Xiaomi Mi Mix 2 im Test: viel Display für wenig Geld

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Xiaomi Mi Mix 2
Xiaomi Mi Mix 2(© 2018 CURVED)

Das Mi Mix von Xiaomi war das erste Smartphone mit einem nahezu randlosen Display. Da inzwischen fast jeder Hersteller die Idee kopiert hat, muss das Xiaomi Mi Mix 2 an anderer Stelle punkten. Ob ihm das gelingt, erfahrt ihr im Test.

Eine Besonderheit bleibt Keramik: Andere Hersteller verwenden das besondere Material noch nicht in großem Umfang. Allerdings besteht nur bei der teuersten Variante des Mi Mix 2 das gesamte Gehäuse aus Keramik. Bei unser Testgerät besteht nur die Rückseite aus Keramik, der Rahmen ist aus Aluminium. Hält man das Smartphone in der Hand, fällt der besondere Werkstoff aber kaum auf und man hält ihn schnell für herkömmlichen Kunststoff. Insgesamt ist das Mi Mix 2 gut verarbeitet, liegt angenehm in der Hand, ist allerdings vergleichsweise rutschig.

Viel Display und wenig Rand

Im Mi Mix 2 verbaut Xiaomi ein 5,99 Zoll großes Display im 18:9-Format mit einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln. Das reicht für ein scharfes Bild und natürlich wirkende Farben. Allerdings ist der Bildschirm dunkler als die meisten anderen Touchscreens, was ihn vor allem bei Sonnenschein schwerer erkennbar macht. Der Rand ist zwar schmaler als bei anderen herkömmlichen Smartphones, könnte aber im Vergleich zu anderen "randlosen" Modellen wie dem Galaxy Note 8, LG V30 oder HTC U11 Plus ein bisschen filigraner ausfallen.

Die inneren Werte des Xiaomi Mi Mix 2 lassen dagegen keine Wünsche übrig. Mit dem Snapdragon 835 und sechs Gigabyte Arbeitsspeicher – in der weißen Keramik-Version sind es sogar acht Gigabyte RAM – ist das Smartphone nicht nur für alltägliche Aufgaben gerüstet, sondern lässt sich auch von Spielen oder rechenintensiven AR-Anwendungen nicht beeindrucken. Zum Vergleich: Im Vorgänger verbaut Xiaomi den Snapdragon 821 sowie wahlweise vier oder sechs Gigabyte RAM.

Bei unserem Testgerät war der interne Speicher 64 Gigabyte groß und ließ sich nicht mit einer microSD-Karte erweitern. Benötigt ihr mehr Speicherplatz, müsst ihr direkt zu einer Variante mit mehr Speicherkapazität greifen. 128 und 256 Gigabyte stehen zur Auswahl. In dieser Hinsicht hat sich gegenüber dem ersten Xiaomi Mi Mix also nichts geändert.

Als Betriebssystem erwartet euch Android 7.1.1. Die Tests am Update auf Oreo laufen bereits, aber einen Termin für die Aktualisierung gibt es noch nicht. Xiaomi versieht Android mit seiner eigenen Nutzeroberfläche MIUI, die viele eigene Elemente enthält und sich deswegen nicht nur optisch von anderen Android-Versionen unterscheidet. In der globalen Version auf unserem Testgerät stand Deutsch als Sprache zur Auswahl. Die Google-Apps waren vorinstalliert.

Das große Display lässt keinen Platz auf der Vorderseite für den Fingerabdrucksensor, der deswegen auf der Rückseite sitzt. Sofern man das Mi Mix 2 in der Hand hält, ist er da auch gut erreichbar. Darüberhinaus verbaut Xiaomi Bluetooth 5.0 mit einer deutlich größeren Reichweite als die vorherige Version 4.2 sowie das LTE-Band 20, das für den schnellen mobilen Internetzugang in Deutschland hilfreich ist und vorherigen Modellen des chinesischen Herstellers fehlte. Der Akku mit einer Kapazität von 3400 mAh hielt im Test den typischen Tag durch und ließ sich bei Bedarf mit der Schnellladefunktion QuickCharge 3.0 fix wieder auffüllen.

Für Selfies bitte drehen

Die Hauptkamera des Mi Mix 2 verfügt mit zwölf Megapixeln über eine Auflösung, die auch andere Top-Smartphones haben. Die Blende ist mit f/2.0 allerdings weniger lichtstark als beim HTC U11, iPhone 8 oder Galaxy S8. Schade, dass die Aufnahmen trotz optischem Bildstabilisator nur selten gestochen scharf sind. Da erwarte ich von einem Top-Smartphone mehr. Zudem lässt die Bildqualität stark nach, sobald das Licht abnimmt. Zwar nutzt die Kamera die wenig vorhandene Helligkeit in der Nacht gut aus, schaut man sich die Aufnahmen aber etwas genauer und nicht nur in klein auf dem Smartphone-Display an, fällt sofort auf, wie verwaschen die Nachtaufnahmen sind.

Die Frontkamera befindet sich unterhalb des Displays. Anders haben die Ingenieure von Xiaomi das bei den schmalen Rändern nicht hinbekommen. Das bedeutet für Selfies mit der Fünf-Megapixel-Kamera müsst ihr das Mi Mix 2 immer umdrehen. Das nervt, aber immerhin sind das Ergebnis vorzeigbare Selbstporträts mit angenehm kräftigen Farben und einer ausreichend hohen Detailgenauigkeit, die man gerne verschickt.

Fazit

Das Xiaomi Mi Mix 2 hat den Reiz des Besonderen, bleibt aber eine sehr günstige Alternative zu den Top-Smartphones. An der Hardware gibt es nichts zu bemängeln, doch für das "randlose" Display und die Frontkamera gibt es inzwischen bessere Lösungen. Und auch bei der Bildqualität der Hauptkamera bleibt das Mi Mix 2 hinter den Flaggschiffen von Samsung, Apple, HTC oder LG zurück. Dafür erwartet euch mit MIUI eine sehr gute Nutzeroberfläche. Insgesamt lockt das Smartphone mit einem attraktiven Preis-Leistung-Verhältnis.

Bei Tradingshenzen, die uns das Testgerät freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben, kostet das Xiaomi Mi Mix 2 in der getesteten Variante momentan 417 Euro. Das ist die günstigste Variante, je nach Ausstattung steigt der Preis auf bis etwa 600 Euro. Im CURVED-Shop erhaltet ihr die Ausführung mit 64 Gigabyte internem Speicher aktuell für 569 Euro.


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