"Star Wars Battlefront 2" im Test: An den Spielspaß glauben, ihr müsst

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Stormtrooper in "Star Wars: Battlefront 2"
Stormtrooper in "Star Wars: Battlefront 2"(© 2017 EA)

Erhitzte Gemüter aufgrund knallhart implementierter Pay-to-Win-Mechaniken trüben die Vorfreude auf eines der wohl heißerwartetsten Spiele des Jahres. Doch wie schlägt sich "Star Wars: Battlefront 2" denn, wenn es um das geht, was ein gutes Videospiel eigentlich ausmacht: den Spaß? Wir haben die Version für die PS4Pro für euch unter die Lupe genommen.

In "Star Wars: Battlefront 2" wartet auf Star-Wars-Fans und Freunde von netzhautzerfetzender Ego-Shooter-Action eine echte Wundertüte. Viele Highlights wechseln sich mit Design-Entscheidungen ab, die wiederum wenig verständlich sind. Dennoch überwiegt bei mir nach dem Durchspielen der Einzelspieler-Kampagne, dem spaßigen Couch-Koop im Arcade-Modus und den absolut gelungenen Mehrspieler-Schlachten mit bis zu 40 Spielern ein nachhaltig positiver Eindruck. Gebt ihr keinen Pfifferling auf die leidige Loot-Boxen-Diskussion erwartet euch hier das aktuell beste Star Wars-Spiel, das nicht nur Fans der Saga schwer beeindrucken dürfte.

Die Einzelspieler-Kampagne: endlich mal böse sein

Die ersten Minuten der Kampagne sorgen für positive Verwunderung. Denn in "Star Wars: Battlefront 2" schlüpft ihr zunächst in die Rolle der imperiellen Agentin Iden Verso, die als Gefangene an Bord einer Rebellen-Fregatte dafür sorgen muss, dass geheime Informationen verschwinden. Dank Lasergewehr und einem kleinen Roboter-Helferlein wird dieses Vorhaben zum Kinderspiel – der Rebellen-Abschaum hat euch nur wenig entgegenzusetzen. Im späteren Verlauf der 6-7-stündigen Einzelspieler-Kampagne übernehmt ihr zwar noch die Rollen weiterer Spielfiguren, deren Schicksal nicht in der dunklen Seite der Macht verankert ist. Wessen Geschicke genau ihr dann aber steuert, wollen wir euch aus Spoilergründen an dieser Stelle besser nicht verraten.

Dennoch könnt ihr euch an einer sehr spannungsgeladenen und abwechslungsreichen Reise durch das gesamte Star-Wars-Universum erfreuen, die dank dem Einsatz bekannter Fahrzeuge, Figuren, Sounds und Schauplätze für verschwitzte Hände und feuchte Augen sorgen wird. Besonders die völlig neu gestalteten Weltraum-Schlachten sind optisch eine absolute Augenweide: So nah am Geschehen war ich zuletzt nur beim Kinobesuch eines Star-Wars-Films. Doch erst nachdem ihr die Story durchgespielt habt, offenbart "Battlefront 2" sein volles Potenzial: Dann könnt ihr euch im Arcade-Modus einzelnen, kleineren Herausforderungen stellen. Allerdings habt ihr nur auf den Konsolen die Möglichkeit, diese Challenges im Split-Screen-Modus mit einem Freund anzugehen. Perfekt also für einen gechillten Star-Wars-Abend zu zweit.

Die Multiplayer-Modi: das volle Programm

Die Einzelspieler-Kampagne ist sicher hier schon mehr als eine nette Dreingabe, sein volles Potenzial entfaltet "Star Wars: Battlefront 2" aber in den zahlreichen Mehrspieler-Modi, die bei einem Spiel dieser Machart sicherlich das Salz in der Suppe sind. Besonders "Galactic Assault", in dem sich bis zu 40 Spieler auf der Karte tummeln und der neue "Starfighter Assault" versprechen hier die mit Abstand aufregendsten Schlachten in eurem Lieblings-Universum. Letzterer platziert euch im Cockpit verschiedener ikonischer Star-Wars-Raumschiffe. Bei den Weltraum-Gefechten mit 12 gegen 12 Spieler kommt echtes "Star-Wars-Feeling" auf. Neben diesen beiden Modi lohnt sich noch "Heroes vs. Villains", bei dem sich vier Helden der hellen Seite der Macht gegen vier dunkle Jedi-Lords behaupten müssen. Mit Luke, Rey oder Obi Wan gegen Darth Maul, Lord Vader oder Kylo Ren anzutreten und zu gewinnen ist ob der zahlreichen Fähigkeiten dieser besonderen Figuren sicher kein Kinderspiel. In den Varianten "Strike" oder "Blast" beharken sich acht beziehungsweise zehn Spieler auf den elf verfügbaren Karten.

