Vernee Mars im Test: Götterdämmerung

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Vernee Mars: Antennenstreife als dekorativer Rahmen.
Vernee Mars: Antennenstreife als dekorativer Rahmen.(© 2016 CURVED)

Nach dem nordischen Gott des Donners, Thor, steht der römische Kriegsgott Mars Pate für das zweite Smartphone von Vernee. Das Einsteiger-Gerät Thor hat uns auf Anhieb begeistert. Jetzt stellt sich mit dem Vernee Mars das Mittelklasse-Modell des jungen chinesischen Unternehmens unserem Test. Was soll da schon schiefgehen?

Metall statt Kunststoff, flottere Hardware und ein Fingerabdrucksensor: So will sich das Vernee Mars als Mittelklasse-Smartphone vom Einsteiger-Modell Vernee Thor absetzen. Die unvermeidbaren Antennenstreifen hat Vernee an den Rand Metall-Unibody-Gehäuses des Mars verschoben und nutzt sie zur optischen Einrahmung der Rückseite. Die Kante zur Seite könnte für meinen Geschmack noch etwas runder und weniger eckig sein. Nicht gerade für die verwendete Beschichtung spricht, dass sie bereits einzelne weiße Sprenkel aufweist, an denen sie abgerieben zu sein scheint.

Großes Display und erweiterbarer Speicher

Auf der Vorderseite des Vernee Mars dominiert das 5,5 Zoll große Full-HD-Display mit einem detailreichen, farblich natürlichen Bild und großen Blickwinkeln. Eine Home-Taste oder Sensortasten sucht Ihr vergeblich. Die Bedienung erfolgt über eingeblendete OnScreen-Tasten, was je nach persönlichem Geschmack aber kein Problem sein sollte.

Unter der Haube hält der Helio P10 von Mediatek das Vernee Mars am Laufen. Ihm stehen der Mali-T860-Grafikchip und vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Das reicht problemlos, um mit dem Smartphone gut durch den Alltag zu kommen. Die Nutzeroberfläche läuft flüssig, Apps starten zügig und Spiele lassen sich darauf auch zocken. Nur bei den Benchmark-Ergebnissen bleibt das Mars deutlich hinter den Spitzenmodellen zurück, liegt aber mit rund 50.000 Punkte bei Antutu und 703 sowie 2663 Punkten bei Geekbench etwas vor dem Vernee Thor.

Der interne Speicher fällt mit 32 Gigabyte ausreichend groß aus. Beim ersten Start stehen davon rund 24,5 Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung. Reicht Euch das nicht, könnt Ihr eine microSD-Karte in das Vernee Mars einlegen. Diese belegt dann den zweiten Kartenschacht, in den auch eine zweite SIM-Karte hinein passen würde.

13 Megapixel, Marshmallow und ein Fingerabdrucksensor

Die Hauptkamera des Vernee Mars liefert Fotos mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Das ist zwar ein Megapixel mehr als beim Galaxy S7, qualitativ bleibt das Mars aber deutlich zurück. Die Farben wirken blass und ausgeblichen, die Detailgenauigkeit lässt deutlich zu wünschen übrig, und die HDR-Funktion übertreibt es beim Aufhellen. Bei wenig Licht wird die Bildqualität nicht besser. Die Panoramen waren allesamt unscharf. Die Selfies der Fünf-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite überzeugen ebenfalls nicht wirklich, sind aber noch brauchbar.

Vernee liefert das Mars mit Android 6.0 Marshmallow aus und gibt sich mit der Standard-Nutzeroberfläche zufrieden. Außerdem verzichtet man auf die Installation von zusätzlichen Apps. Dafür verdient der Hersteller Lob. Denn die Apps, die Ihr nutzen wollt, könnt Ihr aus dem Play Store holen. Falls Euch die Nutzeroberfläche zu langweilig ist, stehen zahlreiche Launcher bereit.

Wo platziert man den Fingerabdrucksensor, wenn auf der Vorderseite keine Taste ist und die Rückseite ohne Unterbrechung sein soll? Genau, an der Seite. Beim Vernee Mars an der rechten Seite um genau zu sein. Da standen wohl die aktuellen Xperia-Modelle von Sony bei der Entwicklung Pate. Aber während die Sensoren bei Sony zuverlässig arbeiten, lässt sich das vom biometrischen Sicherheitsmerkmal des Mars nicht behaupten. Nur selten gelang es mir, das Smartphone mit meinem Fingerabdruck zu entsperren. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei denen ich meinen Finger sehr ruhig und sehr genau aufgelegt habe, erschien der Hinweis, dass es zu viele Versuche waren und ich die Entsperrung anders beenden soll.

Fazit: Einsteiger-Geräte kann Vernee, Mittelklasse (noch) nicht

Der Akku verfügt über eine Kapazität von 3000 mAh, hält den üblichen Tag durch und lässt sich zwischendurch schnell auffüllen. Mit Quick Charge sollt Ihr ihn über den USB-C-Anschluss in 30 Minuten zu 50 Prozent aufladen.

Das ist das Vernee Mars ingesamt kein schlechtes Smartphone, löst aber nicht so eine große Begeisterung wie das Vernee Thor aus. Auf das sehr gut ausgestattete Einsteigermodell folgt damit ein solides Mittelklasse-Gerät, das grundsätzlich nichts vermissen lässt. Das grundsätzlich schicke Unibody-Gehäuse weist Makel auf, die Hardware ist ausreichend, das Display schön anzusehen und Android Marshmallow nicht unnötig aufgebläht. Der Fingerabdrucksensor stellt sich allerdings als unbrauchbar heraus, und dann liefert die Kamera nicht einmal schöne Bilder.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Vernee Mars in Deutschland liegt bei 279 Euro, im Handel ist es jedoch schon für rund 250 Euro erhältlich.


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