Sony Xperia Z1 Compact: Ein gelungener Rückschritt

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Sony Xperia Z1 Compact: Ein gelungener Rückschritt
Sony Xperia Z1 Compact: Ein gelungener Rückschritt(© 2014 CURVED)

Ich gebe es ja nur ungerne zu, aber ich habe mich wohl geirrt. In einem anderen Test hatte ich kürzlich von einem nahezu perfekten Smartphone gesprochen. Der Grund war simpel: Das Xperia Z1 von Sony entsprach in etwa dem, was ich von einem mobilen Begleiter erwartete: super Hardware, edles Design und tolle Features. Nun, das alles gilt für mich noch immer. Sogar noch mehr, als ich das Z1 Compact mit seinem 4,3-Zoll großen Display in der Hand halte. Mit dem deutlich kleinerenNachfolger wird klar: Es kommt eben doch nicht alleine auf die Größe an.

Ob Samsung, Nokia oder HTC – die meisten Hardwarehersteller haben schon einmal ihre Smartphone-Flaggschiffe in einer kleineren Version angeboten. Allerdings mussten die Käufer in den meisten Fällen deutliche Abstriche im Funktionsumfang hinnehmen. Mal hatte die Kamera weniger Megapixel als der große Bruder, mal war der Prozessor schwächer. Beim 137 Gramm leichten Xperia Z1 Compact ist dagegen der äußere Unterschied gleichzeitig der einzige.

20 Megapixel: Brillante Fotos bei Tageslicht

Naja, fast der einzige Unterschied: Beim jüngsten Spross der Familie Z wurden lediglich die Positionen einiger Anschlüsse vertauscht. Aber sonst? Alles beim Alten – und das ist gut so: In dem Gerät steckt der gleiche leistungsstarke Quadcore-Prozessor, und auch der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte identisch bemessen – und lässt sich wie beim Z1 ebenfalls um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Die Kamera mit 20 Megapixeln schießt brillante Fotos, jedenfalls bei Tageslicht. In dunklen Räumen zeigen sich Schwächen, besonders bei Selbstporträts mit der Frontkamera. Selfies also bitte nur in gut ausgeleuchteter Umgebung. Verschiedene Klappen verschließen auch hier Karteneinschübe und den Stromanschluss, wodurch das Z1 Compact süßwasserdicht bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern ist. Wer also beim Baden oder Duschen telefonieren möchte, muss sich nicht vor einem digitalen Bauchklatscher fürchten.

Plötzlich fühlt sich alles so klein an

Aber es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, vom Xperia Z1 zur kompakteren Version zu wechseln. Plötzlich fühlt sich alles so klein an. Die Knöpfe liegen dichter beieinander, und das Gerät wirkt fast winzig in der Hand – dabei ist das Xperia sogar einen Hauch größer als beispielsweise das iPhone 5s.

Dennoch muss ich mich wieder umgewöhnen: Wo Texte auf dem big brother auch von augenkranken Nutzern wie mir ohne Brille gelesen werden können, muss ich mich beim kleineren Display des Compact dafür schon sehr konzentrieren. Immerhin schafft das Display eine HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixel, und  glücklicherweise lässt sich die Schriftdarstellung der Standardanwendungen vergrößern. Auch für das Schreiben von Nachrichten brauche ich wieder etwas länger, denn die virtuelle Tastatur hat natürlich weniger Platz auf dem Display – häufig erwische ich beim Tippen den falschen Buchstaben.

Das Z1 Compact ist ein echter Handschmeichler

Doch immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich beim Plaudern die ganze Zeit mit dem Smartphone spiele. Und ich meine damit nicht mit den vielfältigen und teilweise exklusiven Funktionen. Nein, ich halte es einfach nur fest, bewege es hin und her, drehe es zwischen den Fingern herum. Offenbar will ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Aber warum auch, das Z1 Compact ist ein echter Handschmeichler, alles wirkt noch viel durchdachter als beim 5-Zoll-Gerät. Durch die kompakten Abmessungen fühlt es sich toll an, das Telefon in die Hand zu nehmen. Es ist zwar einen Hauch dicker als das Xperia Z1, das ist allerdings ein weiterer Vorteil für die gute Haptik. Ich glaube außerdem nicht, dass sich noch dünnere Geräte besser bedienen lassen. Und während ich beim größeren Z1 für viele Anwendungen die Unterstützung der anderen Hand brauchte, lässt sich das Z1 Compact bequem mit einer Hand steuern.

Minuspunkt Akku

Aber wie auch bei der größeren Version nervt mich der Akku, der einfach viel zu schnell wieder leer ist. So muss das Z1 Compact jede Nacht an die Steckdose. Und auch hier wird der Anschluss von einer Klappe geschützt – ein Grobmotoriker wie ich wird diese sicher über kurz oder lang abreißen. Oder ich gebe ein paar Euro für eine Ladestation auf, in die ich das Smartphone stellen kann.

Das Sony Xperia Z1 Compact, das in den Farben Weiß, Pink, Lime und Schwarz erhältlich ist, kostet laut Hersteller 499 Euro. Sicher kein Schnäppchen, aber nicht zuletzt wegen der starken Kamera und gerade im Vergleich mit vielen Smartphones anderer Hersteller garantiert jeden Euro wert.


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