Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test: Tablet-Brummer

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Toshiba Satellite W30DT-A-100
Toshiba Satellite W30DT-A-100(© 2014 CURVED)

Toshibas Windows-Tablet Satellite W30DT-A-100 verwandelt sich zusammen mit seiner Anstecktastatur in einen Notebook-Ersatz. Mit 13,3 Zoll erhaltet Ihr eine typische Laptop-Bildschirmgröße, die nicht alleine dafür verantwortlich ist, dass das Tablet zu schwer ist.

Großes Tablet, sperriges Notebook

Mit seinem 13,3 Zoll großen Display ist das Satellite W30DT-A-100 nur ein durchschnittlich großes Notebook, aber auch ein ziemlich großes Tablet. Allerdings sind nicht nur die Abmessungen groß, sondern auch das Gewicht. Das Toshiba bringt deutlich mehr auf die Waage als die üblichen sieben bis zehn Zoll großen Tablets, wodurch es sich eigentlich nur in der Wohnung bequem als Tablet nutzen lässt. Für unterwegs eignet es sich weniger, aber da dürften den meisten von Euch auch UMTS- oder LTE-Modem an dem Satellite fehlen. Das IPS-Display mit einer für Notebooks dieser Größe typischen Auflösung von 1366 x 768 Pixeln hat angenehm große Blickwinkel, spiegelt aber wie alle glänzenden Displays unnötig stark. Zudem erscheinen die Farben verwaschen und erstrahlen nicht in vollem Glanz. Die Glasoberfläche ist von einem Gummirand umgeben, der wenige Millimeter übersteht und so verhindert, dass es direkt auf dem Tisch aufliegt, falls Ihr es verkehrt herum hinlegt.

Wenn Ihr schonmal ein MacBook mit einem Finger aufgeklappt habt, wisst Ihr, dass das kein übertriebener Luxus, sondern sehr angenehm ist. Bei Toshibas W30DT müsst Ihr allerdings beide Hände benutzen, um es aufzuklappen. Anders bekommt Ihr den Deckel nicht von der Tastatur gelöst. Nach hinten lässt sich das Display nicht besonders weit neigen, aber es reicht für eine angenehme Arbeitshaltung. Das Tablet rastet in der Halterung ein, um es entfernen zu können, müsst Ihr einen Schieber zur Seite schieben und könnte es bequem nach oben heraus ziehen. In der Praxis fällt negativ auf, dass Ihr das Satellite nicht mit Hilfe der Anstecktastatur aufwecken könnt. Statt einfach eine Taste zu drücken, müsst Ihr im Notebookmodus umständlich die Einschalttaste an der Seite drücken. Die einzelnen Tasten - vor allem die Sondertasten - fallen schmal und klein aus. Schafft Ihr es sie sicher zu treffen, lässt sich mit Ihnen zwar tippen, aber Romane solltet Ihr mit dem Keyboard nicht schreiben wollen. Das Touchpad überzeugt uns ebenfalls nicht ohne Einschränkungen: Der Cursor bewegt sich zwar träge, aber immerhin wie vorgesehen und Ihr könnt direkt auf das berührungsempfindliche Feld tippen, um etwas anzuklicken. Am unteren Rand befinden sich sogar eine rechte und linke "Maustaste", die jedoch nur sehr unbequem zu erreichen sind und deswegen in der Praxis kaum hilfreich sind.

Hardware bremst Software aus

Im Satellite steckt Notebook-Technik und keine Tablet-Hardware. Der Dual-Core-Prozessor A4-1200 von AMD ist mit gemächlichen 1,0 GHz getaktet und der Grafikchip Radeon HD 8180 ist in ihm integriert. Dazu gesellen sich zwar noch vier Gigabyte Arbeitsspeicher, aber trotzdem ist das Setup für Windows 8.1 zu langsam. Führt Ihr einen Befehl aus oder berührt eine Schaltfläche, reagiert das Betriebssystem teilweise mit mehreren Sekunden Verzögerung. Die langen Ladezeiten von Programmen werden da fast nebensächlich. Das bringt weder bei der Arbeit noch in der Freizeit Spaß. An rechenintensive Anwendungen wie Spiele mag man da gar nicht denken. Stören Euch die Verzögerungen nicht, eignet sich das W30DT-A-100 durchaus zum Surfen, E-Mailen und Schreiben von Texten. Die Notebook-Festplatte bietet mit 500 Gigabyte eine größere Kapazität als jedes Tablet mit Flash-Speicher - hier sind derzeit 16 bis maximal 128 Gigabyte üblich. Für die Möglichkeit, mehr Daten abzulegen, bezahlt Ihr allerdings mit einer geringeren Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sowie einem höheren Gewicht. Praktisch: In der Anstecktastatur befindet sich ein zweiter Akku, der die Laufzeit des Satellite W30DT fast verdoppelt. Alleine soll das Tablet knapp 3:45 Stunden durchhalten, mit Tastatur sogar etwa 6:45 Stunden. Darüber hinaus verfügt das Dock über einen eigenen Stromanschluss und erweitert das Tablet, das selber nur mit einer Micro-USB-Buchse, einem Micro-HDMI-Ausgang und einem microSD-Kartenschacht ausgestattet ist, um einen USB-3.0-Anschluss. Für Videochats ist in dem Tablet-Teil des Satellite eine Webcam mit HD-Auflösung integriert. Die Lautsprecher befinden sich an den Seiten des Bildschirms, wodurch sich der Ton besser im Raum verteilt, als wenn sie an der Rückseite sitzen.

Fazit: Großes Tablet mit viel Zeit

Das Toshiba Satellite W30DT-A-100 ist ein netter Versuch, ein großes Tablet mit einem Notebook zu verbinden, aber für einen Nachfolger besteht großer Nachbesserungsbedarf. Denn so, wie er jetzt ist, macht die Nutzung des Notebook-Tablet-Hybrid keinen Spaß. Es ist klobig und schwer sowie langsam und träge. Die Farben auf dem Display wirken schwach, und mit etwas Training lässt sich auf einem schnellen Touchscreen bequemer tippen als auf der Anstecktastatur. Das Toshiba Satellite W30DT-A-100 ist bereits erhältlich, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro. Wir würden allerdings eher zu einem richtigen Notebook oder einem echten Tablet raten. Soll es ein Hybrid mit Anstecktastatur sein, lohnt sich ein Blick zur Konkurrenz von Asus.


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