Die "Toniebox" im Test: Diese Figuren bringen das Spiel ins Hörspiel

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Die Toniebox ist optisch kindgerecht und besticht durch einfache Bedienbarkeit.
Die Toniebox ist optisch kindgerecht und besticht durch einfache Bedienbarkeit. (© 2018 CURVED)

Hörspiele kommen niemals aus der Mode. Während wir früher noch Kassetten mit dem Bleistift aufspulten, steht dafür im Jahr 2018 die "Toniebox" bei deutschen Kids so hoch im Kurs, dass sie eigentlich permanent ausverkauft ist. Aber ist der Hype gerechtfertigt? Für den Test haben wir uns die Tochter eines Kollegen ausgeliehen und sie mit der "Toniebox" spielen lassen. 

Clara (fast 7!) ist ganz aus dem Häuschen, als wir sie als fleißige Testerin anheuern. Sie macht heute ihr Hobby zur Mission und begegnet ihren Alltagshelden "Bibi Blocksberg", "Conni", "Das Sams" und – törööö – "Benjamin Blümchen" auf ganz andere Weise als sonst. Denn wo sie normaler Weise bei Papas Spotify-Account schnorrt oder auf dem Rücksitz mit einem alten mp3-Player zugange ist, bekommt sie heute die "Toniebox" in ihre kleinen Patschehändchen. Das Gadget erzählt mithilfe von niedlichen Spielfiguren Geschichten – und soll auf diese Weise sie und andere Kinder spielerisch an Technik heranführen und den Eltern Kontrolle über das Hörverhalten der Kinder geben.

"Warum hat der keine Knöpfeeeee?"

Fest steht sofort: Das Design kommt an. Die "Toniebox" ist bereits ansprechend für Kinderaugen: Der bunte Würfel hat keine Ecken oder Kanten, und es gibt ihn in knalligen Farben: rot, blau, lila und grün. Clara hat ein rotes Testgerät erhalten und weiß Gott sei dank nicht, dass es dieses auch in lila gegeben hätte. "Warum hat der keine Knöpfeeeeee?" fragt Clara und wischt mit antrainierter Geste sachte über die Oberfläche, die auf den ersten Blick tatsächlich etwas von einem Touchscreen hat. Es ist aber kein Touchscreen, sondern die Fläche, auf der später das Figürchen halten soll. Und Knöpfe hat das Teil sehr wohl, man erkennt sie nur nicht auf den ersten Blick: Die Box hat nämlich kleine Öhrchen –  die wohl putzigsten Lautstärke-Tasten, die wir bislang gesehen haben!

Das Highlight der Box ist allerdings, und das hören wir deutlich an Claras fröhlichem Quieken, die Spielfigur: In dem "Toniebox"-Starterpack ist eine sogenannte "Hörfigur" enthalten – ein Löwe mit einem Briefumschlag in der Tatze. Den Löwen setzt man (wenn die Box eingerichtet ist, dazu gleich mehr) oben auf die Box drauf, damit er seine Geschichte erzählen kann. In seinem Fall "Der Löwe, der nicht schreiben kann". Passend zur Geschichte liegt dem ganzen noch ein kleines Heftchen bei. Darin sieht Clara noch mehr Bilder vom Löwen und bekommt eine Kapitel-Übersicht.

Der erste Downer: Clara schafft es, dem Löwen direkt den Schwanz abzubrechen und weint darüber bitterliche Tränen. Wir kleben ihn wieder dran und machen weiter im Protokoll.

Der Löwe kann nicht schreiben – und hat direkt keinen Schwanz mehr.(© 2018 CURVED)

Die Einrichtung – so kinderleicht wie der Rest

Um den kleinen Würfel startbereit zu machen, braucht ihr einmalig eine WLAN-Verbindung, denn die Geschichte, die jede Figur mit sich bringt, wird aus einer Cloud auf den Würfel gezogen. Um die Box mit dem WLAN zu verbinden, installieren wir auf dem Smartphone die Tonies-App. Diese ist für iOS und Android verfügbar.

Um den Download zu starten, muss Clara den Löwen auf dem Würfel platzieren. Kurz darauf geht es auch schon los: Das Hörspiel startet automatisch, Clara drückt an den Würfel-Öhrchen – laut, leise, laut, leise. Sie nimmt den Löwen herunter, das Hörspiel stoppt. Sie setzt ihn wieder drauf, das Hörspiel geht weiter. Einfacher könnte die Bedienung kaum sein, zumindest aus unserer Sicht – aus Claras Sicht ist es sehr schwierig, den Löwen in Ruhe zu lassen.

Ebenfalls kindgerecht ist der Umgang mit Problemen: Sollte die Internetverbindung während des Downloads abbrechen, meldet sich eine sanfte Frauenstimme.

