Withings Go im Test: der 200-Tage-Tracker

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Withings Go
Withings Go(© 2016 CURVED)

70 Euro kostet Withings Go, ein Fitnesstracker mit E-Ink-Display. Was kann man dafür erwarten? Der Test.

"Was hast du denn da um den Arm? Ist das eine Kinderuhr?" Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie oft ich diese Frage in der letzten Zeit gehört habe. Diese vermeintliche Kinderuhr ist in Wirklichkeit der Fitnesstracker Withings Go. Und dieses Gadget, das Freunde und Kollegen für eine FlickFlack halten, hat gleiche mehrere Designawards gewonnen. In der Tat sieht der Go anders aus als die Konkurrenten von Jawbone oder Fitbit.

Man kann den Go, der im Durchmesser etwas größer ist als eine Zwei-Euro-Münze, am Schlüsselbund oder am Gürtel befestigen – oder schlicht in die Hosentasche stecken. Nur wer mag, benutzt das mitgelieferte Armband, um den Tracker am Handgelenk zu tragen. Und noch etwas fällt beim Go auf: das Display. Während Jawbone komplett auf Bildschirme verzichtet und Fitbit bei den Charge-Armbändern auf LC-Displays setzt, kommt beim Withings-Modell ein E-Ink-Bildschirm zum Einsatz. Selbige Technologie benutzt auch Amazon für seine Kindle-Lesegeräte.

Acht Monate Akku-Laufzeit

Sie hat den Vorteil, dass das Display nur dann Strom verbraucht, wenn man es benutzt. Viel gibt es dafür auf dem Bildschirm nicht zu sehen. Ihr könnt kontinuierlich verfolgen, wie nah Ihr Eurem Schrittziel schon seid und nach einem Druck in die Display-Mitte die Uhrzeit ablesen. Dieser Minimalismus kommt allerdings der Akkulaufzeit entgegen. Wobei man hier von der Batterielaufzeit sprechen muss, denn im Go steckt eine Knopfzelle. Sie soll den kleinen Tracker für acht Monate mit Strom versorgen. Ist sie einmal leer, könnt Ihr sie ganz einfach selbst wechseln. Konkurrenz-Tracker müssen spätestens nach sieben Tagen an die Steckdose. Und noch etwas hat der Go den anderen voraus: Der Tracker ist komplett wasserdicht.

Ebenso minimalistisch wie das Display ist der Funktionsumfang: Der Go kann Eure Schritte zählen, Euer Schlafverhalten tracken und Eure Leistung beim Schwimmen festhalten. Herzschlag? Fehlanzeige. Gesammelte Daten sendet er per Bluetooth 4.0 ans Android-Smartphone oder iPhone. Die zugehörige App zeigt Euch dann detailliert an, wie viele Schritte Ihr gelaufen seid und wann Ihr nachts leicht oder tief geschlafen habt. Ernährungsdaten könnt Ihr nur hinzufügen, wenn Ihr zusätzlich die Anwendung MyFitnessPal installiert. Sportliche Aktivitäten zeichnet der Go selbstständig auf.

Wie viel und wie weit? Die Withings-App bietet ein Überblick über Eure Aktivitäten.(© 2016 CURVED)

Je nach dem, wie viele Schritte Ihr geht, könnt Ihr Euch diverse Badges als Belohnung verdienen. Außerdem könnt Ihr Euch mit Freunden vernetzen, die ebenfalls einen Go besitzen und schauen, wer pro Woche die meisten Schritte schafft. Das sind nette Funktionen, aber auch nichts, was andere Hersteller nicht auch bieten. Darüber hinaus könnt Ihr über die App Uhrzeiten für Alarme einstellen, die Euch zum Beispiel daran erinnern sollen, zu frühstücken oder rechtzeitig ins Bett zu gehen. Mehr als eine Push-Benachrichtigung gibt's nicht, das schafft auch jede Wecker-App.

Fazit: das Zünglein an der Waage

Am ehesten lohnt sich der Withings-Tracker, wenn Ihr Euch schon im Kosmos der neuen Nokia-Tochter bewegt, etwa die "Smart Body Analyzer"-Waage besitzt. Denn Ihr könnt alle Withings-Geräte in der App anmelden und neben Schritten so zusätzlich Gewicht und Blutdruck tracken. Für Sportskanonen dürfte der Funktionsumfang zu gering sein. Tracker wie der Charge HR von Fitbit können da mehr Werte erfassen. Sparfüchse sollten einen Blick auf den Jawbone Up Move werfen. Der hat zwar kein Display, läuft dank Knopfbatterie aber genauso lange wie der Go und ist mit einem Preis von aktuell teilweise 13 Euro deutlich günstiger. Mit der Activité Pop hat Withings übrigens noch einen ähnlichen Tracker in Uhrenform im Angebot. Die ist zwar schicker, mit einer UVP von rund 150 Euro aber auch teurer.


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