Ulefone Gemini im Test: Wie viel Dual-Kamera gibt es für 130 Euro?

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Ulefone Gemini: Eine Dual-Kamera für wenig Geld.
Ulefone Gemini: Eine Dual-Kamera für wenig Geld.(© 2017 CURVED)

Das ging schnell: Mit dem Honor 6X sind Dual-Kameras auf der CES Anfang Januar in der Mittelklasse angekommen. Keinen Monat später erreichen sie mit dem Ulefone Gemini den Einsteiger-Bereich. Preislich und mit Blick auf die Hardware passt das Smartphone schon mal in diese Kategorie. Deswegen lautet die wichtigste Frage im Test: Wie gut ist die Kamera?

Kurz zu den Specs: Auf der Rückseite des Ulefone Gemini befinden sich zwei Kamera-Linsen. Hinter einer steckt eine 13-Megapixel-Kamera, die für die Fotos zuständig ist. Die andere mit einer Auflösung von fünf Megapixeln liefert im SLR-Modus Infos zur Tiefenschärfe. Mit diesen soll die Software dafür sorgen, dass Ihr wie mit einer Spiegelreflexkamera scharfe Motive und unscharfe Hintergründe fotografieren könnt.

13 und fünf Megapixel

Der Tiefenschärfe-Effekt entwickelt sich zur typischen Verwendung einer Dual-Kamera. Umso ärgerlich ist es, dass dieser beim Ulefone Gemini nicht funktioniert. Ihr könnt zwar vor der Aufnahme den Fokuspunkt frei auswählen und über die Größe der Blendenöffnung bestimmen, wie unscharf der Hintergrund sein soll. Eine nachträgliche Änderung, wie etwa bei Honor 6X, ist allerdings nicht möglich. Das ließe sich noch verschmerzen, aber nicht die sehr grobe Auswahl der scharfen und unscharfen Bereiche. Dafür vertraut das Gemini auf einen Kreis um den gewählten Fokuspunkt. Eine Auswahl des Ausschnitts nach Entfernung zur Linse findet nicht statt. Dadurch wird die Dual-Kamera unbrauchbar, weil weit entfernte Dinge im Hintergrund scharf und Teile des eigentlich Motivs unscharf sind. Das ist bei anderen Dual-Kameras zwar auch nicht immer perfekt gelöst, aber schon deutlich besser.

Die anfängliche Hoffnung, dass die herkömmlichen Fotos des Ulefone Gemini wenigstens gut aussehen, ging im Test ebenfalls schnell verloren. Die Farben wirken blass, und um die Detailgenauigkeit ist es auch nicht gut gestellt. Sogar ohne aktive Dual-Kamera sind zudem die Ränder unscharf. Mit etwas stärkeren Kontrasten kann die Kamera nicht gut umgehen und überbelichtet schnell. Wird es dunkler, tritt schnell ein starkes Bildrauschen auf. Das passiert auch bei den Selfies der Frontkamera, die von fünf auf acht Megapixel interpoliert sind. Da kann auch der extra Auslöser, der das Fotografieren mit dem Smartphone wirklich vereinfacht, nichts mehr retten.

Full-HD, 32 GB und Android Nougat in Aussicht

Sollte Euch die schlechte Kamera nicht abgeschreckt haben, will ich Euch eine Einschätzung des restlichen Smartphones nicht vorenthalten. Das 5,5 Zoll große Full-HD-Display sieht gut aus, der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte ausreichend groß. Fast 25 Gigabyte stehen Euch davon noch zur Verfügung. Falls das nicht genug Speicherplatz ist, erweitert Ihr ihn einfach mit einer microSD-Karte.

Dem Quadcore-Chipsatz MediaTek MT6737T des Ulefone Gemini stehen drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Das reicht aus, um Apps zügig zu starten, die Nutzeroberfläche flüssig laufen und sich auch Spiele wie Asphalt Xtreme spielen lassen. Die Benchmark-Ergebnisse sind allerdings nicht beeindruckend. Als Betriebssystem erwartet Euch vorerst noch Android Marshmallow, aber Ulefone hat den Käufern das Update auf Android Nougat bereits versprochen. Das Standard-Theme der Nutzeroberfläche ist wieder sehr metallisch gehalten, lässt sich aber auch ohne zusätzlich installierte Launcher ändern.

Unterhalb des Displays befindet sich ein Homebutton mit integriertem Fingerabdrucksensor. Denn Platz daneben lässt Ulefone ungenutzt und setzt lieber auf On-Screen-Tasten. Mit denen lässt sich das Smartphone zwar auch bedienen, doch sie bedecken immer einen Teil des Displays. Falls das mal nicht der Fall ist, muss man sie immer einblenden, um eine Aktion auszuführen. Softkeys neben dem Homebutton wären die elegantere Lösung gewesen.

Fazit: Hoffen auf eine Pro-Version

Es gibt Einsteiger-Smartphones mit schicken Metallgehäuse und gutem Full-HD-Display. Dafür nimmt man dann durchaus abgespeckte Hardware in Kauf. Wird jedoch ein Merkmal so herausgestellt wie die Dual-Kamera beim Ulefone Gemini, muss sie sich mit anderen messen können. Das ist hier aber nicht der Fall. Somit bleibt am Ende kein wirkliches Argument für das Smartphone, das Ende Februar erscheinen soll und derzeit für rund 130 Euro vorbestellt werden kann.

Ein Lichtblick könnte das bereits von Ulefone angekündigte Gemini Pro sein, das nicht nur über eine bessere Hardware, sondern auch über eine andere Dual-Kamera verfügen soll. Bis dahin bleibt das Honor 6X das günstigste Smartphone mit einer brauchbaren Dual-Kamera.


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