Altbekannt sind die in den Mehrspieler-Gefechten verfügbaren Klassen. Als "Officer", "Specialist", "Assault" oder "Heavy" nutzt jeder Spieler die vorhandenen Stärken seiner Figur, um dem eigenen Team einen Vorteil in der adrenalinfördernden Matches zu schaffen. Die Schauplätze umfassen viele der legendären Schauplätze aus den Filmen, darunter Naboo, Kamino, Takodana, Yavin, Tatooine – und sogar den neuen Todesstern. Die Qualität der verfügbaren Maps schwankt natürlicherweise ein wenig, richtig schlecht gestaltet ist aber keine der Mehrspieler-Sandkästen. Was bei mir aber nach jedem Match einen bleibenden Eindruck hinterließ, ist die gebotene Qualität der Optik: glasklar, flüssig und wie aus einem Guss. Hier lässt die von EA eingesetzte Frostbite-Engine ganz klar ihre Muskeln spielen. Grafik-Fetischisten kommen bei "Star Wars: Battlefront 2"also auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Wirbel um das Upgrade-System

Eins vorweg: Ja, es gibt Loot-Boxen in "Star Wars: Battlefront 2". Diese werden dafür genutzt, um eure Spielfigur oder euer Raumschiff für den Multiplayer-Modus gehörig zu verbessern. Diese Upgrades könnt ihr euch entweder im Spielverlauf verdienen oder sie gegen den Einsatz von Echtgeld schneller erwerben. Klar begegnet euch in den Mehrspieler-Gefechten immer mal wieder ein Spieler, der sich einen unfairen Vorteil erkauft hat. Das ist bislang aber seltener der Fall, als man meinen möchte. Die von uns gespielten Partien waren zum größten Teil frei von kaum zu besiegenden Gegnern – ein sicheres Indiz dafür, dass die Mechanik es eben euch überlässt, ob ihr für neue Fähigkeiten nun extra Geld auf den virtuellen Tisch legt, oder die neuen Moves mehr oder weniger mühsam nach und nach durch häufiges Spielen erwirtschaftet. Ein echter Deal-Breaker war der ungeliebte Einsatz der vielgescholtenen Free-to-Play-Mechaniken allerdings zu keinem Zeitpunkt unseres Testzeitraums. Letztlich bleibt es jedem Spieler überlassen, ob und wie er sich auf dieses System einlässt. Hersteller EA – momentan um größtmögliche Schadensbegrenzung bemüht – verspricht aber den Umstand dauerhaft genau im Blick zu halten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Fazit: Sternenkrieg mit kleinen Macken

Keine Frage: Für Fans des "Star-Wars"-Universums  – und davon soll es ja einige geben – ist das von EA in "Star Wars: Battlefront 2" geschnürte Gesamtpaket ein großer Schritt in Richtung Seelenheil. Es ist alles da, was man sich erhofft hat und wird in einer grafisch stellenweise absolut umwerfenden Präsentation dargeboten. Besonders die zahlreichen Zwischensequenzen erreichen mitunter eine Qualität, die den Filmen kaum nachsteht. Die neue Einzelspieler-Kampagne und der mal-eben-für-Zwischendurch Arcade-Modus dürfte auch die Spieler zum Kauf ermuntern, die mit Multiplayer-Gefechten generell ziemlich wenig anfangen können.

Genervt hat im Test die teilweise strunzdumme KI der Gegner, die sich euch regelmäßig in den Weg zu schmeißen scheinen, anstatt sich ihrer Haut zu erwehren. Auch die atemlos erzählte Story der Hauptkampagne hätte sicher noch das ein oder andere Highlight vertragen und sich vielleicht etwas mehr auf die Idee, die zum Einstieg präsentiert wurde, verlassen sollen. Immerhin ist der Schwierigkeitsgrad moderat ausgefallen, sodass auch Spieler ohne insektenartige Reflexe viel Spaß mit der Geschichte haben werden. Loot-System hin oder her ist darüberhinaus der Multiplayer mit seinem zahlreichen Varianten ein echtes Umfangsmonster und weiß Spieler so sicher wochenlang vor den Bildschirm zu fesseln. Also gebt dem neuen EA-Titel, egal was gerade im Netz diskutiert wird, eine Chance.

"Star Wars: Battlefront 2" ist ab sofort für den PC und die aktuellen Konsolen erhältlich und hat die Altersfreigabe "Ab 16 Jahren". Im nachfolgenden Launch-Trailer könnt ihr euch nochmal ein Bild von der Optik, den Spielfiguren und den Spielumgebungen machen, die euch im Spielverlauf erwarten:

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