Urbanears Connected Speaker Baggen und Stammen im Test

Urbanears Stammen und Baggen
Urbanears Stammen und Baggen(© 2017 CURVED)

Urbanears hat nach seinen erfolgreichen Kopfhörern nun auch Lautsprecher für das Zuhause auf den Markt gebracht. Die Connected Speaker bestechen vor allem durch ihr schickes Design und die einfache Bedienung, verlieren aber beim Klang.

Stammen und Baggen heißen die kastenförmigen Lautsprecher von Urbanears. Zum Test haben wir einen kleinen (Stammen, rosa) und einen großen (Baggen, orange) einzeln gehört und miteinander verbunden. Leider passten unsere Modelle farblich nicht unbedingt zusammen.

Sechs Farben zum Kombinieren

Die fast würfelförmigen Speaker sind rundum mit netzartigem Stoff überzogen und wirken sehr modern. Durch das dennoch schlichte Design und die verschiedenen Farben passen sie zu nahezu jeder Einrichtung. Erhältlich sind die Connected Speaker in sechs Farben: Goldfish Orange, Concrete Grey, Indigo Blue, Dirty Pink, Plant Green und Vinyl Black.

Die Lautsprecher stehen auf kleinen Füßen. An der Unterseite wird das in der Farbe des Lautsprechers ummantelte Stromkabel angeschlossen und dann hinter der Box entlanggeführt. Ebenfalls an der Unterseite: ein AUX-Anschluss und ein USB-Port zum Laden von Smartphones.

Die Speaker gibt es in zwei Größen: Baggen ist mit ca. 30 x 30 x 21 Zentimetern der größere von beiden. Er besitzt zwei 2,5 Zoll full-range Treiber (Lautsprechermembranen) und einen 5,25 Zoll großen Tieftöner. Urbanears gibt den Frequenzbereich mit 35Hz-19kHz an. Der kleinere Speaker heißt Stammen und misst ca. 21 x 21 x 14 Zentimeter. Hier sind zwei 3/4 Zoll Treiber und ein 4 Zoll großer Tieftöner verbaut. Der Frequenzbereich liegt bei 50Hz-20kHz.

Viele Quellen und einfache Bedienung

Was uns im Test besonders gut gefallen hat, ist die Unterstützung vieler verschiedener Quellen dank eingebautem WLAN. Egal ob Spotify, AirPlay, Chromecast, Bluetooth oder Kabel – mit den Connected Speakern könnt Ihr alle Orte, an denen Ihr Eure Lieblingsmusik aufbewahrt, vereinen und abspielen. Updates für die Firmware werden im Hintergrund automatisch heruntergeladen, sodass Ihr Euch damit nicht herumschlagen müsst.

Auf der Oberseite der Speaker finden wir zwei Drehregler. Einer ist für die Lautstärke, der andere wählt aus drei Quellen und sieben verschiedenen Presets unsere Lieblingsmusik aus. Diese Presets erstellt Ihr mit der Urbanears Connected App (Android und iOS). Jede Liste entspricht zum Beispiel einer anderen Spotify-Playlist. Dann könnt Ihr den Drehregler verstellen und drücken, und schon wird eine andere Playlist abgespielt. Schnell und einfach je nach Stimmung zwischen Musikstilen oder Anlässen hin und her zu wechseln, das hat uns ganz gut gefallen.

Doch warum handelt es sich um "Connected Speakers"? Nun seid Ihr im Besitz mehrerer Urbanears-Lautsprecher, könnt Ihr diese über Eure ganze Wohnung hinweg verteilt entweder einzeln oder synchronisiert betreiben. Heißt: Pro Raum hört Ihr die gleiche oder unterschiedliche Musik. Befinden sich allerdings Etagen zwischen den Speakern, kann es zu einer kurzen Verzögerung im Abspielen kommen. Das dürfte aber nicht weiter auffällig sein – es sei denn Ihr wohnt in einem riesigen, offenen Loft. Im Test haben wir einen Baggen und einen Stammen in verschiedenen Räumen der Redaktion aufgestellt. Zwischendrin kam es selten zu sehr kurzen Aussetzern.

Klangqualität eher mäßig

Die Speaker gefallen mir persönlich optisch sehr, doch ihr Klang war im Test recht enttäuschend. Feinheiten in den Höhen und Bass sind kaum oder nicht hörbar. Beim großen Modell Baggen übernimmt der Tieftöner die Kontrolle und drängt sich stark in den Vordergrund. Per Equalizer könnt Ihr zwar etwas regulieren, doch werden dann die Höhen überbetont.

Der Kleine Stammen ist was Bass angeht sehr deutlich schwächer als sein großer Bruder. Höhen werden bei mehr Laustärke auch mal unangenehm spitz. Insgesamt lässt sich der Höreindruck als recht stumpf beschreiben. Alles klingt ungefähr so, als würde ein kleiner Lautsprecher unter einen dicken Decke liegen. Wer nur möglichst laut Partymusik hören will oder vernünftigen Ton beim Gucken von Netflix haben möchte, kommt auf seine Kosten. Aber wer auch gerne mal ein Klassik, Jazz oder Filmmusik lauschen wird, wird enttäuscht.

Fazit: hübsch, aber wenig dahinter

Im Test konnten wir problemlos zwischen den verschiedenen Zuspielern hin- und herschalten und die Boxen entweder einzeln oder im Verbund betreiben. Auch andere Smartphones zu verbinden, war kein Problem. Diese einfache Bedienung und relativ große Funktionalität hat uns sehr gefallen. Doch gemessen an der mäßigen Soundqualität sind die Boxen mit 450 Euro (Baggen) bzw. 350 Euro (Stammen) sehr teuer. Für eine zweite Generation wünschen wir uns von den Design-Speakern vor allem eines: ein besseres Sounddesign.


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