Wie voll der Akku der Box ist, zeigt die Farbe der LED-Anzeige auf der Oberseite des Würfels. Wie voll der Speicher ist, kann man von außen leider nicht sehen. Vermutlich ist das aber nicht weiter schlimm: Der interne Speicher der Toniebox reicht für über 400 Stunden Hörspiel-Spaß. Selbst, wenn der Speicher irgendwann mal voll sein sollte, können trotzdem neue Tonies-Figuren abgespielt werden. Das intelligente Speicherkonzept sorgt nämlich dafür, dass Geschichten, die schon länger nicht gehört wurden, einfach ausgelagert werden. Clara muss ihre Geschichten also nicht selbst verwalten. Hoffen wir, dass sie nicht enttäuscht ist, wenn eine der Geschichten plötzlich weg ist – so wie der Schwanz vom Löwen (zugegeben, Clara war damit auch etwas rabiat).

Die Lautstärke-Regler sind kleine Öhrchen.(© 2018 CURVED)

Hier bestimmen die Kinder – und die Eltern

Dass man die Lautstärke-Öhrchen ganz schön aufdrehen kann, ist nicht so schlimm, denn: Mit der passenden Smartphone-App können Eltern die maximale Lautstärke bestimmen und auch die maximale Hörzeit pro Tag.

Wer nicht nur festgelegte Geschichten haben möchte, sondern eigene, kauft einen sogenannten "Kreativ-Tonies". Das sind unbespielte Figürchen, zum Beispiel ein Feuerwehrmann oder auch ein Einhorn. Per App kann man hier seine eigene Geschichte einsprechen, Oma ein Schlaflied aufnehmen lassen oder einfach selbst vorlesen – ein Kreativ-Tonie fasst laut Hersteller 90 Minuten Aufnahmezeit. Da wir keinen Kreativ-Tonie haben, muss Clara sich aber erstmal weiter mit dem Löwen begnügen. Auf unsere Frage hin, welche Geschichte sie selbst gern noch hätte, nennt sie uns souverän eine, die es nur in ihrem Kopf gibt. Wir hoffen, sie überlässt jemandem die Filmrechte an "Die Schildkröte, die in dem Käsehaus und dann noch mit ein' Mädchen, die sieht so aus wie ich".

Viele Figuren, tolle Geschichten

Da Claras Geschichte noch nicht verfügbar ist, müssen eure Kleinen vorerst mit diesen hier Vorlieb nehmen:

  • Die Maus: Mauserlesene Lieder (1)
  • Die Olchi Detektive: Das Erbe der Piraten
  • Bobo Siebenschläfer: Bobos Ausflug zum Spielplatz
  • Die Olchis: Die Olchis auf Geburtstagsreise
  • Bibi Blocksberg: Hexen gibt es doch
  • Der Löwe: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte
  • Janosch: Oh, wie schön ist Panama
  • Benjamin Blümchen: Der Zoo-Kindergarten
  • Conni: Conni kommt in den Kindergarten
  • Conni: Conni macht das Seepferdchen
  • Conni: Conni auf dem Bauernhof
  • Conni: Das neue Baby
  • Die Olchis: Die Olchis und der schwarze Pirat
  • Rabe Socke: Alles erlaubt
  • Das Sams: Am Samstag kam das Sams zurück
  • Das Sams: Eine Woche voller Samstage

Mit den Kreativ-Tonies als Zusatz-Figuren geht diese Liste aber natürlich endlos weiter, und auch der Hersteller verspricht, weiter für Nachschub zu sorgen.

Toniebox: Die Figuren sind wirklich putzig, so auch der Siebenschläfer.(© 2018 CURVED)

Fazit: Ein teurer Spaß, aber Clara ist begeistert

Die Toniebox ist laut Hersteller für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Sie ist in der Regel ab 80 Euro erhältlich, zur Zeit gibt es aber offenbar Lieferengpässe, welche Verkäufer für sich entdeckt haben: Derweil geht die bunte Box bei Amazon für rund 130 Euro über die digitale Ladentheke – sicherlich kein Schnäppchen. Auch die Figuren und ihre Geschichten sind mit 11 bis 15 Euro nicht vom nächsten Taschengeld bezahlbar – eure lieben Kleinen werden einige davon haben wollen...

Die Box wirkt robust genug für Kinder und ist Spritzwasser geschützt. Die Hülle ist abwischbar (möglichst mit einem feuchten Mikrofasertuch), wer Kinder hat und ihre ewig klebrigen Hände kennt, wünscht sich an dieser Stelle aber sicherlich eine abnehmbare und waschbare Hülle, wie sie inzwischen auch einige Lautsprecher haben.

Dennoch: Clara hat ihre helle Freude an dem Gerät, im Kinderzimmer ist es zudem ein farbiger Blickfang. Vor allem die Idee mit dem Kreativ-Tonie gefällt, damit kann Clara bald hoffentlich eine Familientradition digitalisieren und jeden Abend aufnehmen, was ihr an ihrem Tag am besten gefallen hat und was sie sich für den morgigen wünscht. Sie lernt dann auch, dass per App selbst auf die Figur zu spielen. Vielleicht lernt sie auch noch, ein bisschen sorgsamer mit den Spielfiguren umzugehen, die sind nämlich wirklich niedlich.

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