Umi Z im Test: Das erste Helio-X27-Smartphone

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Für das Umi Z gibt es ein passendes Case zum Namen.
Für das Umi Z gibt es ein passendes Case zum Namen.(© 2017 CURVED)

Optisch sieht das Umi Z aus wie viele Smartphones, doch unter der Haube befindet sich erstmals der Helio-X27-Chipsatz. Was der kann und was das Smartphone sonst noch zu bieten hat, erfahrt Ihr im Test.

Das Umi Z ist das erste Smartphone mit MediaTeks neuem Helio X27, das unsere Redaktion erreicht hat. Da steht der Chip natürlich im Mittelpunkt des Tests, aber auch die anderen Ausstattungsmerkmale des Smartphones sollen nicht zu kurz kommen.

Helio X27 und ein großer Akku

Der Helio X27 verfügt über insgesamt zehn Rechenkerne, die in drei Cluster aufgeteilt sind. Diese sind mit 2,6, 2,0 und 1,6 Gigahertz getaktet. Das Konzept, das sich hinter dieser Aufteilung verbirgt, liegt in der Tatsache begründet, dass für verschiedene Arten von Anwendungen unterschiedliche Leistungsniveaus benötigt werden – wie zum Beispiel für die Wiedergabe von Musik im Gegensatz zum Gaming. Je nach benötigtem Bedarf übernimmt der passende Cluster: Dieser liefert im Idealfall genug Leistung, verbraucht aber weniger Strom als bei Abruf seiner vollen Power. Dass er leistungsfähig ist, beweist der X27 im Benchmark-Test. Fast 110.000 Punkte bei Antutu und 1797 sowie 4209 Punkte bei Geekbench sind Spitzenwerte für einen MediaTek-Chipsatz.

Im Vergleich erreichen der Snapdragon 821 und der A10 des iPhone 7 zwar noch bessere Ergebnisse, aber im Alltag ist das Umi Z mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher – mehr unterstützt der X27 nicht – und dem Mali-T880-Grafikchip mehr als schnell genug. Die Animationen der Nutzeroberfläche des Umi Z sind flüssig, Apps starten mit kurzen Ladezeiten und Spiele wie Asphalt Xtreme lassen sich ohne Probleme zocken.

Die Auswirkungen des X27 auf die Akkulaufzeit des Umi Z sind stark von der Nutzung des Smartphones abhängig. Ich höre zum Beispiel wenig Musik, spiele dafür aber mehr oder bin online mit verschiedenen Dingen beschäftigt. So kommt in meinem Fall die Stromspar-Logik des Chipsatzes kaum zum Einsatz. Die vergleichsweise große Kapazität des Akkus mit 3780 Milliamperestunden fällt aber positiv auf. Ich stehe den Tag entspannter durch als mit meinem – schon etwas älteren – OnePlus 2 und kann am zweiten Tag meistens noch in Ruhe frühstücken, bevor ich nach einer Lademöglichkeit suchen muss. Für einen kompletten zweiten Tag würde die Batterie aber nur reichen, wenn ich die Finger nur selten an das Umi Z lege.

Metall-Unibody und Fingerabdrucksensor

Die ganze Technik ist in einem ordentlich verarbeiteten Unibody-Metallgehäuse verpackt, das sich gut in der Hand anfühlt und sicher halten lässt. Die Tasten auf der rechten Seite weisen gut zu spürende Druckpunkte auf und auf der linken Seite befindet sich der Karteneinschub. Ihr könnt den 32 Gigabyte großen internen Speicher hier mit einer microSD-Karte erweitern oder zwei SIM-Karten in das Umi Z einlegen.

Auf der Vorderseite schaut Ihr auf ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, das hell leuchtet, große Betrachtungswinkel bietet und kräftige Farben sowie viele Details anzeigt. Unterhalb des Displays befindet sich ein Homebutton mit integriertem Fingerabdrucksensor, der fix und zuverlässig arbeitet. Die Taste hat zwar keinen Hub und gibt kein haptisches Feedback, lässt Euch aber immer wieder zum Startbildschirm zurückkehren. Zum Zurückgehen und Starten der Multitasking-Übersicht sind standardmäßig Onscreen-Tasten eingestellt. Sie lassen sich bei Nichtbedarf ausblenden und in den Einstellungen ganz abschalten. Dann, und nur dann, aktiviert das Umi Z seine Softkeys neben dem Homebutton.

13 Megapixel hinten, 13 Megapixel vorne

Die Haupt- und die Frontkamera des Umi Z liefern beide Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixel. Bei der Hauptkamera stehen Euch ein Laser-Autofokus und ein Autofokus mit Phasenerkennung zur Verfügung, auf die Ihr bei Selfies verzichten müsst. Dafür steht die Kamera auf der Rückseite leicht hervor. In der Kamera-App, die nicht die Standard-App von Android ist, steht Euch auch ein Pro-Modus für manuelle Einstellungen zur Verfügung.

Die Detailgenauigkeit der Bilder des Umi Z überzeugt mich. Anders sieht es mit den Farben aus. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie einen Farbstich haben, kann ihn aber nicht genau zuordnen. Die Farbwiedergabe wirkt einfach nicht ganz natürlich. Mit starken Kontrasten kommt die Kamera halbwegs zurecht, aber für eine ausgeglichene Beleuchtung lohnt es sich den HDR-Modus zu aktivieren. Das gilt allerdings nicht für die Selfies mit der Frontkamera. Hier ist mir zum ersten Mal ein HDR-Modus aufgefallen, der aber nur die dunkle Jacke ausbleicht und helle Bereiche nicht besser erkennbar macht. Die normalen Selfies wirkten dagegen ganz ordentlich, können jedoch bei der Nachbearbeitung noch einen Schuss Sättigung vertragen.

Als Betriebssystem liefert Umidigi das Umi Z mit Android Marshmallow und sehr wenigen vorinstallierten Apps aus. Das bedeutet, dass Ihr keine überflüssigen Apps aufräumen müsst. Für das Update auf Android Nougat hat der Hersteller noch keinen Termin genannt, verspricht aber, dass es kommt und zwar als Over-the-air-Update.

Fazit: Gutes Gesamtpaket mit Kritikpunkten im Detail

Nicht in jedem Einzelpunkt, aber als Gesamtpaket überzeugt das Umi Z vor allem, wenn man an den Preis von etwa 230 Euro denkt, die Euch das Smartphone bei Importshops kostet. Die Verarbeitung ist gut, die Hardware sehr gut, nur die Bedienung hätte noch besser gelöst sein können. Die Bildqualität der Kamera bewegt sich "nur" im guten Durchschnitt, kann aber nicht ganz oben mitspielen. Vorerst müsst Ihr noch mit Marshmallow vorlieb nehmen, sollt aber in Zukunft noch Android Nougat erhalten.

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