Wiko Rainbow 4G im Test: LTE-Smartphone für Einsteiger

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Wiko Rainbow
Wiko Rainbow(© 2014 CURVED)

LTE ist nicht mehr den teuren Flaggschiffen vorbehalten, sondern inzwischen auch in günstigen Smartphones zu finden. Das Wiko Rainbow 4G lässt Euch zum Beispiel für 159 Euro mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde surfen. Ihr müsst Euch allerdings für eine Farbe des Regenbogens entscheiden – den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens haben wir trotzdem noch nicht gefunden.

Ein wenig enttäuscht war ich ja schon, als ich das Testgerät des Wiko Rainbow 4G in der Redaktion ausgepackt habe. Bei dem Namen erwartete ich ein Gerät jenseits der typischen schwarzen, silbernen und weißen Smartphones –  ein Blick auf die Produktseite des Herstellers machte Hoffnung: Die LTE-Variante des Rainbow steht in "Schwarz, Weiß, Türkis, Pink, Lila, Koralle und Gelb" zur Auswahl. Und was habe ich in der Hand? Natürlich das langweilige schwarze Modell. Aber beim Test spielt die Gehäusefarbe ja nur eine untergeordnete Rolle, und Ihr könnt beim Kauf Eure Wunschfarbe wählen.

Eine Rückseite wie eine Schutzhülle

Was ich relevanter finde als die Farbe ist die Haptik und die Optik – und da erinnert das Gehäuse des Wiko Rainbow 4G an eine Schutzhülle aus Silikon, ist allerdings nur ein Gehäuserückseite aus weichem Kunststoff mit hohen Rändern. Der optische Eindruck einer Schutzhülle ist gewollt und vor allem bei den bunten Geräten passend. Ansonsten sorgt das verwendete Material dafür, dass das Smartphone sich gut und sicher greifen lässt und sich in der Hand angenehm anfühlt. Insgesamt wirkt es jedoch recht klobig, was nicht nur an der Größe des Displays liegt, sondern auch an einer Dicke von einem Zentimeter, die inzwischen viele Geräte unterbieten.

Wiko baut in das Rainbow 4G ein fünf Zoll großes Display mit einer HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln ein. Das klingt in Zeiten von Full-HD- und QHD-Smartphones nach wenig, ist in meinen Augen aber noch ausreichend. Details und Schriften erscheinen scharf, so dass einzelne Pixel zu erkennen sind. Allerdings befindet sich das Display vergleichsweise tief hinter einer Glasscheibe versenkt. Dadurch werden die Blickwinkel des IPS-Bildschirms nicht kleiner, allerdings stören deutlich mehr Spiegelungen als bei anderen Geräten, wenn man den Touchscreen bewegt.

Vier Rechenkerne und acht Gigabyte Speicherplatz

Im Inneren des Wiko Rainbow verrichtet der Quad-Core-Prozessor MT6582 von Mediatek, der mit 1,3 Gigahertz getaktet ist, seine Arbeit. Ihm zur Seite steht ein 1 Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Zusammen sorgen sie dafür, dass die Benutzeroberfläche und alltägliche Anwendungen flüssig laufen. Die Ladezeiten fallen allerdings mitunter etwas länger als bei den Top-Modellen aus – machen das Smartphone aber nicht unbenutzbar. Im Antutu-Benchmark reicht es für 17.629 Punkte, was momentan dem unteren Bereich der Mittelklasse entspricht. Selbst rechenintensive Spiele wie Asphalt 8 laufen auf dem Rainbow flüssig – allerdings nur bei mittlerer Grafikqualität.

Der interne Speicher des Wiko Rainbow 4G fällt mit acht Gigabyte nicht gerade üppig aus - ist aber immerhin doppelt so groß, wie bei der UMTS-Version des Smartphones. Er sollte aber für Nutzer ausreichen, die nur selten Fotos speichern, nur wenige Apps installieren und keine Videos aufnehmen. Immerhin 5,7 Gigabyte stehen für Eure eigenen Daten zur Verfügung. Die Speicherkapazität lässt sich zudem bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern. Um sie - und auch die SIM-Karte - einlegen zu können, müsst Ihr den Akku entfernen. Inzwischen ein ungewöhnlicher Vorgang.

Der Akku mit einer Kapazität von 2500 Milliamperestunden reicht bei herkömmlicher Nutzung problemlos für einen ganzen Tag. Spielt Ihr jedoch die gesamte Zeit oder habt fast die gesamte Zeit den Bildschirm aus anderen Gründen eingeschaltet, braucht Ihr spätestens am Nachmittag dringend eine Steckdose zum Aufladen der Batterie. Die rückseitige Kamera nimmt Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln auf. Bei guter Beleuchtung würde ich die Bilder - obwohl sie nicht perfekt sind - ohne Bedenken bei Facebook einstellen. Für Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung gilt das nur, wenn sie wirklich einzigartig sind, denn schön sehen sie nicht aus. Die zwei Megapixel der Frontkamera sorgen nicht für die schönsten Selfies, sind aber für Videochats völlig ausreichend.

Android mit wenig Beigaben und ohne Multitasking-Liste

Das Wiko Rainbow 4G läuft mit Android 4.4.2, zu einem Update auf Android 5.0 Lollipop hat sich der Hersteller noch nicht geäußert. Mir gefällt, dass nur wenige Apps - von den von Google vorgegeben abgesehen - vorinstalliert sind. Zu ihnen gehören ein Dateimanager, ein Radio und eine eigene Verknüpfung zur Suche nach Systemaktualisierungen. Alle weiteren Anwendungen, die Ihr benötigt, findet Ihr im Play Store und müsst Euch nicht über Programme ärgern, die Ihr nicht benötigt und die sich nicht deinstallieren lassen.

Was ich trotz Android 4.4.2 vermisse, ist die Multitasking-Liste. Die zeigt mir das Rainbow nicht an. Stattdessen befindet sich neben der Home- und der Zurück-Schaltfläche nur eine Menü-"Taste". Diese ersetzt die Action Overflow-Schaltfläche - das sind die drei Punkte untereinander - in viele Apps, an die ich mich inzwischen gewöhnt habe, genau wie an die Multitasking-Übersicht. Die Menü-Taste ist dagegen unter Android 5.0 Lollipop und auch schon unter Android 4.4 Kitkat nicht mehr zeitgemäß gewesen.

Günstiges Einsteiger-Smartphone mit Datenturbo

Das Wiko Rainbow 4G ist nicht das günstigste LTE-Smartphone, gehört aber mit einem Verkaufspreis von 159 Euro zu den günstigsten Handys mit dem mobilen Datenturbo. Von dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens ist es allerdings weit entfernt. Es wirkt nicht nur optisch klobig, sondern liegt auch genau so in der Hand. Das Display ist gut, aber die Hardware nur für den Einsteigerbereich schnell genug.

Der Speicher dürfte größer sein, und die Bedienung ist nicht mehr zeitgemäß. Dafür sind mir 160 Euro dann schon fast ein zu hoher Preis. Mit Android 4.4 Kitkat könnte ich dagegen gut leben, auch da der Hersteller auf unnötig vorinstallierte Apps verzichtet. Für das Wiko Rainbow 4G würde ich allerdings nicht bis zum Ende des Regenbogens laufen, mich aber auch nicht vor ihm – wie vor einem Regenschauer – verstecken.


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