Xiaomi Mi5s Plus im Test: Darf's ein bisschen größer sein? [mit Video]

Die Herbstkollektion ist da! Im Frühjahr präsentierte Xiaomi mit dem Mi5 bereits ein Flaggschiff-Modell für 2016. Mit dem Xiaomi Mi5s Plus folgt jetzt im Herbst ein noch besser ausgestattetes Top-Modell – zu einem weiterhin günstigen Preis.

Zurück zum Metall: Verfügte das Mi5 noch über eine Rückseite aus Glas, bzw. Keramik in der Pro-Version, hat sich Xiaomi beim Mi5s Plus für Metall als Gehäusematerial entschieden. Die Rückseite erstrahlt in einem gebürsteten Look und kommt anders als beim kleineren Mi5s ohne sichtbare Antennenstreifen aus. Die Verarbeitung ist ordentlich, das Smartphone schmiegt sich in Eure Hand.

Großes Display und viel Platz für Hardware

Aber mit einem 5,7 Zoll großen Display ist das Xiaomi Mi5s Plus auch ein sehr großes Smartphone und bietet sich zumindest in Bezug auf die Displaygröße als Alternative zum Samsung Galaxy Note 7 an. Der IPS-Bildschirm verfügt über eine Full-HD-Auflösung, die auch bei dieser Größe noch für ein detailliertes Bild sorgt. Die Blickwinkel sind stabil und die Farben ausgewogen kräftig und natürlich. Gorilla Glass 4 soll Kratzer verhindern.

Xiaomi baut den Snapdragon 821 in das Mi5s Plus ein. Der aktuellste Chipsatz von Qualcomm verfügt über vier Rechenkerne, die mit 2,35 Gigahertz getaktet sind. Beim Arbeitsspeicher habt Ihr die Wahl zwischen vier und sechs Gigabyte. Je nachdem ist der interne Speicher 64 oder 128 Gigabyte groß und lässt sich in beiden Fällen nicht mit einer microSD-Karte erweitern. Zum Test stand mir die Variante mit mehr Speicher zur Verfügung, die über 119 Gigabyte freien Speicherplatz verfügte. Im Alltag ist das mehr als genug Leistung, um Betriebssystem, Nutzeroberfläche, Apps und Spiel schnell starten und flüssig laufen zu lassen. In Zahlen sieht das so aus: Fast 142.000 Punkte im Antutu-Benchmark und 1820 sowie 3861 Punkte im Sinlge- und Multi-Core-Test von Geekbench.

Ebenfalls unter der Haube befindet sich ein Akku mit einer vergleichsweise großen Kapazität von 3800 mAh, der aber auch ein großes Display am Laufen halten muss. So hält er problemlos einen Tag durch, mehr aber auch nicht. Dank USB-C und Quick Charge 3.0 ist die Batterie wieder fix geladen.

Ihr könnt zwar den internen Speicher des Mi5s Plus nicht erweitern, aber im Kartenschacht ist trotzdem Platz für zwei Karten. Zwei SIM-Karten. Auf der Oberseite des Smartphones findet Ihr einen Klinkenstecker für Kopfhörer und einen Infrarot-Sender. Dieser macht in Verbindung mit der IR Remote-App aus dem Smartphone eine Universalfernbedienung. Auf der Rückseite befindet sich ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor, der schnell Eure Fingerabdrücke erkennt und das Smartphone entsperrt.

Dual-Kamera mit Software-Problemen

Wie beim iPhone 7 ist beim Xiaomi Mi5s die Plus-Version nicht nur größer, sondern verfügt über eine Dual-Kamera. Während Apple die zwei Linsen für einen Portrait-Modus und für eine optischen Zoom nutzt, verbaut Xiaomi zwei 13-Megapixel-Kameras. In der Kamera-App könnt Ihr wie beim Xiaomi Redmi Pro eine Stereo-Modus aktivieren, der Euch theoretisch Aufnahmen mit unscharfen Hintergründen aufnehmen lässt – inklusive nachträglicher Veränderungen des Fokuspunkt und des Schärfebereichs sowie einer beweglichen 3D-Ansicht. Nur leider funktioniert das bei unserem Testgerät nicht. Da bleibt nur das Warten auf ein Software-Update für die Kamera-App.

