona vor. Und obwohl der Name es suggeriert, handelt es sich beim XA1 bereits um das zweite Modell der XA-Serie. 2016 hatte Sony das Smartphone Xperia XA präsentiert. Achtet beim Kauf also unbedingt auf die "1" im Namen, sonst erwischt Ihr das Vorjahresmodell.

Äußerlich sind die beiden Jahrgänge kaum voneinander zu unterscheiden. Im direkten Vergleich fällt aber auf, dass das Xperia XA1 kantiger geworden ist. Die Ecken des Gehäuses sind nahezu rechtwinklig und nicht mehr abgerundet. Ansonsten sind die Xperia XAs optisch baugleich. Das schlanke Design mit den breiten Streifen unten und oben, die das Smartphone unnötig in die Länge ziehen, sind vielleicht nicht jedermanns Sache.

Der Rahmen besteht aus Aluminium, der Rest aus Kunststoff. Wertig sieht es trotzdem aus. Und so fühlt es sich auch an. Dass die Rückseite ebenfalls nur mit Kunststoff verblendet ist, habe ich überhaupt erst durch Draufklopfen festgestellt. Das matte Weiß hat kein Problem mit Fingerabdrücken und schimmert leicht Rosa, wenn das Licht entsprechend fällt. Apropos Fingerabdrücke: Sony hat es sich beim XA1 leider gespart, einen Fingerprintsensor zu verbauen, der das Telefon per Knopfdruck entsperrt. Klar, das ist in dem Preissegment kein Standard, wäre aber ein weiteres Pro-Argument für das XA1 gewesen. Selbst das günstigere Nokia 6 kommt mit Fingerabdrucksensor.

Außerdem – und das ist die größte Enttäuschung – hat Sony erneut nur ein HD-Display verbaut. Während das Nokia 6 in 1080p auflöst, schafft das Xperia XA1 lediglich 720p, ergo 720 x 1280 Bildpunkte. Bei geschmeidigen fünf Zoll Bildschirmdiagonale ist das aus der Entfernung gerade noch zu verschmerzen. Aus der Nähe wird es aber schnell körnig in der Darstellung, zumal die Farben eher dumpf wirken und durchaus mehr Leuchtkraft vertragen könnten. Eine höhere Auflösung und mehr Farbintensität stehen hier hoffentlich auf der Verbesserungsliste für das nächste Update.

Hardware von gestern, Leistung von heute

Die Enttäuschung beim Display kompensiert die Hardware im Inneren. Die inzwischen etwas betagten Mali-T880MP2-GPU und der Acht-Kern-Prozessor Mediatek MT6757 reichen immer noch locker aus, um aktuelle Apps flott zu starten und ruckelfrei laufen zu lassen. Die Testfahrten in "Asphalt 8" und "Real Racing 3" meisterte das Xperia XA1 in höchster Grafikeinstellung bei vollen Details ohne Zwischenstopps. Keinerlei Mikroruckler oder Framerate-Einbrüche haben das flüssige Rennvergnügen getrübt. Multitasking über mehrere Apps hinweg funktioniert dank 3 Gigabyte RAM ebenfalls, allerdings solltet Ihr die Anzahl an gleichzeitig laufenden Apps auf drei bis vier leistungshungrige beschränken.

Bei Geekbench erreichte das XA1 einen Score von 825 Punkten im Single-Core-Test. Der Multi-Core-Benchmark ergab 3705 Punkte. Bei Antutu lässt das XA1 das K10 von LG (39.280) mit 60.256 Punkten locker hinter sich.

Kamera? Läuft

Das Highlight des Xperia XA1 ist die Kamera, ähnlich wie beim Huawei P10, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen. Dennoch weiß auch Sonys Mittelklasse-Smartphone über weiten Strecken zu überzeugen. Gegenüber dem Vorjahresmodell hat Sony der Hauptkamera zehn Megapixel mehr verpasst, sodass sie Bilder jetzt mit insgesamt 23 Megapixel schießt. Sony setzt bei der Kamera auf den hauseigenen Exmor-RS-Sensor mit f/2.0-Objektiv. Gruppenfotos von Klassenfahrten oder Betriebsausflügen im Querformat stellen für das Xperia XA1 dank 23-mm-Weitwinkelobjektiv bei der Frontkamera kein Problem dar. Dafür muss sich sie mit acht Megapixel begnügen, was für Selbstporträts absolut ausreicht.

Tagsüber knipst die Kamera des XA1 auch bei schlechten Lichtverhältnissen scharfe Fotos mit deutlichen Kontrasten und sauberen Farben, die den Bildern eine natürliche Strahlkraft verleihen. Schwieriger wird es bei Aufnahmen während der Dämmerung oder bei Nacht. Der Sensor gibt sich redlich Mühe dem Schwarz ein paar Details abzuringen, meistens endet das aber in Bildrauschen und verwaschenen Aufnahmen, zumal Lichtquellen entweder ausbrennen oder komplett dunkel bleiben. Wer mehr Zeit und Ruhe mitbringt, kann im manuellen Modus den ISO-Wert, den Lichtwert und die Belichtungszeit auf die Umgebung anpassen. Ansonsten reicht in den meisten Fällen die "überlegene Automatik". Nach unseren Testfotos lässt sich festhalten, dass das XA1 zwischen Schnappschuss und semiprofessioneller Aufnahme changiert, dabei aber eher zu ersterem tendiert.

Gut gefallen hat mir, dass die Kamera samt Autofokus quasi sofort einsatzbereit ist, sobald die Anwendung gestartet ist. Ein zweimaliges Drücken der Powertaste holt die Kamera sofort aus dem Standby-Modus.

Nützliche Automatismen

Das Xperia XA1 wird mit Android 7.0 Nougat in angepasster Form ausgeliefert. Sony hat weitere Funktionen in das OS integriert, die Euer Zusammenleben mit dem Smartphone vereinfachen sollen. Der vorinstallierte Assistent erlaubt Euch zum Beispiel Aktionen zu “programmieren”, die automatisch in einer bestimmten Situation ausgeführt werden. In der “Gute Nacht”-Aktion legt Ihr fest, ab wann und an welchen Tagen das XA1 Euch nicht mehr mit Benachrichtigungen belästigen soll. Darüber hinaus dimmt das Smartphone auf Wunsch das Bildschirmlicht, reduziert die Helligkeit des Displays oder aktiviert den Flugmodus. Welche Bausteine Ihr den jeweiligen Aktionen hinzufügt, bleibt Euch überlassen.

Fazit

Mittelklasse bedeutet nicht zwangsläufig durchschnittlich. Das zumindest hat unser Test des Sony Xperia XA1 ergeben. Für knapp 300 Euro verlangt Sony schon einiges an Kleingeld für ein Gerät, das nichts hervorragend kann. Bietet dafür abwer ein Smartphone, das sowohl durch seine Leistung als auch durch seine Kameras zu überzeugen weiß. Lediglich das schwache Display konterkariert den Gesamteindruck. Ansonsten hat Sony mit dem Xperia XA1 ein rundum zufrieden stellendes Gerät abgeliefert, das den höheren Preis durchaus rechtfertigt.


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