Sony Xperia XA1 Ultra im Test: der hochgewachsene Zwilling

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Sony XA1 Ultra
Sony XA1 Ultra(© 2017 CURVED)

Die fünf Zoll des Xperia XA1 sind Euch nicht mehr groß genug? Kein Problem, für 100 Euro mehr kriegt Ihr beim Xperia XA1 Ultra umgerechnet 2,54 Zentimeter mehr Display. Was den großen Bruder darüber hinaus noch vom XA1 unterscheidet und ob sich der Aufpreis lohnt, klären wir im Test.

Vor ein paar Jahren hätte Sony das XA1 Ultra noch als Phablet vermarktet: als überdurchschnittlich großes Handy mit seinem 6-Zoll-Display. Inzwischen ist der Hybrid-Begriff obsolet und sechs Zoll nichts mehr, was in der Auslage beim Handy-Shop noch sonderlich herausstechen würde. Trotzdem macht das XA1 Ultra rein optisch einiges her.

Das Design

Im Grunde sieht das XA1 Ultra exakt so aus wie das XA1, nur eben noch etwas mehr in die Länge gezogen. Das cleane Design der Rückseite, das mir schon bei der kleinen Variante gut gefallen hat, sieht im mattschwarzen Finish sogar noch edler aus. Im Gegensatz zur hellen Plastikschale bleiben Fingerabdrücke aber gut sichtbar darauf kleben. Stellt Euch also darauf ein, dass Ihr mehrmals am Tag zum Micofasertuch greifen müsst – Brillenträger wissen, wovon ich spreche.

Ist das Display ausgeschaltet, sieht es beinahe so aus, als würde die Front des schwarzen XA1 Ultra ausschließlich aus Display bestehen. Aber das bleibt Wunschdenken: Sobald ich das Display einschalte, offenbart sich, warum das XA1 Ultra 379 Euro kostet und nicht wie zum Beispiel das Galaxy S8 stolze 799 Euro. Natürlich ist der Vergleich etwas unfair, aber ich werde einfach nicht warm mit der Entscheidung von Sony, oberhalb und unterhalb des Displays zwei daumendicke Streifen an ungenutztem Platz zu verschwenden. Während sich oben immerhin noch die Kamera plus Blitz und Benachrichtigungslicht befindet, bleibt der untere Balken völlig eingenutzt, wo dort doch so gut ein Fingerabdrucksensor hingepasst hätte – auf den Sony beim XA1 Ultra komplett verzichtet hat.

Dadurch verschwendet das Gerät rund 25 Prozent seiner Größe. Immerhin: Beim kleineren XA1 sieht das Verhältnis zischen Display und Gesamtgröße mit 70 Prozent sogar noch schlechter aus, zudem sind die zwei Balken dort sogar minimal höher, aber das sind Details. In der Länge bemisst das XA1 Ultra mit 165 mm genau 20 Millimeter mehr als das XA1. In der Breite kommt es auf 79 mm (67 mm beim XA1). In der Tiefe unterscheiden sie sich mit gerade mal einem Millimeter nur marginal (8,1 mm). Zum Vergleich noch mal das Galaxy S8, das ein 0,2 Zoll kleineres Display verbaut hat, in den Abmessungen aber nahezu identisch ist mit dem 5-Zoll-Gerät XA1.

Die Handhabung

Das XA1 Ultra liegt wie schon das XA1 angenehm schwer und trotz seiner Größe sicher in der Hand. Obwohl ich es noch umfassen kann – meine Fingerkuppen schaffen es gerade so über den Rahmen hinweg, Daumen und Mittelfinger können sich nicht mehr berühren –, hatte ich während der Testphase nie das Gefühl, es zu verlieren. Haptisch macht das XA1 Ultra wirklich einen guten Eindruck. Natürlich lassen sich bei einer derartigen Größe die meisten Apps nicht mehr sinnvoll mit einer Hand bedienen. Deshalb hat Sony beim Ultra eine Einhandbedienung installiert, die sich jederzeit mit einer diagonalen Wischgeste aus einer der unteren Ecken heraus aktivieren lässt. Zur Veranschaulichung: Wenn Ihr ein Gefühl dafür bekommen wollt, wie groß das Smartphone ungefähr ist, nehmt einfach mal eine 100-Gramm-Tafel Schokolade in die Hand.

Die Technik

Das Datenblatt des XA1 Ultra liest sich, als hätte der Sitznachbar alles vom XA1 abgeschrieben, sich aber an ein, zwei Stellen verlesen. In beiden Telefonen operiert der Achtkernprozessor Mediatek MT6757 mit Mali-T880MP2 als Grafikeinheit. Beim Arbeitsspeicher hat sich Sony zu einem Gigabyte mehr hinreißen lassen, sodass das XA1 Ultra auf insgesamt vier GB RAM zurückgreifen kann. Mit der Leistung erreicht das XA1 Ultra bei AnTuTu im Benchmark-Test einen Score von 62.907 Punkten und 830 (Single-Core) bzw. 3.754 (Multi-Core) bei Geekbench. In der Gesamtwertung liegt es damit minimal vor dem XA1 mit geringerem Arbeitsspeicher. Unsere obligatorischen Testrennen in "Asphalt 8" und "Real Racing 3" hat das Smartphone wie schon das XA1 in höchster Detailstufe problem- und ruckelfrei gemeistert.

Den größten Kritikpunkt am XA1 kann ich beim Ultra getrost von der Liste streichen: Der eine Zoll mehr Display hat Sony dazu veranlasst, dieses in Full-HD auflösen zu lassen – sehr schön. Bei sechs Zoll sehen 1080 mal 1920 Bildpunkte einfach detailreicher und schärfer aus als die beim XA1 leicht enttäuschenden 720p. Auch die bemängelte Farbintensivität und fehlende Leuchtkraft vermisse ich beim XA1 Ultra endlich nicht mehr. Das LCD-Display erreicht zwar nicht die fast schon unnatürlich wirkende Helligkeit und Farbtiefe des Galaxy S8, sieht im direkten Vergleich mit dem XA1 aber deutlich lebendiger aus.

Kamera

Im Test zum XA1 schrieb ich zur Kamera: "Nach unseren Testfotos lässt sich festhalten, dass das XA1 zwischen Schnappschuss und semiprofessioneller Aufnahme changiert, dabei aber eher zu ersterem tendiert." Genau das gleiche Bild präsentiert mir das XA1 Ultra, was daran liegt, dass in beiden Geräten die gleiche 23-Megapixel-Kamera mit Exmor-RS-Sensor und f/2.0-Objektiv knipst. Lediglich die Frontkamera wurde mit 16 statt acht Megapixeln aufgewertet, in den Ergebnissen spiegelt sich das Mehr an Pixeln aber kaum wider.

Fazit

Mir gefällt das XA1 Ultra tatsächlich gut, sogar besser als das XA1. Das liegt vor allem an dem Full-HD-Display und dem ausgeglicheneren Farbspektrum. Die Größe ist allerdings gewöhnungsbedürftig und nichts für Anwender, die ihr Telefon am liebsten einhändig bedienen und zwischendurch in der Hosentasche tragen wollen. Darüber hinaus verstehe ich nicht, wieso Sony in dieser Preisklasse weiterhin auf einen Fingerabdrucksensor verzichtet. Bei einem Smartphone, das knapp an der 400-Euro-Grenze liegt, wäre das unter Umständen das entscheidende Pro-Argument. So finde ich die 100 Euro Aufpreis gemessen an der Leistung etwas zu happig,.


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