Xiaomi Mi5s Plus: Die Dual-Kamera besteht aus zwei Kameras mit jeweils 13 Megapixeln.(© 2016 CURVED)

Hier erwarten Euch eine hohe Detailgenauigkeit und kräftige Farben. Mit starken Kontrasten kommt die Kamera schon gut zurecht. Doch es lohnt sich, den HDR-Modus einzuschalten, um vor allem dunkle Bereiche noch weiter aufzuhellen und die Farben kräftiger wirken zu lassen. Panorama-Aufnahmen setzt die Kamera bzw. die Software sehr gut zusammen, dürfte sie aber gerne noch heller und auch insgesamt größer machen. Bei Zimmerbeleuchtung verlieren die Farben ein wenig an Sättigung. Ein leichtes Bildrauschen ist zu erkennen. Trotzdem bleiben die Bilder vorzeigbar. Nachts liefert die Kamera immer noch erkennbare Aufnahmen, aber nicht mehr zu einer vorzeigbaren Qualität. Das Bildrauschen ist zu stark.

Die Frontkamera des Mi5s Plus liefert Selfies mit vier Megapixeln. Dabei setzt Xiaomi auf die Ultrapixel-Technologie, auf die vor einigen Jahren auch HTC gesetzt hat. Die Bildsensoren mit großen Bildpunkten und weniger Auflösung konnten sich aber nicht durchsetzen. Die Selfies des Mi5s Plus sind aber auf jeden Fall ausreichend scharf und detailliert, aber für meinen Geschmack dürften die Farben noch kräftiger sein.

Marshmallow mit MIUI

Als Betriebssystem setzt Xiaomi beim Mi5s Plus auf Android 6.0 Marshmallow und verpasst Googles Software mit der MIUI seine eigene Nutzeroberfläche. Diese hat nicht nur ihr eigenes Design, sondern bringt mit Second Space – Ihr könnt eine zweite Android-Installation einrichten – und den Dual-Apps Funktionen mit, die nicht zum Standard-Umfang von Android gehören. Mit den Dual-Apps könnt Ihr eine App zwei Mal für zwei verschiedene Nutzerkonten installieren und zum Beispiel WhatsApp für beide SIM-Karten nutzen.

Auf unserem Testgerät befindet sich die chinesische Version von Xiaomis Software-Paket, die ohne Google-Dienste, mit chinesischen und hier unbrauchbaren Apps sowie nur in Englisch und Chinesisch daherkommt. Aber die meisten Importhändler bieten Euch an, eine internationale, mehrsprachige ROM zur installieren. Diese Version von Xiaomis Betriebssystem enthält die Google-Dienste und bietet Euch neben vielen anderen Sprachen auch Deutsch an.

Fazit: großes Smartphone mit Top-Hardware

Das Xiaomi Mi5s Plus ist ein großes Smartphone mit der aktuell besten Hardware auf dem Markt. Kleine Abzüge gibt es für die Displayauflösung, der nach Kunststoff klingenden Metallrückseite oder der nicht perfekten Kamera. Der anfangs sehr attraktive Preis wird beim Import unter Umständen deutlich höher, und schon sind Geräte wie das OnePlus 3 oder das ZTE Axon 7 für ebenfalls rund 400 Euro deutlich interessanter. Sind Euch 5,7 Zoll zu groß, aber das Mi5s Plus gefällt Euch grundsätzlich, dann werft einen Blick auf das kleinere Xiaomi Mi5s.

Xiaomi verkauft seine Smartphones immer noch nicht in Deutschland, sodass Ihr es momentan nur über Import-Händler wie den CECT-Shop, der uns das Mi5s Plus freundlicherweise für den Test zur Verfügung gestellt hat, beziehen könnt. Dort kostet es 419 Euro plus Versandkosten und evtl. Steuern und Zoll bei der Einfuhr nach Deutschland. Insgesamt kein so attraktiver Preis mehr wie die 2259 Yuan, die es in China kostet und die umgerechnet rund 350 Euro betragen. Ohne Dual-Kamera, mit kleinerem Display und etwas weniger Speicher bekommt Ihr das Mi5s beim CECT-Shop aber schon für 349 Euro.


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