Sony Xperia Z1: Ein edler Begleiter

Naja !13
Mit 20-Megapixel-Kamera und integriertem Walkman ein guter multimedialer Begleiter im Alltag: das Sony Xperia Z1
Mit 20-Megapixel-Kamera und integriertem Walkman ein guter multimedialer Begleiter im Alltag: das Sony Xperia Z1(© 2014 CURVED)

Apple und Samsung dominieren mit ihren Geräten zwar den Smartphone-Markt. Doch mit dem Xperia Z1 will Sony beweisen, dass das Rennen um die Krone für das beste Gerät noch lange nicht entschieden ist. Ob das gelingt, zeigt der Test.

Ich bin treu, auch was Technik angeht: Obwohl ich beruflich jedes Gadget so objektiv wie möglich zu beurteilen versuche, ändere ich privat kaum etwas an meinem Geräte-Park. So nutze ich seit fast sechs Jahren iPhones, weil mich Hardware und Betriebssystem überzeugt haben. Und aus einem weiteren Grund hielt ich dem Apple-Smartphone die Stange: Ich habe im App Store inzwischen viel Geld für Software ausgeben, die ich halt nur mit iOS-Geräten nutzen kann. Doch als ich das Xperia Z1 ausprobiert habe, dachte ich zum ersten Mal ernsthaft über einen Seitensprung nach.

Obwohl das Gerät mit 169 Gramm nicht gerade zu den Leichtgewichten zählt, stört das Gewicht nicht, im Gegenteil. Durch die exzellente Verarbeitung und das gehärtete Glas auf Vorder- und Rückseite fühlt sich das edle Stück äußerst wertig an. An der rechten Gehäuseseite sitzt, oder besser: thront der auffällige verchromte Startknopf und direkt darunter sitzt ganz dezent die Lautstärke-Wippe sowie die Kamerataste. Das sieht zwar ganz nett aus, ist aber eher unspektakulär. Ganz im Gegensatz zu einem im ersten Blick zwar überflüssigen Gimmick, bei näherer Betrachtung aber tollen Funktion, auf die ich nicht mehr verzichten möchte: Das Sony Xperia Z1 ist für eine Dauer von bis zu 30 Minuten und bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern wasserdicht. Naja, jedenfalls bei Süßwasser. Dadurch kann man im Schwimmbad nette Tauchbilder schießen und, was mir wichtiger ist, lässt sich das Gerät auch bei Regen, Schneefall oder in der Badewanne nutzen.

Damit kein Wasser in das Smartphone dringt, wurden über der Sim-Karte, dem Einschub für die Speicherkarte und dem Stromanschluss kleine Deckel angebracht, die sich fugenlos in die Gehäusekante drücken lassen. Allerdings hat das den Nachteil, dass man einen der Deckel zum Aufladen immer wieder öffnen muss. Mir ist der Deckel, der lediglich von einem winzigen Gummistab gehalten wird, dabei schon einmal abgefallen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich ihn verliere – und es dann mit dem Wasserschutz vorbei ist.

Vorsicht, Klappe!

Beim Aufladen zappelt zudem die ganze Zeit der kleine Deckel neben dem Kabel, ein Wunder, dass ich ihn bislang noch nicht komplett abgerissen habe. Angeblich liegt die Gesprächszeit bei 14 Stunden, die Standby-Zeit sogar bei bis zu 880 Stunden. Im Praxistest kann ich von diesen Werten nur träumen. Leider hält der Strom des Akkus gerade lange genug, dass ich das Gerät bei intensiver Nutzung einmal am Tag wieder aufladen muss. Das ist wahrlich kein Spitzenwert, aber in dieser Geräteklasse leider üblich. Immerhin hilft der sogenannte Stamina-Modus dabei, Strom zu sparen, indem im Stand-by-Betrieb einige Funktionen deaktiviert werden.

Mäßig ist auch der mit 16 Gigabyte eher gering bemessene interne Speicher, von dem durch das Android-Betriebssystem und ein paar vorinstallierter Programme sogar deutlich weniger zur Verfügung stehen. Das ist allerdings verschmerzbar, da sich der Speicher per Micro-SD-Karten relativ kostengünstig um bis zu 64 Gigabyte erweitern lässt.

Ein Highlight ist allerdings die Kamera:  Sony hat dem Z1 20 Megapixel spendiert. Und die vielfältigen Kamerafeatures machen aus dem Smartphone einen vollwertigen Ersatz für jede Kompaktkamera. Die Videoaufnahmen in Full-HD-Qualität sehen nicht nur auf dem Handy-Display mit seinen 1.920 x 1.080 Pixeln brillant aus, sondern auch auf einem 42-Zoll-Fernseher. Der Clou: Um Fotos und Videos auf dem Smart-TV anzuschauen, brauche ich noch nicht einmal ein Kabel, denn mit der Throw-Funktion kann ich das Bild auf einen Fernseher im selben Wlan-Netzwerk „werfen“. Dafür muss das Gerät auch nicht von Sony stammen.

Käufer des Z1 dürfen sich zudem über ein paar Extras freuen, die nur ein Konzern bieten kann, der auch noch ein Filmstudio sein eigen nennt: Jeder Nutzer darf sich fünf Blockbuster aus dem Sony Store auf das Gerät laden, darunter Kinohits wie „Django Unchained“ und „Elysium“.

Warten auf Kitkat

Schade ist allerdings, dass Sony immer ein wenig Zeit dafür braucht, die neueste Android-Version auf die Geräte zu bringen. Inzwischen wurde Versions-Nummer 4.3 (Jelly Bean) zwar nachgeliefert, aber obwohl Google bereits die aktuellere Version 4.4 (Kitkat) veröffentlich hat, lässt diese noch auf sich warten. Dennoch erfüllt Sony mit dem Z1 viele meiner Wünsche: Das edle Gerät ist ein echter Handschmeichler. Und mit einer Diagonale von fünf Zoll hat es ein ausreichend großes Display, um darauf Filme anzuschauen und augenfreundlich Texte zu lesen.

Sonys Walkman-Software ist natürlich ebenfalls vorinstalliert. Neben eigener Musik spielt die Anwendung auch Musik-Streams ab. Leider ist mein Kopfhörer für iPhones optimiert, wodurch ich nicht alle Funktionen der Kabelfernbedienung nutzen kann. Das ist ärgerlich, aber kein reines Sony-Problem: Da es dafür keinen Standard gibt, ist das auch bei mit den Geräten anderer Hersteller so.

Fazit

Insgesamt zeigt Sony mit dem Z1 eindrucksvoll, dass es bei dem Kampf um die Krone für das beste Smartphone ein gehöriges Wort mitzureden hat. Dank des schnellen Quad-Core-Prozessors starten und laufen alle Anwendungen schnell und zuverlässig. Das edle Design, die perfekte Verarbeitung und die exklusiven Features machen aus dem Xperia ein nahezu perfektes Gerät.


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