UE Wonderboom im Test: Es hat Boom gemacht

Her damit !20
Ihr könnt zwei UE Wonderboom koppeln.
Ihr könnt zwei UE Wonderboom koppeln.(© 2017 CURVED)

Der UE Wonderboom ist in erster Linie ein Bluetooth-Speaker. Neben der Musikwiedergabe sprechen aber noch ein paar andere Aspekte für den kompakten Krachmacher. Der Test.

Der UE Boom 2 und die UE Roll 2 von Ultimate Ears sind alte Bekannte bei uns in der Redaktion. Wir haben beide Geräte getestet und große Freude damit gehabt. Nun hat Ultimate Ears sein Portfolio um ein weiteres Produkt ergänzt, um auch diejenigen zu erreichen, die sich bislang weder für den Boom noch für die Roll entscheiden wollten. Passt der Wonderboom genau dazwischen?

Im Bällebad des Sounds

Der Wonderboom sieht auf den ersten Blick aus wie der untersetzte Zwilling des Boom 2. Das bauchige Design erinnert an eine Getränkedose mit zu viel Umfang. Dennoch macht der nicht ganz so formschlanke Wonderboom eine gute Figur. Aufgrund seiner Größe liegt er wie ein perfekt geformter Schneeball ideal in der Hand, ohne dabei so druckempfindlich zu sein. Ebenfalls schön: Aufgrund der gleichen Abmessungen in alle drei Dimensionen hat der Wonderboom einen angenehm niedrigen Schwerpunkt. Im Gegensatz zum hochgewachsenen Boom 2 ist der Wonderboom dadurch nahezu unumstößlich.

Durch die rückseitig angebrachte Schlaufe lässt sich der Wonderboom theoretisch auch aufhängen. Allerdings bieten sich weder das runde Design noch der Aufbau der Speaker im Inneren dazu an. Um den Wonderboom sinnvoll einzusetzen, ist es deshalb eher ratsam, ihn auf einem Tisch oder ähnlichem abzustellen. So verteilen die vier verbauten Treiber die Akustik gleichmäßig in alle Richtungen. Während die zwei für die Mitten und Höhen zuständigen Aktiv-Treiber nach oben strahlen, kümmern sich die zwei nach unten gerichteten Passivradatoren um die tiefen Töne. Um diese richtig zur Geltung zu bringen, ist es deshalb sinnvoll, den Wonderboom auf eine glatte Oberfläche zu stellen, die als Resonanzkörper den Bass wiedergibt.

Der Wonderboom weist die typischen Bedienelemente der Ultimate-Ears-Speaker auf. Große Plus- und Minus-Tasten auf der Vorderseite regeln die Lautstärke. Zwei Tasten auf der Oberseite schalten das Gerät und die Bluetooth-Verbindung ein. Mehr Elemente oder Funktionen bietet die Soundkugel nicht – muss sie auch nicht. Wie wir in unserem Test festgestellt haben, ist der Umfang vollkommen ausreichend. Weder haben wir die Tap-Funktion des großen Booms vermisst, noch fehlte uns die App-Anbindung. Okay, durch den Verzicht der App-Unterstützung fällt zwar der Equalizer weg, aber die Soundabmischung ist von Haus aus absolut zufriedenstellend. Dazu gleich mehr. Der Wonderboom ist zudem nicht mit anderen Geräten aus der UE-Familie kompatibel. Ihr könnt lediglich zwei Wonderbooms untereinander verbinden.

Probleme unter Android

Die Verbindung zwischen Endgerät und Wonderboom stellt Ihr per Bluetooth her. Im Test hatten wir teilweise Probleme, den Wonderboom mit Android-Smartphones überhaupt zu finden. Obwohl das Telefon direkt neben dem Speaker lag, tauchte er nicht in der Liste der zu koppelnden Geräte auf. Bei Apples iPhone hingegen stand die Verbindung jedesmal binnen Sekunden. Dafür überzeugt die Reichweite der Verbindung. Über 30 Meter bleibt diese problemlos bestehen, sofern kein Hindernis die direkte Sicht blockiert. Für Partys in großen Wohnungen, ist der Wonderboom daher ideal geeignet. Auch weil sich zwei Wonderbooms gleichzeitig mit einer Musikquelle koppeln lassen. So könnt Ihr die Boxen im Raum verteilen, um ein ausgewogenes Klangbild zu erzeugen.

Kompaktes Soundwunder?

Wer mit den Speaker von UE vertraut ist, dürfte von unserem Ergebnis nicht überrascht sein. Wie schon beim Boom 2 schafft es UE auch beim Wonderboom ein für dieses Größenverhältnis erstaunlich ausgewogenes Klangbild zu erzeugen. Der Kompaktheit geschuldet fallen die tiefen Töne etwas schwach aus. Der Bass könnte insgesamt mehr Wumms vertragen. Im Alltag dürfte dieses Defizit aber kaum auffallen. Der Wonderboom richtet sich ohnehin eher an Leute, die viel unterwegs sind und spontan Musik hören möchten. Mit einer perfekt abgemischten 5.1.-Anlage kann der Wonderboom logischerweise nicht mithalten. Für den Preis von 99 Euro (UVP) muss er das aber auch gar nicht. Die von UE anvisierte Zielgruppe ist ganz klar das partywütige Volk und nicht der Musik-Connaisseur.

Der UE Wonderboom hat mich überzeugt. Im Test wie im Alltag. Der kleine Soundriese sieht dank seines reduzierten Designs nicht nur ansprechend aus, er hat auch noch ordentlich Wumms unter der Haube. Zuhause konnte ich den Speaker nicht mal voll aufdrehen, schon bei 80 Prozent Lautstärke können die Nachbarn mitfeiern – vor allem wenn zwei Wonderbooms gekoppelt sind, weht schnell Club-Atmosphäre durchs Wohnzimmer. Dass der Kompaktspeaker dank IPX7-Zertifizierung bis zu 30 Minuten bis zu einen Meter tief tauchen kann, ist bei UE inzwischen zum Glück längst Standard. Wer sich bislang also nicht zwischen Säule und Scheibe entscheiden konnte, findet in der Soundkugel möglicherweise den passenden Kompromiss.


Weitere Artikel zum Thema
Apple Watch 3 naht: Ausver­kauf des Nike+-Modells
Guido Karsten3
Die Apple Watch Nike+ erscheint womöglich schon bald in einer neuen Ausführung
Nike hat den Preis seines aktuellen Apple-Watch-Modells deutlich gesenkt. Das könnte auf einen baldigen Release des Nachfolgers hindeuten.
"Star Wars": Obi Wan Kenobi erhält eige­nen Film
Guido Karsten
Als Jedi-Meister und Ausbilder von Anakin Skywalker hat Obi Wan sich einen eigenen Film mehr als verdient
Die "Star Wars"-Gerüchte scheinen sich zu bewahrheiten: Die Besetzung steht noch nicht fest, aber der Obi Wan-Film soll kommen.
Xbox One X: Vorbe­stel­lung star­tet nach der Games­com-Keynote
Guido Karsten
Die Xbox One X soll im November 2017 erscheinen
Am 20. August soll der Vorverkauf für die Xbox One X beginnen. Zum Launch wird allerdings ein wichtiger Titel fehlen.