ZTE Blade L2 & Blade Q Maxi im Test: Ungleiches Doppel

Weg damit !31
Mal eckig, mal rund: ZTE Blade Q Maxi und Blade L2
Mal eckig, mal rund: ZTE Blade Q Maxi und Blade L2(© 2014 CURVED)

ZTE gehört zu den chinesischen Smartphone-Herstellern, die schon den Schritt nach Europa gewagt haben. Um zu sehen, was die aufstrebenden Drachen jenseits von Spitzenmodellen wie dem OnePlus One oder dem Xiaomi Mi3 zu bieten haben, haben wir uns zwei Einsteigermodelle von ZTE angeschaut. Trotz vieler Gemeinsamkeiten unterscheiden sich das Blade L2 und das Blade Q Maxi stärker als man glaubt. 

Beim Blick auf das Datenblatt könnte man annehmen, dass ZTE beide Smartphones mit denselben Displays ausstattet: In beiden Fällen ist von fünf Zoll und 480 x 854 Pixeln die Rede. Das sieht in der Praxis allerdings nicht so brillant aus wie eine HD oder Full-HD-Auflösung, die die Spitzenmodelle bei diesen Bildschirmgrößen bieten. Allerdings weist der Touchscreen des Blade Q Maxi mehr Leuchtkraft auf und erstrahlt bei automatischer Helligkeit deutlich heller - das L2 entscheidet sich hier eindeutig für zu wenig Beleuchtung. Stellt man die Helligkeit von Hand auf den Höchstwert ein, dann leuchtet das Display vom L2 vor allem im unteren Bereich zu stark. Flächen, die Schwarz sein sollten, erscheinen Grau. Insgesamt ergibt sich ein Farbverlauf, den man auf einem Smartphone-Display nicht sehen will.

Vier oder zwei Rechenkerne, acht oder fünf Megapixel

Das Blade L2 erhält die etwas bessere Hardware. Sein Quad-Core Snapdragon S1 ist mit 1,3 Gigahertz getaktet. Der Prozessor des Blade Q Maxi läuft ebenfalls mit 1,3 Gigahertz, hat aber nur zwei Rechenkerne zur Verfügung. Trotzdem läuft Android auf beiden flüssig, auch die Apps lassen sich gut nutzen. Auffälligste Auswirkung der unterschiedlichen Zahl an Rechenkernen sind die kürzen Ladezeiten der Anwendungen auf dem L2. Läuft ein Programm allerdings erst einmal, sind nur selten Unterschiede zu bemerken. Im Antutu-Benchmark fällt der Unterschied mit 17.340 zu 10.860 Punkten dagegen umso deutlicher aus. Doch auch hier zeigt sich einmal mehr: Benchmarks sind nur bedingt aussagekräftig.

In Sachen Kamera-Auflösung hat das Blade L2 ebenfalls die Nase vorn. Seine Hauptkamera liefert Bilder mit acht Megapixeln, die Frontkamera mit 1,2 Megapixeln - was für Videochats gerade noch ausreicht, aber bei Selfies gemessen an aktuellen Standards um die 5 Megapixel einfach zu wenig ist. Das Blade Q Maxi nimmt auf der Vorderseite nur 0,3 Megapixel auf - das taugt noch nicht einmal für Notfälle. Die Hauptkamera bringt es dagegen immerhin auf fünf Megapixel. Bei der Bildqualität zeigt sich, dass mehr Megapixel nicht automatisch bessere Bilder bedeuten. Während die Q Maxi mit Ihren fünf Megapixeln eine typische Smartphone-Qualität erreicht und sich die Schnappschüsse für Facebook und Co. eignen, gehen bei den Aufnahmen der L2, die von fünf auf acht Megapixel hochgerechnet werden, viele Details verloren. So wirken die Fotos sehr schwammig. Stellt man die online, erweckt das schnell den Verdacht, man könnte nicht vernünftig fokussieren.

Das Blade 2 ist ein Dual-SIM-Smartphone, in das Ihr zwei SIM-Karten einlegen könnt, um etwa privat und beruflich auf einem Gerät erreichbar zu sein. Sein Akku mit einer Kapazität von 2000 Milliamperestunden ist fest verbaut. Die Abdeckung auf der Rückseite lässt sich nur mühsam öffnen. Man fürchtet ständig, dass sie gleich kaputt geht. Im Test hielt sie dann aber doch Stand. Das Blade Q Maxi hat dagegen nur Platz für eine SIM-Karte, einen austauschbaren Akku mit ebenfalls 2000 Milliamperestunden und eine Abdeckung, die sich leichter öffnen lässt.

Android 4.2.2 und ein Gigabyte Arbeitsspeicher

ZTE liefert beide Blade-Smartphones mit Android 4.2.2 Jelly Bean aus, die damit nicht auf der Höhe der Zeit, aber auch nicht hoffnungslos veraltet sind. Updates auf die aktuelle Version 4.4 KitKat sind allerdings nicht in Sicht. Sollte eines verfügbar sein, müsstet Ihr es beim Q Maxi über eine microSD-Karte installieren - eine Installation per WLAN ist im Menü nicht vorgesehen. Diese bietet das L2 dagegen an, leitet Euch dann aber auch nur auf eine Webseite des Herstellers weiter, wo Ihr prüfen könnt, ob eine neue Software verfügbar ist.

Ansonsten erwartet Euch eine Benutzeroberfläche, die sich stark an der Stock-UI von Android orientiert. Die größten Unterschiede sind beim Design der Programm-Icons zu erkennen. Trotz der unterschiedlichen Hardware läuft das Betriebssystem auf beiden Smartphones flüssig. Einzig beim Starten von Apps ist das Blade L2 mit seinen zwei zusätzlichen Rechenkernen erkennbar schneller.

Beim Speicher hat ZTE allerdings bei beiden Modellen am falschen Ende gespart:  Ein Gigabyte Arbeitsspeicher, vier Gigabyte interner Speicher - das ist recht wenig. Zudem steht dieser nicht komplett für Eure Daten und Apps zur Verfügung, sondern je nur rund 1,5 Gigabyte.

Günstig, aber nicht auf ganzer Linie überzeugend

ZTE macht sowohl das Blade L2 als auch das Blade Q Maxi durch niedrige Preise besonders für Einsteiger attraktiv. So verlangt der Hersteller für das eckige L2 129 Euro und für das rund Q Maxi  sogar nur 99 Euro. Restlos überzeugen kann aber keines von beiden. In Sachen Software sind die Geräte nicht ganz auf der Höhe der Zeit, bei der Rechenleistung hat das L2 die Nase vorn, das Q Maxi trumpft dagegen mit einem besseren Display und trotz weniger Megapixel mit den schöneren Fotos auf. Ihr sucht ein Smartphone zu ähnlichen Preisen? Dann greift lieber zum Moto E.


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