Zagg Slim Book im Test: der Plastikbomber

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Von vorn macht das Zagg Slim Book gar keinen schlechten Eindruck.
Von vorn macht das Zagg Slim Book gar keinen schlechten Eindruck.(© 2016 CURVED)

Solange Apple das Smart Keyboard fürs iPad Pro nur mit US-Layout verkauft, müssen Nutzer auf Alternativen, wie das Zagg Slim Book, ausweichen. Ob's was taugt?

Offenbar glaubt Apple nicht daran, dass deutschsprachige iPad-Pro-Käufer viel auf dem Gerät tippen. Denn das Tastatur-Cover Smart Keyboard ist hierzulande auch über sechs Monate nach dem Verkaufsstart des Riesen-Tablets nur mit US-amerikanischem Layout erhältlich. Natürlich könnt Ihr das Zubehör trotzdem mit dem iPad Pro benutzen. Es wird auch als deutsche Tastatur erkannt. Ich kann aber schon verstehen, dass man gerne Umlaute und eine vernünftige Enter-Taste haben möchte, wenn man mehr als 150 Euro für eine Tastatur ausgibt.

Ebenso teuer ist das Zagg Slim Book. Für das Geld bekommt Ihr zwei Teile: die Bluetooth-Tastatur und eine Hülle fürs iPad. Die Aufbauanleitung erschließt sich von selbst. Das Tablet kommt in die Hülle, die Hülle in die Halterung an der Tastatur. Jetzt müsst Ihr die Tastatur nur noch per Bluetooth mit dem iPad verbinden. Zagg, fertig: Arbeitsgerät. Einen Vergleich mit einem MacBook will ich an dieser Stelle nicht heranziehen. Nicht nur hat Felix im Test bereits festgestellt, dass iOS als Betriebssystem der Flaschenhals für Arbeitstiere ist.

Kein Apple-Style

Auch das Aussehen kann im Vergleich nicht mithalten. Denn das Zagg Slim Book macht das iPad recht unansehnlich. Und schwer. Die dicke, schwarze Plastikhülle soll das Gerät mit Sicherheit vor Kratzern schützen. Vom schick designten Tablet ist aber nichts mehr zu sehen. Stattdessen sieht das Zagg Slim Book aus wie ein Plastik-Notebook eines x-beliebigen Herstellers. Dazu kommt, dass das vergleichsweise leichte iPad durch Hülle und Tastatur enorm an Gewicht zulegt. Gefühlt ist die Konstruktion deutlich schwerer als mein 13,3 Zoll großes MacBook Air. Der Name “Slim Book” bleibt ein ungehaltenes Werbeversprechen.

Die Tastatur an sich soll zumindest den Eindruck erwecken, als stamme sie von einem MacBook ab. Auf der Unterseite ist sie zwar auch schwarz, im aufgeklappten Zustand sieht sie dem Keyboard des Originals aber ziemlich ähnlich. Das liegt auch an der Oberfläche im Alu-Look. Man kann auf der Tastatur anständig schreiben. An das Feeling eines MacBook-Keyboards kommt sie aber nicht heran. Dafür klappern die Tasten viel zu laut. Was zusätzlich stört: Je weiter man in die Mitte kommt, desto mehr gibt das Slim Book nach. Wirklich hochwertig fühlt es sich nicht an.

Tastatur mit Sondertasten

Immerhin hat die Tastatur ein paar Extras an Bord. Dazu gehören 13 Sondertasten, über die Ihr unter anderem Siri aktivieren oder auf den Homescreen springen könnt. Außerdem habt Ihr die Möglichkeit, das Slim Book mit drei Bluetooth-Geräten zu koppeln. Wenn Ihr bei der Arbeit am iPad eine WhatsApp-Nachricht auf dem iPhone bekommt, könnt Ihr schnell umschalten und die Antwort über die Tastatur verfassen. Wie andere Tastatur-Cover wird auch das Slim Book als Smart Cover erkannt. Das heißt: Wenn Ihr das improvisierte Notebook schließt, geht auch der Bildschirm aus.

Manche Sondertasten auf der Tastatur bieten einen echten Mehrwert.(© 2016 CURVED)

Noch ein Wort zur Akkulaufzeit: Zagg gibt für das Slim Book eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren an. Die Erklärung für den Wahnsinnswert findet sich im Kleingedruckten: Ihr dürft nicht länger als eine Stunde pro Tag damit arbeiten, und die Hintergrundbeleuchtung muss aus bleiben. Arbeitstiere müssen sicherlich rund alle drei Monate an die Steckdose, was immer noch ein guter Wert wäre. Geladen wird das Slim Book, ganz Apple-unlike, über einen micro-USB-Port.

Fazit: Zagg, fertig!

Das Slim Book bietet im Vergleich zu anderen iPad-Tastaturen nur wenig Mehrwert. Wer Angst vor Kratzern auf dem teuren Tablet hat und obendrein eine Tastatur benötigt kann hier zugreifen, bekommt dann aber ordentlich Gewicht in den Rucksack. Die bessere Alternative bietet das Brydge Pro. Das ist zwar nicht günstiger, sieht aber deutlich mehr nach Apple aus und bietet außerdem eine Tastatur mit besserem Druckpunkt.


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