Tinkerbots im Kinder-Test: Wenn Bauklötze smart werden

Wer von Euch hat früher nicht davon geträumt, seinen eigenen Roboter zu bauen? Mit den Tinkerbots soll das ganz einfach funktionieren. Wir haben es ausprobiert – mit professioneller Unterstützung aus der Familie!

Früher. Das waren noch Zeiten. Da habe ich etliche Stunden in meinem Kinderzimmer damit verbracht Raumschiffe, Autos und Roboter aus Lego zu bauen. Und was habe ich mir gewünscht, dass die Gebilde echt wären, sich bewegen können und sich fernlenken lassen. Leider wurde ich in der falschen Zeit geboren. Meinen eigenen Kindern geht's da besser. Die können mit dem BQ Zowi spielen und Programmieren lernen. Und wenn sie kreativ werden wollen, gibt es den Robo-Baukasten Tinkerbots.

Der Name kommt den Crowdfunding-Freunden unter Euch vielleicht bekannt vor. Tinkerbots war nämlich ein Indiegogo-Projekt, das ursprünglich einmal 100.000 US-Dollar für die Realisierung der Bausteine einsammeln wollte. Wie es mit guten Projekten so ist, wurde es dann gleich mehr als doppelt so viel. Rund 288.000 US-Dollar bekam die Kinematics GmbH, das Unternehmen hinter Tinkerbots, von Roboter-begeisterten Nutzern. Mittlerweile gibt es drei Baukästen zu kaufen: das Wheeler Set, das Advanced Builder Set und das Sensoric Mega Set.

Stecken, drehen, fahren lassen

Bei uns in der Redaktion hatten wir das Advanced Builder Set. Das enthält jede Menge gelbe und blaue Bausteine, die alle ineinander passen. Dazu stecken in der Verpackung zwei Gelenke und ein Motor, die für die Bewegung zuständig sind. Wichtigstes Bauteil ist aber der rote Klotz, genannt Power Brain. Darin steckt die Tinkerbot-Technik. Ihr könnt Eure Roboter nämlich gleich auf mehrere Arten bedienen. Die einfachste Methode erfordert keinerlei Zusatzgeräte. Ihr schaltet das Power Brain einfach ein, drückt auf den Aufnahme-Button und bewegt die ans "Gehirn" angeschlossenen Motorik-Teile. Das Brain merkt sich die Bewegungen und macht sie in einer Endlosschleife nach, wenn Ihr auf Play drückt.

Tinkerbots taugen nicht nur für Kinder.(© 2016 CURVED)

Dank des eingebauten Bluetooth-4.0-Chips könnt Ihr Tinkerbots auch per Smartphone steuern. Dazu ladet Ihr Euch die App aufs Android-Gerät oder iPhone und verbindet das Gerät mit dem Power Brain. Das Interface erinnert nicht zufällig an die Fernbedienung eines RC-Autos. Mehr ist das Ganze im Prinzip auch nicht. Kleiner Wermutstropfen: Die App funktioniert nur mit Figuren, die Ihr mit der mitgelieferten Bauanleitung bauen könnt. Wollt Ihr noch mehr aus den Tinkerbots herausholen, könnt Ihr das Brain an den PC anschließen und, Kenntnisse vorausgesetzt, über eine Arduino-Schnittstelle eigene Befehle einprogrammieren.

Wie gut kommen Kinder damit zurecht?

Weil ich schon seit zwanzig Jahren nicht mehr mit Bausteinen gespielt habe, habe ich für den Test jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Zusammen mit meiner Tochter und CURVED-Nachwuchs-Redakteurin Lovis habe ich zu Hause ein paar Dinge aus der Anleitung nachgebaut und durch die Wohnung flitzen lassen. Beim Zusammenbau und dem Auseinandernehmen ist uns aufgefallen, dass man manchmal ganz schön Kraft braucht, um die einzelnen Teile zusammenzustecken.

Per App könnt Ihr die Tinkerbots fernsteuern.(© 2016 CURVED)

Außerdem wäre es gerade für jüngere Kids – Tinkerbots eignet sich laut Hersteller für Kinder ab 6 – einfacher, wenn die Steine farblich noch etwas differenzierter wären. Das würde zu bunteren Gebilden führen und dafür sorgen, dass man nicht ständig zum falschen Würfel oder Dreieck greift. Lob gibt es für die Anleitung: Die einzelnen Figuren sind sehr detailliert beschrieben. Ich hätte keine Bauchschmerzen damit, meine Kinder mit Tinkerbots allein im Zimmer spielen zu lassen. Zumal sich die Roboter durch mitgelieferte Adapterplatten auch mit Lego-Steinen kombinieren lassen. So sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und immer neue Gebilde möglich.

Fazit: teure Roboter mit Spaß-Faktor

Tinkerbots fördern die Kreativität der Kinder, taugen aber nicht nur für jüngere Benutzer. Es ist nämlich auch ziemlich cool, den eigenen Roboter zum Leben zu erwecken oder sich selbst ohne großen Aufwand einen Fernlenk-Flitzer zu bauen. Allerdings sind die Baukästen zumindest für Kinder keine Anschaffung für zwischendurch. Das Einsteiger-Set kostet rund 170 , das Advanced Builder Set sogar 250 Euro. Dafür müsste Lovis fünf Jahre lang Taschengeld sparen oder auf den Weihnachtsmann hoffen. Und ob der die nötigen Barreserven für das Sensoric Mega Set hat, ist übrigens nicht bekannt. Das kostet mit 470 Euro so viel wie ein oberes Mittelklasse-Smartphone – richtet sich aber auch an größere Kinder ab 9 Jahren.


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