Withings Home im Test: die Heimkamera mit Spürnase

Peinlich !48
Withings Home
Withings Home(© 2015 CURVED)

Den französischen Hersteller Withings kennt Ihr bestimmt von Fitness-Trackern und WLAN-Waagen sowie Blutdruckmessgeräten. Mit der Withings Home bekommt Ihr nun eine Überwachungskamera, die auch die Qualität der Raumluft im Blick behält. Was das Gerät noch alles so kann und ob es ein sinnvolles Gadget für die eigenen vier Wände ist, erfahrt Ihr in meinem Erfahrungsbericht. 

Auf der IFA im vergangenen Jahr zeigte Withings zum ersten Mal die "Home" genannte smarte HD-Kamera. Anders als andere Überwachungskameras schießt die Withings Home nicht nur Bilder oder Videos der Umgebung, sondern misst auch noch die Luftqualität und kann auch als Nachtlicht genutzt werden. Diese kleine Dose hat es also faustdick hinter dem abnehmbaren Dekorring, also erst mal zum technischen Innenleben.

Auspacken, anschließen und loslegen

Die Installation und Einrichtung der Withings Home ist sehr einfach gestaltet. Leider braucht Ihr aktuell noch ein iOS-Device dafür, da es die App nur für Apples mobiles Betriebssystem gibt. An einer Android-Version wird noch gearbeitet, bis zur Fertigstellung dauert es aber noch etwas. Besitzt ihr ein iPhone oder iPad, dann müsst ihr nur die Withings Home-App herunterladen, Bluetooth aktivieren und die Software starten. Die Withings Home selbst schließt Ihr an die Stromversorgung an und sobald diese blau blinkt, richtet ihr sie per App ein. Dabei übernimmt die Software die WLAN-Einstellungen von eurem iOS-Gerät und überträgt diese auf die smarte Kamera. Jetzt ist die Withings Home für Euer WLAN eingerichtet und kann überall im Haus platziert werden. Wer die Home lieber per Kabel in sein Netzwerk hängen möchte, kann dies auch tun, denn an der Rückseite steht ein entsprechender Port zur Verfügung.

Die Kamera - unspektakulär, aber effektiv

Auf dem Smartphone- sowie dem klassischen Kamera-Markt kann man mit einer Auflösung von 5 Megapixeln kaum noch jemanden zum Kauf locken. Wenn es aber um Raumüberwachung oder Webcams geht, sind 5 Megapixel eher im oberen Segment angesiedelt. Die Withings Home kann nicht nur mit dem 5-MP-CMOS-Sensor, der Videos in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen kann, sondern auch mit einer 135-Grad-Weitwinkeloptik glänzen. Da die Home auch in der Nacht und bei Dunkelheit den Raum überwachen soll, verpasste man der Kamera noch eine Nachtsicht-Funktion.

Da die Withings Home zur Überwachung der eigenen vier Wände gedacht ist, wird die Kamera entweder durch eine Bewegung vor der Optik oder durch ein Geräusch ausgelöst. Hat man die Push-Benachrichtigung aktiviert, informiert Euch die Withings Home per App über Vorfälle, sodass Ihr gleich nach dem Rechten sehen könnt.

Withings Home Spot, © CURVED
Die Withings Home lässt sich auch gut als Katzen-Überwachungskamera nutzen.  © CURVED

Wenn Ihr neugierig seid, könnt Ihr über die App auch einen Livefeed der Kamera abrufen. Da die Home auch über integrierte Mikrofone und einen Lautsprecher verfügt, könnt Ihr bei Bedarf über die App mit Personen vor der Linse der Home sprechen. Dafür gibt es einen Push-to-Talk-Button im Livestream-Fenster.

Nach Ablauf eines ganzen Tages erhaltet Ihr auch noch einen schönen Timelapse-Clip, der sich aus der App heraus als Video exportieren lässt, um ihn in sozialen Netzwerken, per Mail oder in anderer Form zu teilen.

Luftqualitätsmessung, Nachtlicht und Babyspieluhr integriert

Da Withings für die Home satte 199,95 Euro verlangt, wäre eine reine Videoüberwachungs-Funktion zu wenig. Deshalb sind noch ein paar zusätzliche Features und Sensoren in die Home integriert worden, die vor allem Familien interessieren könnten. Als Allererstes wäre die Überwachung der Luftqualität zu nennen: Die Home verfügt für die Luftanalyse über einen Sensor, der kohlenstoffhaltige Substanzen in der Raumluft misst. Dazu zählen laut Withings Aceton, Benzol oder auch Ethylenglykol. Überschreitet der Wert eine bestimmte Grenze, benachrichtigt Euch die App, dass es Zeit ist, den Raum zu lüften und damit die Werte zu senken.

Wesentlich nützlicher für Eltern mit Säuglingen ist aber die Nachtlicht-Funktion mit integrierter Spieluhr. Um das Baby auch aus dem Wohnzimmer zu beruhigen, kann man aus der App heraus die Musik starten und auch das Nachtlicht aktivieren. Leider gibt es nur eine Melodie, die Ihr über die Withings Home abspielen könnt, sodass diese Funktion sicher nur für Säuglinge und nicht auch für Kleinkinder taugt.

Fazit: praktisch - für iOS-Nutzer

Eigentlich ist die Withings Home ein spannendes Gadget, gerade für Eltern von kleineren Kindern oder Säuglingen. Die Kombination aus Nachtlicht, Baby-Spieluhr und Babyfon ist für diese unschlagbar. Das Handling der Home von Withings ist kinderleicht und erfordert keine tiefen Kenntnisse in Netzwerktechniken. Die ganze Prozedur hat mit meinem iPhone 6 Plus keine fünf Minuten gedauert inklusive anschließen der Home an die Steckdose. Es gibt nur eine kleine Sache, die Withings hätte besser machen können: dem Kamerateil einen Akku zu spendieren und zusätzlich die Baseplate mit einer Induktionsspule zu versehen. So hätte man die Home auch für kürzere Einsätze fernab einer Steckdose nutzen können.

Leider kommen aktuell nur Eltern mit iPhone oder iPad in den Genuss, die Withings Home zu nutzen, da sowohl eine Android-App als auch ein Webinterface noch auf sich warten lassen. Schade, denn ich denke, auch Eltern mit Android-Smartphones hätten Interesse an dem praktischen Überwachungstool.


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