ZTE Blade V7 im Test: das Borussia-Mönchengladbach-Smartphone

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Mit dem Blade V7 hat sich ZTE als neuer Co-Sponsor von Borussia Mönchengladbach vorgestellt.
Mit dem Blade V7 hat sich ZTE als neuer Co-Sponsor von Borussia Mönchengladbach vorgestellt.(© 2016 CURVED)

Gigaset stattet seit fast einem Jahr den FC Bayern München aus, Huawei wirbt beim BVB, Borussia Mönchengladbach kooperiert seit Neuestem mit ZTE. Ein Smartphone-Partner oder -Sponsor gehört unter Fußballclubs der Bundesliga so langsam zum guten Ton. Die Fohlen-Elf vom Niederrhein wird ab der Saison 2016/17 unter anderem mit dem ZTE Blade V7 telefonieren. Auf was sich die Spieler freuen können und worüber sie sich Sorgen machen müssen, erfahrt Ihr im Test.

Beim Pressetermin in Mönchengladbach am Donnerstag zeigte sich Stürmer André Hahn professionell begeistert vom neuen Smartphone des neuen Co-Sponsors seines Arbeitgebers. Aber er konnte ja auch schlecht sagen, dass ihm sein aktuelles Smartphone lieber sei. Ich kann ihm aber insoweit Recht geben, dass das Unibody-Gehäuse aus Metall für einen guten ersten Eindruck sorgt.

Gerade noch genug Power

Schaut man sich das Gehäuse aber genauer an, dann ist es weniger Unibody als gedacht. Oben und unten befinden sich Abdeckungen, die optisch an den Magic Slot des LG G5 erinnern, sich aber nicht entfernen lassen. Bei einem Flaggschiff würde ich mich über die grobe Abtrennung auslassen, aber bei einem günstigen Mittelklassegerät neige ich dazu, sie zu akzeptieren – auch wenn sie das schöne, schlichte Design trübt. Auf der Vorderseite prangt ein 5,2 Zoll großes Full-HD-Display, das ein detailreiches Bild und ordentliche Farben bietet. Bei einem Blickwinkel von etwa 45 Grad verdunkelt sich der Bildschirm ein wenig, die Inhalte bleiben aber bis kurz vor 90 Grad immer noch gut erkennbar.

Im Unibody-Gehäuse verrichtet der Mediatek-Chipsatz MT6753 mit acht Rechenkernen, die jeweils mit 1,3 Gigahertz getaktet sind, seine Arbeit. Ihm steht ein zwei Gigabyte großer Arbeitsspeicher zur Seite. Zusammen erreichen sie im Antutu-Benchmark etwas mehr als 36.000 Punkte. In Geekbench 3 reicht es für 608 und 2772 Punkte im Single- und Multi-Core-Test. Das sind inzwischen keine beeindruckenden Ergebnisse mehr, sondern eher das untere Ende des akzeptablen Bereichs. Im Alltag läuft die Nutzeroberfläche aber flüssig, bei vielen Apps sind die Ladezeiten ebenfalls in Ordnung. Mehr Geduld ist bei Spielen gefragt. Selbst ein grafisch aufwändiger Titel wie Asphalt 8 startet selbstbewusst in höchster Grafikqualität, ruckelt aber und ist nicht spielbar. Besser wird es bei mittlerer Grafikqualität,  erst bei niedriger Qualität läuft das Spiel flüssig.

Durchschnittliche Kamera

Die Hauptkamera des ZTE Blade V7 liefert mit guter Beleuchtung überzeugende Fotos, bei denen die Farben stimmen und auch viele Details zu erkennen sind. Aber bereits bei kontrastreichen Motiven sehen die Aufnahmen der 13-Megapixel-Kamera nicht mehr so schön aus. So war der Himmel über dem Stadion eigentlich Blau mit einigen weißen Schönwetter-Wolken. Sobald wenig Licht zur Verfügung steht, nimmt die Bildqualität deutlich ab - wie bei den Buchrücken, die bei Zimmerbeleuchtung mit ruhiger Hand fotografiert worden sind. Wird es dagegen richtig dunkel, sind die Aufnahmen verrauscht und die Linse, bzw. der Sensor und die Software nutzen das zur Verfügung stehende Licht deutlich schlechter als andere Smartphones.

Die Frontkamera liefert Selfies mit einer Auflösung von fünf Megapixeln, die überraschend gut aussehen. Klar, mit besseren Rückkameras können sie bei der Detailgenauigkeit nicht mithalten, aber als Schnappschüsse zum schnellen Teilen sind sie allemal geeignet. Und um nichts anderes geht es ja schließlich bei Selfies.

Bedienung soll einfacher werden

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher sind ab Werk sieben Gigabyte belegt. Unter anderem durch Android 6.0 Marshmallow und mehrere vorinstallierte Apps. Neben dem überflüssigen WPS Office zählen auch Facebook, Instagram, der Facebook Messenger und Twitter dazu. Reicht Euch der Speicherplatz nicht aus, könnt Ihr ihn mit einer microSD-Karte erweitern. Die Akkukapazität fällt mit 2540 mAh eher klein aus, reicht angesichts der verbauten Hardware aber trotzdem, um das ZTE Blade V7 über den Tag zu bringen.

ZTE verpasst Android 6.0 auf dem Blade V7 seine MiFavor-Nutzeroberfläche und hat ein paar Features eingebaut, die die Bedienung des Smartphones erleichtern sollen. So könnt Ihr auf dem ausgeschalteten Display ein C, M, W oder O zeichnen, um eine App direkt zu starten. Telefon, Musikwiedergabe, Nachrichten und der Browser sind voreingestellt, aber Ihr könnt auch andere Apps auswählen. Darüber könnt Ihr einstellen, dass Anrufe automatisch starten oder angenommen werden, wenn Ihr das Smartphone ans Ohr haltet. Schon ein alter Hut ist dagegen das Umdrehen des Geräts zum Stummschalten.

Fazit: ein Mittelklasse-Smartphone, kein Erstligist

Das ZTE Blade V7 soll ab Juni 2016 in Deutschland erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 249 Euro. Dafür bekommt Ihr ein Smartphone mit Metall-Gehäuse, gutem Display und einer durchschnittlichen Kamera - also ein solides Mittelklasse-Smartphone. Ich weiß nicht, was für ein Smartphone André Hahn privat benutzt, aber wenn es kein Einsteiger-Modell oder zwei Jahre altes Mittelklasse-Gerät ist, dann wird er sich mit dem Blade V7 nicht verbessern und nur wenig Freude mit ihm haben. Aber vielleicht kann er sich ja auch für das ZTE Axon als Diensthandy entscheiden, das immer noch das Topmodell des chinesischen Herstellers ist.


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